Hintergrund: Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung gehört zum System der sozialen Sicherung in Deutschland. Die gesetzliche Unfallversicherung ist für die Versicherten beitragsfrei, die Kosten übernehmen allein die Arbeitgeber. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Verhütung von Unfällen am Arbeitsplatz und in der Schule sowie die Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren. Sie schützt die Versicherten vor den Folgen von Arbeitsunfällen, Schulunfällen, Wegeunfällen und Berufskrankheiten. Gleichzeitig schützt sie Arbeitgeber vor hohen Entschädigungsansprüchen einzelner Beschäftigter bei einem Arbeitsunfall.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung ist der Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie vertritt die eigentlichen Träger der gesetzlichen Unfallversicherung: die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

In der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sind rund 80 Millionen Menschen in Deutschland versichert. Geschützt sind Beschäftigte, Schülerinnen und Schüler, Studierende, ehrenamtlich Tätige, Pflegepersonen und andere. Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind bei den öffentlichen Unfallkassen, Landesunfallkassen oder Gemeindeunfallversicherungsverbänden versichert.

Weiterführende Informationen zur Unfallversicherung im Ehrenamt und in der Pflege finden Sie auf dem gleichnamigen Arbeitsblatt und Schaubild.

Was ist versichert?

Versichert sind Arbeitsunfälle, die den Beschäftigten während der Arbeit und auf Dienstwegen zustoßen, sowie Unfälle, die sich auf direktem Weg von und zur Arbeit ereignen. Dazu zählen auch nötige Umwege, etwa bei Fahrgemeinschaften, Umleitungen oder um die Kinder abzuholen oder wegzubringen. Die Art des Verkehrsmittels spielt keine Rolle. Des Weiteren sind Berufskrankheiten versichert, die bei einer bestimmten Personengruppe durch die berufliche Tätigkeit auffallend häufiger auftreten als bei der restlichen Bevölkerung. Der Gesetzgeber hat die Rahmenbedingungen hierfür in der Berufskrankheitenverordnung festgelegt.

Die Schülerunfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt auch Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen sowie Studierende. Unfallversichert sind alle Tätigkeiten innerhalb des rechtlichen und organisatorischen Verantwortungsbereichs der Schule und Hochschule. Dazu zählen unter anderem die Teilnahme am Unterricht, die Pausenzeiten, Schulausflüge, Auslandsfahrten, schulische Arbeitsgemeinschaften sowie Wege von und zur Bildungseinrichtung. Bei Berufsschülerinnen und Berufsschülern sind alle Tätigkeiten in Zusammenhang mit der Ausbildung im Betrieb bei der zuständigen Berufsgenossenschaft versichert.

Wenn ein Unfall passiert ist, kommt die Unfallversicherung für alle Leistungen auf, die zur Rehabilitation nötig sind. Nach einem schwerwiegenden Unfall zählen dazu:

  • die Übernahme der Kosten, die durch die Behandlung der Verletzungen entstehen, beispielsweise auch in speziellen Rehabilitationskliniken,
  • Fördermaßnahmen, damit die Schülerin beziehungsweise der Schüler den Schulabschluss erlangen kann,
  • die Vermittlung eines Rehabilitationsberaters, der die Verhandlungen mit der Bundesagentur für Arbeit, den Unternehmen, Berufsförderungswerken und anderen Stellen übernimmt, die zur schulischen und beruflichen Rehabilitation wichtig sind,
  • die Übernahme der Reisekosten, die zur Durchführung von Behandlungen oder der schulisch-beruflichen Rehabilitation nötig sind, sowie
  • die Zahlung einer Rente, falls die Schülerin oder der Schüler erwerbsgemindert ist.
     

Rehabilitation vor Rente

Wenn es trotz aller Bemühungen um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zum Unfall oder zur Berufskrankheit kommt, lautet der Grundsatz der gesetzlichen Unfallversicherung: Rehabilitation vor Rente. Das bedeutet: Die optimale medizinische Betreuung des Versicherten sowie seine berufliche und soziale Wiedereingliederung stehen stets im Vordergrund aller Bemühungen. Vollständig lautet der Merksatz: Prävention vor Rehabilitation vor Rente. Vorrangiges Ziel ist es also, Arbeitsunfälle und Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Eine Rente wird daher erst dann gezahlt, wenn alle sinnvollen und zumutbaren Rehabilitationsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Private Unfallversicherung und private Berufsunfähigkeitsversicherung

Risiken, die man in der Freizeit eingeht, deckt die gesetzliche Unfallversicherung nicht ab. Doch gerade in der Freizeit ist die Gefahr hoch, durch einen schweren Unfall teilweise invalide zu werden. Für solche Fälle kann man eine private Unfallversicherung abschließen. Die Leistung wird in der Regel in einer einmaligen Summe gezahlt und nicht in einer laufenden Rente.

Weitaus häufiger als durch Unfälle tritt Invalidität und Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Kräfteverfall ein. Den dadurch bedingten Verlust eines Berufs und damit des Arbeitseinkommens kann man mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung absichern. Im Schadensfall führt die private Berufsunfähigkeitsversicherung die bestehende Versicherung weiter und zahlt eine monatliche Rente, wenn dies vereinbart ist. Die Versicherungsleistung wird in der Regel bei einer mindestens fünfzigprozentigen Berufsunfähigkeit in der vereinbarten Höhe gezahlt.

Arbeitsschutz und Unfallverhütung

Wichtigste Aufgabe der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen ist es, arbeitsbedingte Unfälle, Krankheiten oder Gesundheitsgefahren gar nicht erst entstehen zu lassen. Gesetzliche Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften gewährleisten die Gesundheit und Arbeitskraft der Beschäftigten.

Weitere Informationen zum Thema Arbeitsschutz und Prävention finden Sie auf dem Arbeitsblatt und Schaubild zu Belastungen am Arbeitsplatz sowie auf dem Arbeitsblatt und Schaubild zu Arbeit und Gesundheit.

Schutz für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche müssen besonders vor Überforderungen und Schädigungen bei der Arbeit geschützt werden. Sie befinden sich noch in der Entwicklung und können nicht denselben Belastungen standhalten wie Erwachsene. Das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Kinderarbeitsschutzverordnung schaffen die rechtlichen Voraussetzungen, um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen durch vorbeugende Maßnahmen zu erhalten.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz schützt Jugendliche unter 18 Jahren als Auszubildende und Arbeitnehmer. Die Kinderarbeitsschutzverordnung schützt Kinder, die noch keine 15 Jahre alt sind. Für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die noch vollzeitschulpflichtig sind, gelten dieselben Bestimmungen wie für Kinder.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz regelt auch die Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen von Auszubildenden. Generell darf eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden bei einer Fünftagewoche von frühestens 6 Uhr bis spätestens 20 Uhr nicht überschritten werden. Ausnahmen gelten beispielsweise in der Landwirtschaft, im Hotelgewerbe, in Gaststätten, im Pflegebereich oder im Bäckerhandwerk. Weitere Regelungen betreffen die Schichtarbeit, die Pausenregelung oder Urlaubsansprüche. Nicht erlaubt sind Arbeiten mit Gefahrstoffen, gefährliche oder extrem belastende Arbeiten sowie Akkordarbeit.

Projekte und Wettbewerbe

Wettbewerb: Jugend will sich-er-leben

Der Wettbewerb richtet sich an berufsbildende Schulen. Er hat das Ziel, das Bewusstsein der Berufsschülerinnen und Berufsschüler für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu schärfen. Die teilnehmenden Schulen erhalten Unterrichtsmaterialien zu einem bestimmten Thema. Nach Abschluss des Unterrichtsthemas füllen die Schülerinnen und Schüler einen Fragebogen aus. Unter allen richtig beantworteten Fragebögen werden die jeweiligen Gewinner ausgelost. Der erste Preis ist mit 1.000 Euro prämiert. Veranstaltet und durchgeführt wird der Wettbewerb von den Arbeitskreisen für Arbeitssicherheit, die zu den Landesverbänden der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung gehören.

Weitere Informationen finden Sie unter www.jwsl.de.

Deutscher Arbeitsschutzpreis

Mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis werden Projekte zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Gesundheitsgefahren sowie zur menschengerechten Arbeitsgestaltung ausgezeichnet. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 40.000 Euro vergeben. Mit dem Preis wollen die Berufsgenossenschaften positive Beispiele aus der betrieblichen Prävention vorstellen und zur Nachahmung anregen. Der Deutsche Arbeitsschutzpreis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik sowie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Weitere Informationen finden Sie unter www.deutscher-arbeitsschutzpreis.de.

Deutscher Jugend-Arbeitsschutz-Preis

Mit dem Deutschen Arbeitsschutz-Preis werden Jugendliche ausgezeichnet, die mit innovativen Ideen und möglichst geringem Aufwand den Arbeitsschutz im eigenen Unternehmen verbessern. Teilnehmen können Berufsschülerinnen und Berufsschüler bis 24 Jahre. Die Teilnahme ist einzeln oder als Gruppe möglich. Für die ersten drei Platzierungen gibt es Preisgelder in Höhe von insgesamt 6.000 Euro. Träger des Deutschen Jugend-Arbeitsschutz-Preises ist die Fachvereinigung Arbeitssicherheit.

Weitere Informationen finden Sie unter www.jugend-arbeitsschutz-preis.de.

 

Stand Juni 2017

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Kommentare

Diese Seite hat mir sehr weiter geholfen ! Gute Inhalte für Schüler gut erklärt . Mit freundlichen Grüßen Jörg

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