Kompetenzerwartungen: Was ist gute Arbeit?

Gute Arbeit sichert nicht nur die Existenz, sie ist für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch wichtig, um Zufriedenheit und gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen oder gar sich selbst zu verwirklichen.

Die Vorstellungen, die Beschäftigte heutzutage von optimalen Arbeitsbedingungen haben, gehen weit über das hinaus, was man in früheren Zeiten für möglich hielt. Zur Idealvorstellung einer guten Arbeit gehören heute unter anderem die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen, die Möglichkeit einer guten Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten – angepasst an unterschiedliche Lebensphasen – sowie die funktionierende Kommunikation zwischen den Hierarchieebenen und die damit verbundene Wertschätzung der Arbeit.

Wie Merkmale guter Arbeit individuell gewichtet werden, ist sehr unterschiedlich und abhängig von eigenen Wertevorstellungen und Lebensentwürfen. Das spiegelt auch die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft wider.

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich damit auseinander, was gute Arbeit aus Sicht der Erwerbstätigen in der heutigen Zeit heißt. Dabei beziehen sie entscheidende gesellschaftliche Veränderungen wie die Digitalisierung der Arbeitswelt, den demografischen Wandel und die Globalisierung mit ein. Die Jugendlichen stellen fest, dass der normale Arbeitsalltag der Eltern und Großeltern – acht Stunden, Montag bis Freitag, immer am gleichen Arbeitsplatz – zunehmend anderen flexibleren Arbeitsmodellen und -realitäten weicht.

Sie lernen, dass sich die Ansprüche an gute Arbeit wandeln und dass es innerhalb der Gesellschaft unterschiedliche Ansichten darüber gibt, durch welche Merkmale sie gekennzeichnet ist.

Die Jugendlichen lernen hierzu sieben Wertewelten kennen, die mittels einer Studie identifiziert werden konnten. Dadurch wird ihnen bewusst, dass sie sich in Bezug auf ihre künftige Berufsorientierung auch über eigene Werte und Vorstellungen klar werden sollten.

Methodisch-didaktische Hinweise

Zur Vorbereitung des Themas können die Schülerinnen und Schüler ihre Eltern, berufstätigen Geschwister oder Bekannte fragen, welche Merkmale gute Arbeit für sie ausmachen. Dazu können die Befragten ebenso wie die Jugendlichen selbst auch an der Online-Umfrage zum Thema teilnehmen.

Die Schülerinnen und Schüler sollten sich darüber hinaus erkundigen, ob sich die Befragten Verbesserungen ihrer derzeitigen Arbeitsbedingungen wünschen und wenn ja, wie diese aussehen sollten. Anhand der Antworten können sie überlegen, inwieweit gute Arbeit in der Verantwortung der Arbeitgeber liegt, beziehungsweise welche anderen Einflussfaktoren sich auf die Arbeitsbedingungen auswirken.

Als Einstieg in das Thema tragen die Schülerinnen und Schüler die von ihnen im Vorfeld gesammelten Merkmale guter Arbeit an der Tafel zusammen. Auch die Antworten der Online-Umfrage können in der Sammlung berücksichtigt werden. Die Jugendlichen werden außerdem gebeten, sich zu der Sammlung zu äußern und ihre eigenen Ideen zum Thema gute Arbeit an der Tafel zu ergänzen. Fragen wie etwa: Wovon hängt gute Arbeit ab? oder Was können Unternehmen tun, um gute Arbeit zu ermöglichen? können ebenfalls festgehalten und zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert werden.

Anhand des Arbeitsblatts lernen die Jugendlichen sieben verschiedene Dimensionen von guter Arbeit kennen, wie sie in der Broschüre Qualität der Arbeit, herausgegeben vom Statistischen Bundesamt, zu finden sind. Die Schülerinnen und Schüler erhalten damit ein Beispiel dafür, wie verschiedene Qualitätsmerkmale kategorisiert werden können.

Außerdem erfahren sie, dass die Vorstellungen von guter Arbeit stark durch die Erfahrungen und Werte der Menschen geprägt werden. Das Arbeitsblatt stellt die sieben Ausprägungen von Werten aus der repräsentativen Studie Wertewelten 4.0 vor. Die Wertewelten können unter verschiedenen Gesichtspunkten besprochen werden. Etwa welcher Wertewelt sich die Schülerinnen und Schüler selbst zuordnen und warum. Oder wie sie sich die Vertreterinnen und Vertreter der Wertewelten vorstellen. Oder auch welche Wertewelten sich ihrer Meinung nach, in der künftigen globalisierten und digitalisierten Gesellschaft besonders gut auf dem Arbeitsmarkt durchsetzen können.

Dass Schaubilds zeigt zehn Faktoren, welche die Zufriedenheit und die Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern positiv beeinflussen. Die Schülerinnen und Schüler lernen darüber hinaus Maßnahmen der Arbeitgeber kennen, welche die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten und die Verbundenheit mit dem Betrieb positiv beeinflussen.

Über die Arbeit mit dem Schaubild können die Kategorien und Dimensionen von guter Arbeit nun mit konkreten Maßnahmen – in diesem Fall seitens der Arbeitgeber verknüpft werden. An dieser Stelle kann auch diskutiert werden, was die Beschäftigten selbst dazu beitragen können, damit sie langfristig zufrieden und gesund arbeiten können.

Die Hintergrundinformationen und Lesetipps bieten weiterführende Informationen für Lehrkräfte. Auch die Schülerinnen und Schüler können diese nutzen, um ihrer Kenntnisse selbstständig zu vertiefen.

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