Geringfügige Beschäftigung

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Bei einer geringfügigen Beschäftigung zahlt der Arbeitnehmer keine oder verringerte Sozialabgaben.

Eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) liegt vor, wenn:

  • das Arbeitsentgelt regelmäßig 450 Euro im Monat nicht übersteigt (deshalb auch 450-Euro-Job genannt) oder
  • die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt ist (kurzfristige Beschäftigung), es sei denn, dass sie berufsmäßig ausgeübt wird und das Arbeitsentgelt 450 Euro im Monat übersteigt.
     

Sie kann bei einem gewerblichen Arbeitgeber oder in einem privaten Haushalt aufgenommen werden.

450-Euro-Job

Bei einem 450-Euro-Job für einen gewerblichen Arbeitgeber zahlen geringfügig Beschäftigte selbst lediglich Beiträge in Höhe von 3,7 Prozent ihres Bruttoarbeitsentgelts zur gesetzlichen Rentenversicherung. Steuern oder Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung fallen für sie nicht an. Geringfügig Beschäftigte können sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Dadurch verlieren sie jedoch den Schutz der Rentenversicherung (zum Beispiel für den Fall einer Erwerbsminderung) und erwerben nur geringe Rentenansprüche. Der Arbeitgeber bezahlt für den geringfügig Beschäftigten einen Beitrag in Höhe von 15 Prozent zur Rentenversicherung. Wenn der Beschäftigte gesetzlich krankenversichert ist, zahlt der Arbeitgeber weitere 13 Prozent zur Krankenversicherung (Stand 2016).

Arbeitet ein geringfügig Beschäftigter in einem privaten Haushalt, zahlt der Arbeitgeber nur jeweils 5 Prozent zur Renten- und Krankenversicherung. Sofern der Beschäftigte keinen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gestellt hat, zahlt er selbst in diesem Fall 13,7 Prozent seines Bruttoentgelts zur Rentenversicherung.

Es können mehrere 450-Euro-Jobs nebeneinander ausgeübt werden, allerdings nicht bei demselben Arbeitgeber. Die Verdienste aus allen Beschäftigungen werden zusammengerechnet. Sobald die monatliche Grenze von 450 Euro überschritten wird, muss man für alle ausgeübten 450-Euro-Jobs Beiträge zur Sozialversicherung zahlen.

Neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung kann nur ein 450-Euro-Job kranken- und pflegeversicherungsfrei ausgeübt werden (gegebenenfalls auch rentenversicherungsfrei, wenn ein entsprechender Antrag beim Arbeitgeber eingereicht wurde). Alle weiteren 450-Euro-Jobs werden mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet, und es fallen Steuern und Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung an. In der Arbeitslosenversicherung bleiben alle 450-Euro-Jobs, die neben einer Hauptbeschäftigung ausgeübt werden, versicherungsfrei.

Kurzfristige Beschäftigung

Bei einer kurzfristigen Beschäftigung fallen für den Arbeitnehmer keine Beiträge zur Sozialversicherung an. Allerdings muss der Arbeitgeber Steuern und Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung abführen. Bei der Prüfung, ob die Zeiträume von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen überschritten sind, werden mehrere kurzfristige Beschäftigungen zusammengerechnet. Kurzfristige Beschäftigungen werden jedoch nicht mit einer eventuellen Hauptbeschäftigung zusammengerechnet.

Arbeitnehmerrechte

Unabhängig davon, ob man einen 450-Euro-Job oder eine kurzfristige Beschäftigung ausübt, hat man wie ein normal Beschäftigter ein Anrecht auf Erholungsurlaub sowie Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und an Feiertagen. Außerdem ist man gegen Arbeitsunfälle versichert.

 

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Jo B. Das Job-Lexikon, Bonn 2016