Lernziele: Gesundheitsprävention

Prüfungsangst, Leistungsdruck, Mobbing, Lehrplanverdichtung durch die verkürzte Gymnasialzeit: Fast jeder Schüler hat schon einmal Schulstress erlebt. Während positiver Stress meist zeitlich begrenzt ist und sogar zu Höchstleistungen motivieren kann, ist negativ empfundener Stress auf Dauer gesundheitsschädigend. Dann können psychosomatische Beschwerden entstehen, die die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität von Schülerinnen und Schülern erheblich beeinträchtigen. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an Schulen haben das Ziel, die Widerstandsfähigkeit gegen Stressfaktoren zu stärken und gleichzeitig die Stressbelastung im schulischen Umfeld zu reduzieren.

Initiativen für eine gesunde Schule sind hierbei nur ein Baustein in einer umfassenden staatlichen, privaten und betrieblichen Gesundheitsprävention. Aufgrund ihres ganzheitlichen Ansatzes berührt die Gesundheitsprävention nahezu alle Lebensbereiche. Der Staat wird dabei vor allem dort tätig, wo einzelne Menschen den betreffenden Bereich nicht selbst gestalten können, zum Beispiel in sozialen Einrichtungen oder auch am Arbeitsplatz. Die klassische Gesundheitsprävention ist primär auf Früherkennung und Aufklärung ausgerichtet. Der Arbeitsschutz als sozialpolitisches Instrument hat hingegen das Ziel, die Menschen an ihrem Arbeitsplatz vor gesundheitsschädigenden Faktoren zu schützen.

Erkrankungen beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden und die Gesundheit des Einzelnen. Auch Unternehmen und die Volkswirtschaft werden durch eine verminderte Leistungsfähigkeit und Fehlzeiten der Arbeitnehmer belastet. Dabei ist vor allem die steigende Zahl der diagnostizierten psychischen Erkrankungen alarmierend: Im Jahr 2011 wurden bundesweit 59,2 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert, das ist ein Anstieg um mehr als 80 Prozent in den letzten 15 Jahren. Mit dem Arbeitsprogramm Psyche: Stress reduzieren – Potenziale entwickeln reagiert die Bundesregierung auf diese Entwicklung. Das Programm läuft von 2013 bis 2018 und soll die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und in der Schule stärken.

Lernziele

Die Schülerinnen und Schüler

  • differenzieren zwischen sozialpolitischen, gesundheitspolitischen, betrieblichen und individuellen Handlungsfeldern der Gesundheitsförderung. Sie erschließen Ziele, Interessen und Maßnahmen der Gesundheitsprävention.
  • können anhand von Beispielen begründen, warum Gesundheitsprävention eine gesamtpolitische Aufgabe ist, die jeden einzelnen Menschen betrifft und alle Lebensbereiche umfasst.
  • erkennen, welche Bedeutung die Gesundheitsförderung für die sozialen Sicherungssysteme hat, und sind in der Lage, einen Bezug zur demografischen Entwicklung herstellen.
  • sind über unterschiedliche Maßnahmen informiert, die Schulen im Rahmen der Gesundheitsprävention einsetzen. Dabei recherchieren und bewerten sie gesundheitsfördernde Aktivitäten ihrer eigenen Schule und ermitteln möglichen Handlungsbedarf.
     

Methodisch-didaktische Hinweise

Als Einstieg kann die Karikatur auf dem Arbeitsblatt zur Gesundheitsprävention in der Schule dienen. Die Karikatur bietet Gelegenheit, sich mit der eigenen Stressbelastung und Arbeitslast in der Schule auseinanderzusetzen. Zur vertiefenden Beschäftigung gibt das Arbeitsblatt einen Überblick über Zahlen, Fakten und Ziele der Gesundheitsprävention. Anhand einer Checkliste können die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Schule in Hinblick auf gesundheitsfördernde Maßnahmen untersuchen. Sie können einzelne Projekte vorstellen und eigene Vorschläge zur schulischen Gesundheitsförderung präsentieren. Das Schaubild zum Thema Schulstress zeigt, wie viel Prozent der Schülerinnen und Schüler an psychosomatischen Beschwerden leiden. Es gibt einen Überblick, welches die häufigsten psychosomatischen Beschwerden der Mädchen und Jungen sind. Das Arbeitsblatt regt an, einen korrespondierenden Fragebogen zu erstellen, der die Stressbelastung in der eigenen Klasse erhebt. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass die Umfrage anonym erfolgen muss. Die Ergebnissicherung und die Umfrage zur eigenen Stresswahrnehmung führen inhaltlich wieder zur Einstiegskarikatur. Die Schülerinnen und Schüler können nun die Arbeitsergebnisse mit ihren ersten Assoziationen zum Thema vergleichen.

Die Hintergrundinformationen bieten eine umfassende Einführung in die Aufgaben, Ziele und Maßnahmen der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und in der Schule. Sie erläutern den Zusammenhang zwischen Gesundheitsförderung, Chancengleichheit, demografischem Wandel und sozialen Sicherungssystemen. Strategien zum Erhalt der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie zur Stressprävention werden vorgestellt und mit aktuellen Forschungsergebnissen belegt.

Weitere Materialien zum Thema sind in der Materialdatenbank zu finden, unter anderem ein Arbeitsblatt und Schaubild zum Thema Arbeitsschutz sowie ein Arbeitsblatt und Schaubild zum Thema Arbeit und Gesundheit.

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