Kompetenzerwartungen: Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde im Jahr 1995 als fünfter Zweig der Sozialversicherung eingeführt. Sie unterstützt Pflegebedürftige mit Sachleistungen und Geldleistungen. Ziel der Pflegeversicherung ist es, Pflegebedürftigen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Außerdem wird die häusliche Pflege in der Familie oder mit Hilfe von Nachbarn und Freunden gefördert.

Die gesetzliche Pflegeversicherung umfasst nahezu 90 Prozent der Bevölkerung. Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, ist dort automatisch auch pflegeversichert. Zu diesem Zweck wurde bei jeder gesetzlichen Krankenkasse eine Pflegekasse eingerichtet. Für privat Krankenversicherte sind die privaten Krankenversicherungsunternehmen Träger der privaten Pflegeversicherung.

Die Pflegeversicherung befindet sich in einem Reformprozess. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird weiterhin steigen. Eine Weiterentwicklung und Anpassung an die gesellschaftlichen Veränderungen ist also auch in diesem Zweig der Sozialversicherung unausweichlich.

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler lernen die Gründe für die Einführung der Pflegeversicherung als fünften Zweig der Sozialversicherung kennen. Sie wissen, wie sie organisiert und in die Gesamtstruktur der sozialen Sicherung eingebunden ist.

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, in welchen Fällen sie durch die Pflegeversicherung abgesichert sind, und welche Leistungen Pflegebedürftige in Anspruch nehmen können. Außerdem erkennen sie die Bedeutung der demografischen Entwicklung für die Zukunft der Pflegeversicherung und verstehen den aktuellen Reformprozess mit seinen Maßnahmen.

Methodisch-didaktische Hinweise

Pflegebedürftig zu sein, ist für die meisten Jugendlichen eine nicht vorstellbare Situation. Die wenigsten haben bisher darüber nachgedacht, was das bedeutet und wie die Pflegebedürftigen in Deutschland versorgt werden. Im Zusammenhang mit der Pflegeversicherung wird in der Öffentlichkeit immer wieder die Kostenfrage thematisiert. Dennoch dürfen die sozialen und menschlichen Aspekte der Pflegetätigkeit nicht unbeachtet bleiben.

Deshalb ist es hilfreich, wenn die Schülerinnen und Schüler das Thema mit einem Besuch in einem Pflegeheim beginnen. Alternativ können sie Experteninterviews durchführen, beispielsweise mit ambulanten Pflegekräften oder Jugendlichen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst im Bereich Pflege absolvieren.

Die Schülerinnen und Schüler bringen bei Pflegekassen oder beim Sozialamt in Erfahrung, wie viele Menschen ihrer eigenen Gemeinde Unterstützungsleistungen der Pflegeversicherung erhalten. Sie recherchieren in verschiedenen Medien zum Thema Pflegeversicherung und tragen die unterschiedlichen Reformvorschläge von Politikern, Wissenschaftlern und Vertretern von Verbänden zusammen. Sie diskutieren in Kleingruppen und präsentieren die Ergebnisse anschließend im Klassenverband.

Mithilfe des Arbeitsblatts erarbeiten die Schülerinnen und Schüler, wie und wo pflegebedürftige Menschen in Deutschland versorgt werden. Das Schaubild vermittelt ihnen einen Eindruck über Finanzierung und Zukunft der gesetzlichen Pflegeversicherung.

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