Gluehbirne

Arbeitswelt von morgen

Suche nach hellen Köpfen

Fachkräfte werden gebraucht – trotz der Corona-Krise. Gute Aus- und Weiterbildung machen fit für die Arbeit von morgen.

Geschlossene Betriebe, die Angst vor einem wirtschaftlichen Abschwung: Viele Unternehmen müssen durch die Belastungen der Corona-Epidemie auf die Bremse treten. Die Zahl der offenen Stellen geht zurück, meldeten die Forscher vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Sommer 2020.
Klar ist aber auch: Unternehmen brauchen weiterhin die Mitarbeiter*innen von morgen. In einigen Berufen ist die Nachfrage nach Fachkräften besonders hoch. Das gilt etwa für IT-Expert*innen, in der Altenpflege oder in zahlreichen handwerklichen Berufen. Auch in vielen anderen Berufen spüren Unternehmer*innen, dass sie nicht mehr so leicht Angestellte finden wie früher. Parallel gehen jetzt und in den kommenden Jahren viele Arbeitnehmer*innen in den Ruhestand. Diese Mischung ist eine Gefahr für die Wirtschaft: Wenn Stellen nicht besetzt werden können, bleibt Arbeit liegen – und irgendwann müssen Unternehmen Aufträge ablehnen. Automatisierung kann in manchen Berufen helfen: Wenn ein Roboter unterstützende Tätigkeiten übernimmt, können sich die Mitarbeiter*innen auf andere Aufgaben konzentrieren.

Die Digitalisierung erfordert aber auch neue Kompetenzen bei den Beschäftigten. Hinzu kommt, dass sich Arbeitsplätze verändern, weil Deutschland auf umweltfreundlichere Technologien setzt. So wird beispielsweise die Nutzung von Kohle für die Energieerzeugung nach und nach reduziert.
Das „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ soll dabei helfen, den Strukturwandel zu gestalten. Die Assistierte Ausbildung, die Schüler*innen mit schwächeren Leistungen beim Berufseinstieg hilft, wird dauerhaft weitergeführt. Auch Weiterbildungen werden noch stärker gefördert. Arbeitnehmer*innen, die einen Berufsabschluss nachholen wollen, erhalten einen Anspruch auf Förderung einer beruflichen Nachqualifizierung.
„Das Arbeit-von-morgen-Gesetz ist ein wichtiger Baustein dafür, dass wir nach der Corona-Krise schnell wieder den Weg zu Wachstum und Beschäftigung finden. Denn der Strukturwandel, in dem sich Deutschland befindet, hat durch Corona noch einmal deutlich an Fahrt hinzugewonnen“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nach Verabschiedung des Gesetzes im Mai 2020.

1.086.000

offene Stellen zählte das IAB im Frühjahr 2020. Diese teilten sich wie folgt auf die Branchen auf:

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, IAB-Stellenerhebung, Datenstand Quartal 1 /2020

Es gibt nur eins was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.

 

John F. Kennedy, US-Präsident von 1961 bis 1963

Lebenslanges Lernen

Schule, Praktikum, Ausbildung, fertig? Von wegen. Fortbildungen gehörten schon immer zum Berufsleben dazu. In Zukunft aber wandeln sich Stellenanforderungen noch schneller, weil neue Technologien dazukommen oder sich Wertschöpfungsketten verändern. Das rückt das Thema Weiterbildung viel stärker in den Fokus: „Die Bedeutung des lebensbegleitenden Lernens nimmt mit der fortschreitenden Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft zu“, sagt Friedrich Hubert Esser, der das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) leitet.

Was bedeutet das? Die Grundlage für einen Berufseinstieg ist eine duale Ausbildung, ein duales Studium oder ein Hochschulstudium. Doch danach kommen neue Bildungsbausteine dazu: Die Industrie- und Handelskammern bieten Zertifikatskurse, in denen Arbeitnehmer*innen sich über mehrere Wochen in Spezialthemen weiterbilden können. In wenigen Wochen oder Monaten ist so eine anerkannte Zusatz-Qualifikation als Online-Marketing-Manager*in, Datenschutzbeauftragte*r oder E-Recruiter*in möglich.

Auch im Handwerk gibt es kompakte Weiterbildungsmöglich­keiten und neue Wege – bis hin zum Studium ohne Abitur. Gerade durch digitale Plattformen wird es einfacher, online neben der Arbeit Kurse zu absolvieren. Die Lebensläufe werden so individueller.

In Wirtschaft und Politik ist inzwischen anerkannt, dass der Wandel zum lebenslangen Lernen unterstützt werden muss. Berufliche Weiterbildung wird durch vielfältige und passgenaue Maßnahmen gefördert, mit denen Betriebe, Beschäftigte und Arbeitsagenturen auf Qualifizierungsbedarfe reagieren und finanziell unterstützt werden können. Da die Arbeitsgesellschaft der Zukunft noch stärker als heute eine Wissensgesellschaft sein wird, die auf Bildung und lebenslanges Lernen aufbaut, sagt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil: „Wenn wir die Chancen des digitalen Wandels nutzen wollen, muss Deutschland mehr in Qualifizierung und Weiterbildung investieren“.