Kompetenzerwartungen: Arbeitslosenversicherung

Die Zahl der Arbeitslosen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken, und die Erwerbstätigkeit befindet sich auf einem Höchststand. Im Jahr 2016 waren rund 2,7 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das ist der niedrigste Stand seit 25 Jahren. Ziel der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung ist es, die Betroffenen in Zeiten der Arbeitslosigkeit abzusichern. Das Arbeitsförderungsgesetz soll ihnen helfen, schnell wieder Arbeit zu finden.

Jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zahlt von seinem monatlichen Bruttogehalt einen Beitrag in die Arbeitslosenversicherung. Daraus ergeben sich für den Beschäftigten bestimmte Ansprüche. Diese sind im Arbeitsförderungsgesetz, im Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III), geregelt. Unter anderem sollen die Arbeitsmarktchancen für Arbeitslose verbessert werden. Die Vermittlung in Arbeit und Ausbildung hat grundsätzlich Vorrang vor der Zahlung von Arbeitslosengeld.

Die Bundesagentur für Arbeit setzt mit ihren örtlichen Arbeitsagenturen das SGB III in die Praxis um. Zu ihren Aufgaben gehören beispielsweise die Berufsberatung, die Vermittlung von Arbeitsstellen und Ausbildungsplätzen, Hilfen zur Verbesserung der Beschäftigungschancen und die Förderung der beruflichen Eingliederung. Die Bundesagentur für Arbeit wendet sich mit ihren Leistungen sowohl an Arbeitnehmer als auch an Arbeitgeber. Einige Leistungen wie die Berufsberatung oder die Ausbildungsvermittlung kann man auch ohne vorherige Beitragszahlung in Anspruch nehmen.

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler lernen die Regelungen des Arbeitsförderungsgesetzes kennen und wissen, welche Aufgaben die Bundesagentur für Arbeit hat. Sie erfahren, in welchen Fällen sie Unterstützung erhalten können.

Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Arbeitslosigkeit keine Randerscheinung ist, sondern jeden treffen kann. Sie lernen die individuellen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit kennen. Sie können die Leistungen der Arbeitslosenversicherung von der Grundsicherung für Arbeitsuchende, dem Arbeitslosengeld II, unterscheiden.

Methodisch-didaktische Hinweise

Arbeitslosigkeit nach der Schule ist für viele Jugendliche bedrohlich und wird für einige Realität werden. Den Schülerinnen und Schülern sollte Mut gemacht werden, die eigene Zukunft aktiv zu gestalten. Wichtig ist es deshalb, einen großen Praxisanteil und positive Beispiele in den Unterricht einzubauen. Die Schülerinnen und Schüler können lokale Beratungsangebote recherchieren und sollen zum eigenen Handeln und Gestalten des Unterrichts motiviert werden.

Weitere Einblicke in das Arbeitsleben erhalten die Jugendlichen durch Besuche im Berufsinformationszentrum, auf Berufsbildungsmessen und in Gesprächen mit Berufsberatern. Gute Ansatzpunkte sind auch eine Auswertung der lokalen Stellenanzeigen, Gespräche mit Personalleitern aus Unternehmen sowie Interviews mit Jugendlichen, die an Berufsorientierungsmaßnahmen teilnehmen oder teilgenommen haben.

Mithilfe des Arbeitsblatts beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Ursachen für Arbeitslosigkeit und deren Entwicklung in Deutschland. Das Schaubild bringt ihnen die wichtigsten Begriffe zur Arbeitslosigkeit näher.

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