Kompetenzerwartungen: Demokratie im Betrieb

Die betriebliche Mitbestimmung ist eine tragende Säule der demokratisch organisierten Gesellschaftsordnung in Deutschland. Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) regelt die Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in betrieblichen Angelegenheiten, die sie unmittelbar an ihrem Arbeitsplatz betreffen.

In Betrieben mit mindestens fünf wahlberechtigten Beschäftigten, haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Recht, einen Betriebsrat zu wählen. Das Betriebsverfassungsgesetz legt fest, wie Betriebsräte und gegebenenfalls Jugend- und Auszubildendenvertretungen gebildet werden, und beschreibt deren Rechte und Aufgaben.

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Grundlagen der betrieblichen Mitbestimmung auseinander. Sie erfahren, über welche Instanzen die Arbeitnehmerbeteiligung erfolgt: durch die Wahl zum Betriebsrat oder zur Jugend- und Auszubildendenvertretung. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit den vielfältigen Aspekten betrieblicher Mitbestimmung, zum Beispiel dem Mitspracherecht bei Kündigung, Urlaub, Kurzarbeit, Arbeitssicherheit oder Arbeitsplatzgestaltung. Dadurch wird ihnen bewusst, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund der Rechtslage in Deutschland vor willkürlichen Entscheidungen der Arbeitgeber geschützt sind, und dass sie auf Fragen, die ihren Arbeitsplatz direkt betreffen, Einfluss nehmen können. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass die betriebliche Mitbestimmung für den sozialen Frieden und die arbeitsrechtliche Sicherheit in Deutschland eine wesentliche Grundlage ist.

Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass die betriebliche Mitbestimmung auch schon für Auszubildende und junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Bedeutung ist: Sie können sich in der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) eines Betriebes engagieren. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung vertritt die Interessen und Rechte junger Beschäftigter zwischen 18 und 25 Jahren.

Aktuell verändert die Digitalisierung die Art und Weise wie wir arbeiten grundlegend. Den Schülerinnen und Schüler wird bewusst, dass die betriebliche Mitbestimmung ein Weg ist, auch in der neuen Arbeitswelt die Vorstellungen und Erwartungen der Beschäftigten einzubringen.

Methodisch didaktische Hinweise

Zur Vorbereitung des Themas können sich die Schülerinnen und Schüler bei Eltern, berufstätigen Geschwistern oder Bekannten erkundigen, auf welcher Grundlage deren Verhältnis Arbeitgeber – Angestellter aufgebaut ist. Sie können von den Erfahrungen der Beschäftigten im Unterricht berichten und gemeinsam im Plenum betriebsrelevante Themen für eine Arbeitnehmerbeteiligung zusammentragen. Die Lernenden sollten außerdem ihre eigenen Vorstellungen einbringen, wie sie später ihre Interessen als Berufstätige im Betrieb vertreten möchten. So können sie das betriebliche Mitsprache- und Mitentscheidungsrecht mit den demokratischen Prinzipien der Gesellschaftsordnung in Deutschland in Verbindung bringen.

Als Einstieg in das Thema empfiehlt sich, offene Fragen an die Tafel zu schreiben, die im Laufe der Unterrichtseinheit beantwortet werden, zum Beispiel: Wer bestimmt eigentlich im Unternehmen? oder Wer vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? – das Ganze unterteilt in zwei Spalten: heute und in Zukunft.

Anhand des Arbeitsblatts wird den Schülerinnen und Schülern die betriebliche Mitbestimmung als gelebte Demokratie am Arbeitsplatz vorgestellt und über die wichtigsten Aufgaben von Betriebsräten sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen informiert. Außerdem wird anhand von Zahlen aus einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes deutlich, dass sich die Arbeitswelt durch die Digitalisierung in hohem Maße verändert und neue Anforderungen an die Betriebsräte gestellt werden. Zwei Zitate verweisen auf Vor- und Nachteile, die diese Entwicklung mit sich bringt. Die Jugendlichen setzen sich mit den verschiedenen Positionen auseinander.

Anhand des Schaubilds erfahren die Schülerinnen und Schüler, welche Beteiligungsrechte Betriebsräte vor allem in sozialen und personellen Angelegenheiten haben. Eine Grafik zeigt, in welchen Branchen es besonders viele Betriebsräte gibt.

In Form einer Diskussionsrunde können die Jugendlichen abschließend das zuvor erlernte Wissen anwenden, indem die Antworten auf die Fragen an der Tafel zusammentragen und besprechen. Sie können alternativ auch bei der Online-Umfrage zum Thema darüber abstimmen, ob die betriebliche Mitbestimmung ihrer Meinung nach als ein wesentliches demokratisches Element in der Arbeitswelt in Zukunft wichtig oder unwichtig sein wird.

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