Praktikum

Praktika sind eine gute Möglichkeit, erste Berufserfahrungen zu sammeln, mögliche Arbeitsfelder auszuprobieren und sich neue Fähigkeiten anzueignen.

Für ein Praktikum muss kein schriftlicher Vertrag abgeschlossen werden. Um Unklarheiten zu vermeiden, ist ein Praktikumsvertrag aber empfehlenswert. Für den Fall, dass kein schriftlicher Praktikumsvertrag geschlossen wurde, gelten die Regelungen des sogenannten Nachweisgesetzes. Danach muss derjenige, der einen Praktikanten einstellt, spätestens vor Aufnahme der Praktikantentätigkeit folgende wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich niederlegen:

  • Name und Anschrift des Praktikanten und des Arbeitgebers
  • Beginn und Dauer des Praktikums
  • Beschreibung des Praktikums, Lernziele
  • Dauer der regelmäßigen täglichen Praktikumszeit
  • Ort des Praktikums
  • Zahlung und Höhe der Vergütung
  • Dauer des Urlaubs
  • Kündigungsfristen
  • gegebenenfalls Angaben zu tarifvertraglichen oder betrieblichen Regelungen, die für das Praktikum gelten
     

Ein Praktikum ist dazu gedacht, berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten oder berufliche Erfahrung zu erwerben. Wird während eines Praktikums hauptsächlich Arbeitsleistung erbracht, dann handelt es sich nicht um ein Praktikum, sondern um ein Arbeitsverhältnis.

Im Fall von Arbeitslosigkeit kann man bei einem Arbeitgeber bis zu sechs Wochen lang eine betriebliche Maßnahme zur Erprobung in dem Betrieb machen (siehe Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung). Dies setzt die Zustimmung der Arbeitsagentur voraus. In der Zeit wird das Arbeitslosengeld weiter gezahlt. Bezieher von Arbeitslosengeld II, die unter 25 Jahre alt oder schon sehr lange arbeitslos sind, können bis zu zwölf Wochen eine betriebliche Erprobung absolvieren.

 

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Jo B. Das Job-Lexikon, Bonn 2016