Lernziele: Europa gestalten: Europawahl 2014

„Man muss etwas dafür tun, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Europa reduziert wird!“
„Wie können wir den Krisenländern helfen?“
„Wie schaffen wir es, für mehr soziale Gerechtigkeit in Europa zu sorgen?“
„Wir sollten länderübergreifend etwas für den Artenschutz tun!“

Jugendliche haben viele Fragen und Forderungen an Europa. Sie verstehen immer besser, dass der Adressat für ihre politischen Wünsche in den Organen und Gremien der Europäischen Union, abgekürzt EU, liegen. Die großen, globalen und transnationalen Herausforderungen der Zukunft sind nicht mehr im Alleingang der einzelnen Staaten zu schaffen. Immer mehr Bürger wünschen sich gesamteuropäische Lösungen gegen die Finanz- und Schuldenkrisen, gegen die negativen Folgen der Globalisierung, oder für sinnvolle Interventionen in Krisenregionen. Auch die Schaffung von Arbeitsplätzen in einem mobilen Europa sowie die Armutsbekämpfung und eine für alle Unionsbürger geltenden sozialen Mindeststandards werden nur durch gemeinsame Beschlüsse des Staatenbundes realisiert werden können. Das gleiche gilt für die Durchsetzung einer auf Nachhaltigkeit gerichteten Wirtschaftsordnung.

Die Erwartungen an die Europäische Union sind hoch, doch nach wie vor ist EU-Politik bei den meisten Bürgern nicht sehr attraktiv. Dies drückt sich auch in der Wahlbeteiligung aus, die bei Europawahlen geringer als bei Nationalen Wahlen ist und zudem seit 1979 kontinuierlich sinkt. Es fehlt oft die politische Leidenschaft und eine Identifikation mit Personen und Organen der Europäischen Union, aber auch das Wissen um die Möglichkeiten, am demokratischen Leben der EU teilzunehmen und die Politik zu beeinflussen.

Lernziele

Die Schülerinnen und Schüler …

  • kennen die Aufgaben des Europäischen Parlamentes, wissen, welchen Einfluss es auf die EU-Politik hat, und können abschätzen, welche Bedeutung seine Zusammensetzung für Entscheidungen auf europäischer Ebene haben.
  • sind über unterschiedliche Möglichkeiten der demokratischen Mitbestimmung in der EU informiert.
  • haben diskutiert, welche Maßnahmen und Möglichkeiten es gibt, die integrative Wirkung der Europawahl zu stärken.
  • können anhand ihres Wissens über den Einfluss europäischer Politik die Bedeutung der Wahlen zum Europäischen Parlament für ihren Alltag ableiten.
  • verfügen über zentrales Grundwissen über das Wahlsystem der Europawahlen.
     

Methodisch-didaktische Hinweise

Einen guten Einstieg in das Thema Europa und Europawahl bieten die Beispiele für die Europapolitik im Alltag: Verfolgt man nur einen einzigen typischen Tag in seinem Leben, kommt man unweigerlich mit Dutzenden Verordnungen und Richtlinien der EU in Kontakt. Die Schülerinnen und Schüler könnten einen solchen Tag nachzeichnen und anhand der Impulse aus dem Schaubild weitere Beispiele unter dem Motto Was geht mich die EU an? zusammentragen.

Die im Arbeitsblatt vorgestellten Informationen zum Europäischen Parlament und den Möglichkeiten einer Bürgerbeteiligung an der EU-Politik sollen die Schülerinnen und Schüler darüber informieren, dass sie nicht ohnmächtig einer alles vereinnahmenden Eurokratie ausgeliefert sind, sondern aktiv an der politischen Ausgestaltung der EU teilnehmen können. Dahinter steht die Überlegung, dass mit dem Bewusstsein, etwas bewegen zu können, die Motivation für politisches Engagement gestärkt wird und die Schüler gleichzeitig für die Bedeutung von Europawahlen sensibilisiert werden. In diesem Zusammenhang bietet es sich auch an, EU-weite Bürgerinitiativen und Projekte in den sozialen Netzwerken zu recherchieren, und direkt mit Initiatoren und Unterstützer von politischen Forderungen oder Europaabgeordneten in Kontakt zu treten.  

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