Hintergrund: Jobben in den Ferien

Vor allem in den Sommerferien wollen viele Schülerinnen, Schüler und Studierende Geld verdienen. Mit einem Ferienjob möchten sie ihr Taschengeld aufbessern und zugleich praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln.

Klassiker bei Schülerinnen und Schülern sind beispielsweise das Austragen von Prospekten, Katalogen und Zeitungen, aber auch Arbeiten im privaten Umfeld wie Rasenmähen oder Babysitten. Weitere beliebte Ferienjobs bietet die Gastronomie: Kellnern, Ausfahren von Essensbestellungen oder Arbeiten in der Küche. Viele Ferienarbeitskräfte werden aber auch bei Unternehmen tätig, die externe Hilfe benötigen, weil Hochsaison ist oder viele Mitarbeiter im Urlaub sind. So hat beispielsweise das Baugewerbe im Sommer Hochsaison – dort gibt es zahlreiche Tätigkeiten, die kaum ein Anlernen erfordern. Auch Dienstleistungsbetriebe suchen gelegentlich Schülerinnen und Schüler oder Studierende, die während der Ferienzeit dabei helfen, Inventuren durchzuführen oder reguläre Arbeitskräfte temporär zu ersetzen.

Ferienjob finden: Eigeninitiative ist gefragt

Früher gab es einen traditionellen Markt für Ferienjobs, doch der Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt hat die Nachfrage der Unternehmen nach arbeitswilligen Schülerinnen und Schülern reduziert. Viele Aushilfstätigkeiten sind mittlerweile von so genannten Minijobbern besetzt. Da für Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung jedoch nicht der gesetzliche Mindestlohn gilt, sind Schülerinnen und Schüler dennoch für einige Tätigkeiten gefragt. Mit Eigeninitiative und Beziehungen hat man gute Chancen, eine Beschäftigung für die Ferienzeit zu finden. Gute Möglichkeiten sind:

  • Eltern, Verwandte und Bekannte bitten, sich in ihren Betrieben umzuhören.
  • Bei Unternehmen vor Ort nachfragen und gegebenenfalls eine kurze Initiativbewerbung abgeben. Wenn dann jemand kurzfristig gebraucht wird, kann die Firma auf die Bewerbung zurückgreifen.
  • In der lokalen Zeitung und in Ferienjobbörsen im Internet nach Ferienjobs suchen.
  • Nachbarn fragen, ob man sich zum Beispiel während des Urlaubs um den Garten oder die Katze kümmern soll.
  • Die Arbeitsagentur kann in der Regel kaum noch Ferienjobs für Schülerinnen und Schüler vermitteln. Sie ist eher eine Anlaufstelle für Studierende, da diese für die Arbeitgeber leichter zu beschäftigen sind und in der Regel schon über einen Führerschein verfügen.
     

Wer seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern will und den Alltag in einem anderen Land erleben möchte, kann sich auch um einen Ferienjob im Ausland bewerben. Institutionen wie die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland oder der British Council Germany helfen zum Beispiel bei der Vermittlung von Jobs im Ausland beziehungsweise in Großbritannien.

Servicenummer der Minijob-Zentrale zum Thema Minijobs/Ferienjobs:
(03 55) 2 90 27 07 99, Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr

oder online unter:
www.minijob-zentrale.de, E-Mail: minijob@minijob-zentrale.de

Wichtige Regelungen für Ferien- und Nebenjobs

Kinder und Jugendliche werden in Deutschland vor Arbeit geschützt, die für sie zu schwer oder ungeeignet ist, die sie gefährdet, die zu früh beginnt oder zu lange dauert. Die rechtlichen Grundlagen dafür bilden das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Kinderarbeitsschutzverordnung. Wer noch keine 15 Jahre alt ist, gilt vor dem Gesetz als Kind. Die Kinderarbeitsschutzverordnung enthält besondere Regelungen für die Beschäftigung von Kindern im Alter von 13 und 14 Jahren. 15- bis 17-Jährige gelten als Jugendliche. Für sie gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz. Generell ist eine regelmäßige und dauerhafte Beschäftigung von Kindern und vollzeitschulpflichtigen Jugendlichen in Deutschland verboten. Das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Kinderarbeitsschutzverordnung lassen Ausnahmen nur für kurzzeitige, leichte und für Jugendliche und Kinder geeignete Arbeiten zu.

Generell ist die Beschäftigung von Kindern und vollzeitschulpflichtigen Jugendlichen in Deutschland verboten. Das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Kinderarbeitsschutzverordnung lassen Ausnahmen nur für kurzzeitige, leichte und für Jugendliche und Kinder geeignete Arbeiten zu.

13 und 14 Jahre

Kinder dürfen zwei Stunden täglich leichte Aushilfsjobs wie Prospekte verteilen, Babysitten oder Zeitungen austragen übernehmen, allerdings nicht vor oder während der Schule und abends nicht nach 18 Uhr. Die Arbeit darf die Gesundheit nicht gefährden und den Schulbesuch oder die schulischen Leistungen nicht einschränken. Grundsätzlich müssen die Eltern ihre Zustimmung geben.

15 bis 17 Jahre

Jugendliche dürfen bis zu acht Stunden an Werktagen arbeiten, maximal 40 Stunden in der Woche und 20 Arbeitstage Vollzeit im Jahr. Gearbeitet werden darf zwischen 6 und 20 Uhr, wobei nach Arbeitsende eine ununterbrochene Freizeit von mindestens zwölf Stunden bis zum erneuten Arbeitsbeginn gewahrt werden muss. Samstage und Sonntage sind tabu. Schwere Lasten schleppen oder gefährliche Arbeiten sind ebenso verboten wie regelmäßige Tätigkeiten bei Hitze, Kälte, Nässe oder Lärm. Außerdem muss ab einer Arbeitszeit von 4 1/2 Stunden 30 Minuten pausiert werden. Bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden, brauchen Jugendliche eine Pause von mindestens 60 Minuten. Allerdings gibt es für Jugendliche ab 16 Jahren Ausnahmen – beispielsweise für Beschäftigungen in Gaststätten, Bäckereien oder Krankenhäusern.

Ab 18 Jahre

Schülerinnen und Schüler sowie Studierende dürfen bis zu 70 Tage im Jahr in einem Ferienjob, einer sogenannten kurzfristigen Beschäftigung, arbeiten. Das kann bei einer Fünftagewoche drei Monate am Stück oder 70 Tage verteilt auf das Jahr sein. Alles, was darüber hinausgeht, ist kein Ferienjob beziehungsweise keine kurzfristige Beschäftigung mehr.

Arbeitsrechte im Ferienjob

Auch Ferienjobber haben Arbeitnehmerrechte, zum Beispiel Anspruch auf Pausen, Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und so weiter. Ein Ferienjob ist ein befristetes Arbeitsverhältnis, eine sogenannte kurzfristige Beschäftigung. Die gesetzlichen Regelungen, Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen sind hierfür ebenso gültig sind wie für einen normalen Job.

Weiterführendes dazu ist bei den Hintergundinformationen Arbeitsrecht zu finden.

Sozialversicherungsfreiheit

Für Ferienjobs beziehungsweise kurzfristige Minijobs und kurzfristige Beschäftigungen, die auf maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet sind, müssen keine Beiträge in die gesetzliche Sozialversicherung eingezahlt werden, weder vom Beschäftigten noch vom Arbeitgeber. Dies gilt für alle Zweige der gesetzlichen Sozialversicherung, also die Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Unfallversicherung.

Obwohl Ferienjobs sozialversicherungsfrei sind, müssen Schülerinnen und Schüler oder Studierende dennoch vom Arbeitgeber bei der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See angemeldet und abgemeldet werden. Über den Arbeitgeber sind sie unfallversichert. Die Beiträge zu dieser Pflichtversicherung muss der Arbeitgeber an die zuständige Berufsgenossenschaft zahlen. Bei einem Arbeitsunfall übernimmt der Unfallversicherungsträger den Schaden.

Lohnsteuerpflicht

Ferienjobs sind lohnsteuerpflichtig. Da Schülerinnen und Schüler aber in der Regel nur ein geringes Gehalt beziehen, bleiben sie entweder steuerfrei oder können die gezahlte Steuer bei einem Lohnsteuerjahresausgleich zurückerhalten. Lohnsteuer wird erst ab einem Einkommen von 9.168 Euro pro Jahr fällig (Stand 2019). Außerdem muss ein Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro sowie ein Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro berücksichtigt werden.

Eine zweite Möglichkeit ist die Pauschalbesteuerung. Hier zieht der Arbeitgeber einen pauschalen Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer vom Lohn ab. Der Ferienjobber kann die Steuern aber am Ende des Jahres nicht vom Finanzamt zurückfordern. Voraussetzungen für die Pauschalbesteuerung sind, dass

  • der Job nur gelegentlich, also nicht regelmäßig ist,
  • die Beschäftigung nicht mehr als 18 zusammenhängende Arbeitstage andauert,
  • der Stundenlohn nicht mehr als zwölf Euro beträgt und
  • der Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer durchschnittlich 68 Euro je Arbeitstag nicht übersteigt.
     

Eine Lohnsteuerkarte wird nicht mehr benötigt, sie wurde zum 1. Januar 2013 durch die elektronische Lohnsteuerkarte ersetzt. Unter dem Namen Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale, abgekürzt ELStAM, werden künftig alle Daten für den Lohnsteuerabzug zwischen Finanzämtern, Unternehmen und Arbeitnehmern digital übermittelt.

Arbeitslosengeld II: Einkommen aus Ferienjob bis 1.200 Euro anrechnungsfrei

Seit dem Jahr 2010 sind 1.200 Euro pro Kalenderjahr anrechnungsfrei. Jugendliche, deren Eltern Arbeitslosengeld II erhalten, dürfen also dazu verdienen, ohne dass die Ferienarbeit mit dem Arbeitslosengeld II der Eltern verrechnet wird. Die Regel gilt für die Arbeit in den Schulferien mit einem Zeitraum von bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr.

Von der Regelung profitieren Jugendliche, die eine allgemeinbildende oder berufsbildende Schule besuchen und kein eigenes Einkommen haben. Ausnahme: Diese Regel gilt nicht für Jugendliche, die in den letzten Ferien nach Abschluss der Schule einem Ferienjob nachgehen und danach keine berufsbildende Schule, sondern ein Studium, eine betriebliche Ausbildung oder einen regulären Job aufnehmen.

Minijob bis 450 Euro

Wird mehr als 70 Tage im Jahr gearbeitet, dann gilt dies nicht mehr als Ferienjob oder kurzfristige Beschäftigung. Wenn der monatliche Lohn nicht mehr als 450 Euro beträgt, handelt es sich um eine sogenannte geringfügige Beschäftigung, auch Minijob genannt. Minijobber zahlen keine Abgaben. Die fälligen Sozialversicherungsbeiträge und eine Pauschalsteuer trägt allein der Arbeitgeber.

Gewerbliche Arbeitgeber zahlen insgesamt rund 31 Prozent: pauschal 15 Prozent für die gesetzliche Rentenversicherung, 13 Prozent für die gesetzliche Krankenkasse und 2 Prozent Lohnsteuer. Dazu kommen 0,9 Prozent Umlagen nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz und 0,19 Prozent nach dem Mutterschutzgesetz sowie gegebenenfalls 0,06 Prozent Insolvenzgeldumlage.

Arbeitgeber in privaten Haushalten zahlen insgesamt knapp 15 Prozent: 5 Prozent Krankenversicherungsbeitrag und 5 Prozent Rentenversicherungsbeitrag, 2 Prozent Lohnsteuer, 1,6 Prozent Unfallversicherungsbeitrag sowie 0,9 Prozent Umlagen nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz und 0,19 Prozent nach dem Mutterschutzgesetz. Der Beitrag zur Krankenversicherung ist vom Arbeitgeber im privaten Haushalt nur dann zu zahlen, wenn der Minijobber in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist.

Minijobber im gewerblichen Bereich zahlen einen Eigenanteil von 3,6 Prozent zur Rentenversicherung, Minijobber in Privathaushalten 13,6 Prozent. Auf diese Weise sammeln sie Anrechnungszeiten für eine spätere Rente und können auch eine Riester-Förderung beanspruchen. Möchten sie den Eigenanteil nicht zahlen, können sie sich durch schriftliche Mitteilung an ihren Arbeitgeber von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreien lassen.

Bei mehreren parallelen Minijobs rechnet das Finanzamt zusammen, das heißt es dürfen insgesamt nicht mehr als 450 Euro pro Monat beziehungsweise 5.400 Euro pro Jahr verdient werden, sonst sind Sozialabgaben und Steuern für jeden einzelnen Minijob fällig. Überraschende Mehrarbeit beispielsweise im Sinne einer Krankheitsvertretung bis zu dreimal innerhalb von zwölf Monaten gilt jedoch als Ausnahmefall. Hier ist ein höherer Jahresverdienst erlaubt.

Midijob von 450,01 bis 850 Euro (ab Juli 2019 auf 1.300 Euro erhöht)

Wer monatlich über 450 Euro und unter 850 Euro verdient, gilt als Midijobber oder Niedriglohnjobber. Der Bereich zwischen 450,01 Euro und 850 Euro wird auch als Gleitzone bezeichnet. Löhne innerhalb der Gleitzone sind sozialversicherungspflichtig. Die Gleitzonenregelung hat den Vorteil, dass sie den Arbeitnehmeranteil bei der Sozialversicherung verringert. Das bedeutet, dass er nur einen abgestuften Anteil der Beiträge abführen muss. Ab dem 1. Juli 2019 wird die Gleitzone zu einem „Übergangsbereich“ und die bisherige Grenze von 850 Euro auf 1.300 Euro erhöht. Zudem wird sichergestellt, dass geringere Rentenversicherungsbeiträge nicht zu niedrigeren Rentenleistungen führen.

Es besteht Sozialversicherungspflicht, wenn ein Arbeitnehmer regelmäßig für ein monatliches Arbeitseinkommen innerhalb dieser Gleitzone beschäftigt ist. Der Arbeitnehmerbeitrag steigt mit zunehmenden Einkommen von rund 11 Prozent bis auf die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge an. Der Beitragsbemessung wird hierbei ein reduziertes Gehalt zugrunde gelegt. Der Midijobber kann darauf auch verzichten und den Beitrag zur Rentenversicherung entsprechend seinem tatsächlichen Gehalt zahlen. Auf diese Weise kann er höhere Rentenanwartschaften sammeln. Die Regelung zur Gleitzone gilt nicht für Auszubildende. Der Arbeitgeber zahlt grundsätzlich den vollen Arbeitgeberanteil, also die Hälfte der Sozialabgaben, zurzeit durchschnittlich rund 20 Prozent.

Freiwilligendienste

Wer nicht nur einen kurzfristigen Ferienjob sucht, sondern sich längerfristig für eine gute Sache einsetzen möchte, für den kann ein Freiwilligendienst genau das Richtige sein. Bei einem Freiwilligendienst engagiert man sich für eine bestimmte Zeit in einer gemeinnützigen Einrichtung, Organisation oder in einem Projekt im Inland oder Ausland. Dabei kann man erste Erfahrungen in der Berufswelt sammeln und wichtige Kompetenzen und Kenntnisse erwerben, die am Arbeitsmarkt gefragt sind.

Das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr sind vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Freiwilligendienste. Wer einen Freiwilligendienst machen möchte, muss die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, unter 27 Jahre alt sein und in der Regel zwölf Monate seiner Zeit zur Verfügung stellen. Während des Freiwilligendienstes wird ein Taschengeld gezahlt und je nach Einsatzstelle auch Unterkunft und Verpflegung gestellt. Das Taschengeld ist bis zu einem Betrag von 402 Euro steuerfrei.

Freiwilligendienstleistenden stehen vielfältige Einsatzbereiche im Inland und Ausland offen. Das Freiwillige Soziale Jahr kann zum Beispiel in Einrichtungen der Kinderarbeit und Jugendarbeit, der Altenhilfe und Behindertenhilfe oder in den Bereichen Kultur, Sport und Denkmalpflege absolviert werden. Im Freiwilligen Ökologischen Jahr kann man sich bei Naturschutzmaßnahmen, bei der Landschaftspflege oder bei Maßnahmen der Umweltbildung einbringen. Mögliche Einsatzstellen sind Forstämter, Vogelschutzwarten oder Umweltämter.

Im Bundesfreiwilligendienst kann sich jeder freiwillig für gemeinnützige Zwecke innerhalb Deutschlands engagieren. Voraussetzung ist, dass die Pflichtschulzeit abgeschlossen ist. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht. Freiwillige können im sozialen, ökologischen oder kulturellen Bereich, in der Integration oder im Zivilschutz Erfahrungen sammeln. Normalerweise dauert der Bundesfreiwilligendienst zwölf Monate, mindestens aber sechs und höchstens 24 Monate. Als Freiwilliger erhält man ein Taschengeld von bis zu 402 Euro.

Alle, die einen Freiwilligendienst leisten, sind gesetzlich sozialversichert. Die Beiträge für die Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung und Unfallversicherung leisten die Träger und/oder die Einsatzstelle. Die Zeit des Freiwilligendienstes wird außerdem bei der Altersvorsorge angerechnet, und die Eltern erhalten weiterhin Kindergeld.

Au-pair

Au-pair kommt aus dem Französischen und bedeutet auf Gegenseitigkeit, das heißt beide Seiten sollten aus dem Au-pair-Verhältnis einen Nutzen ziehen. Au-pair-Beschäftigte leben in einer Gastfamilie im Ausland und helfen bei der Kinderbetreuung und im Haushalt mit. Als Gegenleistung erhalten sie freie Unterkunft, Verpflegung und ein Taschengeld. Au-pair ist eine gute Möglichkeit, Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern, Land und Leute intensiv kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Wer eine Au-pair-Stelle sucht, sollte zwischen 18 und 30 Jahre alt sein, mindestens sechs Monate Zeit haben und Erfahrung in der Kinderbetreuung besitzen. Empfehlenswert ist die Vermittlung über eine Au-pair-Agentur, denn sie wählt die Gastfamilien sorgfältig aus und hilft, wenn es Probleme geben sollte. Die Agenturen informieren außerdem ausführlich über Art und Umfang der geforderten Tätigkeit, die Details des Arbeitsvertrags, gesetzliche Formalitäten und Sprachschulen.

In vielen Ländern gibt es gesetzliche Regelungen für Au-Pair-Beschäftigte, die zum Beispiel die Höhe des Taschengeldes, die Krankenversicherung beziehungsweise Sozialversicherung und die Arbeitszeiten und Urlaubszeiten festlegen. Je nach Land können diese Bestimmungen jedoch unterschiedlich aussehen. Daher sollte man sich unbedingt schon bei der Planung einer Au-pair-Beschäftigung über die Bedingungen im Gastland informieren.

Praktikum: Sprungbrett in den Beruf

Das Praktikum bietet die Chance, ein Berufsumfeld, das einen interessiert, näher kennenzulernen und theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. Doch nicht nur das: Es ist auch eine Gelegenheit, wichtige Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder Kritikfähigkeit, Durchsetzungskraft oder kommunikative Fähigkeiten zu trainieren und wertvolle Kontakte zu knüpfen, die im späteren Berufsleben einmal wichtig sein könnten.

Im Gegensatz zum normalen Ferienjob, der in erster Linie auf das Geldverdienen ausgerichtet ist, soll ein Praktikum als Teil der schulischen oder universitären Ausbildung vorrangig dem Erwerb beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten dienen. Dabei unterscheidet man zwischen Pflichtpraktika, die in den Ausbildungsverordnungen von Fachschulen, Hochschulen oder allgemeinbildenden Schulen vorgeschrieben sind, und freiwilligen Praktika zur Abrundung der eigenen Qualifikation. Pflichtpraktika sind generell sozialabgabenfrei. Für alle Praktika gelten die aktuellen arbeitsrechtlichen Vorschriften.

Schüler, die ein Schülerpraktikum (in der Regel in der 9. Klasse als Orientierungshilfe zur Berufswahl) machen, erhalten keine Vergütung und bleiben während des Praktikums Schüler ihrer Schule. Sie sind weder Arbeitnehmer noch Auszubildende. Das bedeutet, dass es sich bei einem  Schülerpraktikum um eine Schulveranstaltung handelt, bei der der Unterrichtsort in den Betrieb verlegt wird. Auch für Praktika gelten die aktuellen Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

 

Stand Juli 2019

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