Kompetenzerwartungen: Soziale Leistungen

In Deutschland besteht ein dichtes Netz an sozialen Leistungen. Damit werden sowohl Menschen unterstützt, die temporär in Not geraten sind, als auch diejenigen, die dauerhaft ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Kraft bestreiten können. Mehr als die Hälfte der Ausgaben für soziale Leistungen wird durch die Sozialversicherungssysteme getragen. Die Sozialversicherungen werden überwiegend durch Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert und decken die größten Lebensrisiken wie Krankheit, Alter, Pflege, Unfall und (kurzzeitige) Arbeitslosigkeit ab. Daneben gibt es ein Bündel sozialpolitischer Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen, die aus Steuereinnahmen bezahlt werden. Sie werden unter dem Oberbegriff Förder- und Fürsorgesysteme zusammengefasst.

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler

  • erkennen, dass das System der Sozialleistungen in Deutschland aus einer Vielzahl einzelner Hilfen und Unterstützungen besteht,
  • lernen, zwischen beitrags- und steuerfinanzierten Systemen zu unterscheiden,
  • erschließen sich die Träger, Zielgruppen und gesetzlichen Grundlagen der steuerfinanzierten Leistungen,
  • können die einzelnen Leistungsbereiche den zuständigen Institutionen zuordnen,
  • setzen sich mit Fallbeispielen auseinander und werden befähigt, eigene Fälle zu konstruieren,
  • erkennen anhand der Fallbeispiele, dass bestimmte Sozialleistungen nicht nur Notlagen lindern, sondern auch dazu beitragen, einen Bildungsabschluss zu erlangen, soziale Konflikte zu lösen oder Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.
     

Methodisch-didaktische Hinweise

Als Einstieg können die Umfrage oder die Fallbeispiele auf dem Arbeitsblatt zum Thema dienen. Die Lehrkraft kann jedoch auch zunächst an der Tafel Sozialleistungen sammeln, die den Schülerinnen und Schüler bekannt sind, um auf diese Weise das Vorwissen zu sichern. Die Sozialleistungen können dann um Zielgruppen ergänzt werden. Es kann außerdem die Frage gestellt werden, warum der Staat überhaupt Sozialleistungen finanziert und wem diese zugutekommen sollten. Anhand der Fallbeispiele erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass auch Angehörige ihrer Generation Sozialleistungen in Anspruch nehmen können und sich diese keineswegs nur auf Sozialhilfe beschränken. Über den zweiten Arbeitsauftrag wird der Transfer zwischen den alltäglichen Fallbeispielen und dem Schaubild mit den zuständigen Institutionen und den gesetzlichen Grundlagen hergestellt.

Mithilfe des Schaubilds erschließen sich die Schülerinnen und Schüler die einzelnen Leistungen und erstellen eine Rangliste nach dem Anteil der Einzelleistungen an den Gesamtausgaben. Auf diese Weise bekommen sie eine Vorstellung vom Umfang und Stellenwert der einzelnen Bereiche. Auf der Grundlage ihres neu erworbenen Wissens werden die Schülerinnen und Schüler abschließend dazu aufgefordert, eigene Fallbeispiele zu entwickeln oder zu recherchieren. Dies vertieft die Beschäftigung mit den dargestellten Leistungen und macht deutlich, dass hinter den Leistungsempfängern individuelle Biografien stehen.

In den Hintergrundinformationen werden die steuerfinanzierten Leistungen der Fürsorge- und Fördersysteme mit ihren Inhalten, Voraussetzungen, Antragswegen, Zielsetzungen und Zielgruppen ausführlicher vorgestellt. Es wird deutlich, dass Sozialpolitik nicht nur der Abmilderung von Notlagen, sondern vor allem der Hilfe zur Selbsthilfe dient, wobei dem Thema Bildung eine zentrale Bedeutung zukommt.

Die Link- und Lesetipps ermöglichen eine Vertiefung des Themas und die Erschließung weiterführender Informationen.

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