Kompetenzerwartungen: Armut und Reichtum

Armut und Reichtum sind Begriffe, die emotional berühren und Assoziationen wecken. Der Hunger in den Entwicklungsländern und Obdachlosigkeit in Deutschland stehen im Kontrast zur Wegwerfmentalität einer Konsumgesellschaft und dem verschwenderischen Luxus der High Society in Hochglanzmagazinen.

Die Bekämpfung von Armut und sozialer Ungerechtigkeit berührt alle gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichtsfächer. Wichtig für den Unterricht ist es, sich nach einer Einstiegsphase auch mit dem statistischen Material zu beschäftigen. Auf diese Weise können die Lebenslagen der Menschen in Deutschland und im internationalen Vergleich kritisch zueinander in Beziehung gesetzt werden.

Anhand dieses Hintergrundwissens können bestehende Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung analysiert und weiterführende Lösungen erarbeitet werden. Zentral für eine differenzierte Betrachtung ist die Unterscheidung von absoluter und relativer Armut.

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler

  • können den Unterschied zwischen relativer und absoluter Armut erklären,
  • erkennen Diskriminierung aufgrund des sozialen Status im Alltag und in den Medien und werden dafür sensibilisiert,
  • kennen Lebenslagen von armen Menschen und gefährdeten Personengruppen in Deutschland,
  • verstehen die Aufgaben des Staates bei der Armutsbekämpfung,
  • können staatliche Maßnahmen zur Armutsbekämpfung auf nationaler und internationaler Ebene benennen und bewerten und
  • analysieren die Ursachen von Armut in Deutschland auf Grundlage von Daten und Fakten.
     

Methodisch-didaktische Hinweise

Als Einstieg können die Schülerinnen und Schüler überlegen, wo ihnen Armut beziehungsweise Reichtum im Alltag begegnet. Hier bieten sich verschiedene Formen des Brainstormings an, welche die Assoziationen der Schülerinnen und Schüler bündeln. Alternativ können die Schülerinnen und Schüler Zahlen und Fakten zur Armut anhand gängiger Armutsdefinitionen schätzen. Anschließend vergleichen sie ihre Schätzungen mit den statistischen Befunden.

Besonders sensibel sollte man vorgehen, wenn in der Klasse Jugendliche sind, deren Eltern Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohngeld oder Ähnliches erhalten. Dann sollte im Vorfeld eine Sensibilisierung der Klasse stattfinden. Es muss deutlich gemacht werden, dass Armut keine Folge von spezifischen Verhaltensweisen einer sogenannten Unterschichtenkultur ist, wie es beispielsweise verschiedene Medien gelegentlich vermitteln. Den Schülerinnen und Schülern sollte klar werden, dass die Massenmedien eine wichtige Rolle beim Aufbau beziehungsweise Abbau von Vorurteilen gegenüber armen Menschen spielen, und dass diese Rolle kritisch zu sehen ist.

Weiterhin können die Schülerinnen und Schüler Kontakt zu verschiedenen sozialen Einrichtungen und Hilfsorganisationen in ihrer Nähe knüpfen, beispielsweise zu den Tafeln, zur Arbeiterwohlfahrt oder zum Deutschen Roten Kreuz, aber auch zur Stadt oder Gemeinde. Die Schülerinnen und Schüler können sich dort über Maßnahmen und Projekte zur Armutsbekämpfung informieren und in einem weiteren Schritt sich an Mitmachaktionen beteiligen.

Anhand des Arbeitsblatts beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Definition und den Formen der Armut. Sie untersuchen, wie sich die soziale Ungleichheit in Deutschland entwickelt hat und wie die Teilhabechancen benachteiligter Menschen verbessert werden können. Das Schaubild vermittelt den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über Ursachen und Umfang der Armut in Deutschland.

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