Hintergrund: Berufswahl

Zurzeit gibt es 326 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe und mehr als 18.700 Studiengänge an 399 deutschen Hochschulen. Diese große Vielfalt macht die Wahl schwierig. Je klarer man sich über die eigenen Wünsche und Stärken ist und je besser man über die beruflichen Möglichkeiten Bescheid weiß, desto einfacher lässt sich ein Weg einschlagen. Auf Hilfe und Beratung von Experten sollte man in dieser wichtigen Phase unbedingt zurückgreifen.

Beratung und Unterstützung

Die Arbeitswelt ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Junge Menschen müssen stärker Eigeninitiative entwickeln und benötigen Begleitung und Hilfe beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit berät Jugendliche mit ihren speziellen Fragen und Problemen, bietet Orientierung und gewährt bei Bedarf finanzielle Hilfen.

Das Berufsinformationszentrum der örtlichen Arbeitsagentur hält für Jugendliche eine vielfältige Medienauswahl und ein umfangreiches Veranstaltungsangebot zu den Themen Ausbildung, Studium und Beruf bereit. Jugendliche erhalten dort Informationsmappen, Bücher und Zeitschriften. Außerdem können sie an Computerarbeitsplätzen in den Datenbanken der Bundesagentur für Arbeit nach Berufen, Ausbildungsplätzen, offenen Stellen und Weiterbildungsmöglichkeiten recherchieren.

Ausbildungswege

Betriebliche Berufsausbildung

Industrie, Handel, Handwerk, freie Berufe und öffentliche Verwaltung in Deutschland bilden im dualen System aus: Die praktische Arbeit im Betrieb wird durch den Besuch einer fachlich zugeordneten Berufsschule theoretisch begleitet.

Dieses System sichert der Wirtschaft einen arbeitsmarktnah ausgebildeten Fachkräftenachwuchs und gilt weltweit als ein vorbildliches Modell. Die Auszubildenden erhalten eine tariflich festgelegte Ausbildungsvergütung und sind in der gesetzlichen Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung versichert.

Die Ausbildungsordnungen der staatlich anerkannten Ausbildungsberufe werden jedes Jahr überprüft und gegebenenfalls an neue Anforderungen angepasst. Bei entsprechendem Bedarf werden auch neue Berufe eingeführt.

Einen Überblick über neue und modernisierte Ausbildungsberufe bietet das Bundesinstitut für Berufsbildung.

Schulische Berufsausbildung

Neben diesen dualen, betrieblichen Ausbildungen gibt es auch schulische Ausbildungen an Berufsfachschulen oder Berufskollegs. Die meisten Ausbildungen sind je nach Bundesland unterschiedlich geregelt, beispielsweise bei Erziehern. Andere werden nach bundeseinheitlichen Regelungen ausgebildet wie Gesundheits- und Krankenpfleger.

Die schulische Ausbildung wird sowohl von staatlichen als auch von privaten Schulen angeboten. Praktika ergänzen den Schulunterricht. In der Regel enden diese Ausbildungen nach der Abschlussprüfung mit einem anerkannten Berufsabschluss.

Beamtenausbildung

Zu Beginn einer Laufbahn im öffentlichen Dienst steht die Entscheidung für eine Fachrichtung, zum Beispiel Polizei, Feuerwehr, Gewerbeaufsicht, Kommunalverwaltung, Finanzverwaltung, Zollverwaltung oder Steuerverwaltung.

Die Anwärter werden direkt bei der jeweiligen Behörde und an zentralen Schulen ausgebildet. Die Ausbildungsdauer liegt zwischen einem Jahr und drei Jahren, je nachdem, ob die mittlere oder die gehobene Laufbahn eingeschlagen wird.

Weitere Informationen finden Sie unter www.wir-sind-bund.de.

Über ein Studium zum Beruf

Hochschule

Wer an einer deutschen Universität studieren will, benötigt in der Regel die Allgemeine Hochschulreife, also das Abitur. Wer an einer Fachhochschule studieren will, muss die Fachhochschulreife, das sogenannte Fachabitur, haben. Bei vielen Studiengängen gibt es bundesweite oder lokale Zulassungsbeschränkungen.

Wer keine Hochschulreife besitzt, kann über den sogenannten dritten Bildungsweg unter bestimmten Voraussetzungen an einer Hochschule studieren. Diese Möglichkeit bietet sich vor allem für Berufstätige mit mehrjähriger Berufserfahrung oder bestandener Meisterprüfung an.

Ein Studium besteht aus dem Besuch von Vorlesungen, Übungen und Seminaren sowie dem Selbststudium. Abgefragt wird das Wissen durch Hausarbeiten, Klausuren, mündliche Prüfungen und die Erstellung einer schriftlichen Abschlussarbeit.

Duales Studium

Eine Ausbildung an einer Berufsakademie verbindet eine dreijährige praktische Ausbildung mit einem theoretischen Studium und wird deswegen auch als Duales Studium bezeichnet. Sie ist eine Alternative zum Hochschulstudium.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.studienwahl.de.

Fördermöglichkeiten und Programme

Arbeitsförderung

Die Bundesagentur für Arbeit bietet Arbeitnehmern, Auszubildenden und Arbeitsuchenden Unterstützung und Beratung. Sie berät zum Beispiel bei der Suche nach einem geeigneten Beruf und einem Ausbildungsplatz, vermittelt bei Schwierigkeiten mit dem Ausbildungsbetrieb, fördert notwendige Berufswechsel und vermittelt Arbeitsstellen. Nach längerer Krankheit bietet sie Leistungen zur beruflichen Eingliederung und fördert die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.arbeitsagentur.de.

Berufsausbildungsbeihilfe

Auszubildende können von der Agentur für Arbeit eine Berufsausbildungsbeihilfe erhalten, zum Beispiel wenn sie nicht mehr bei ihren Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt ist. Die Höhe richtet sich nach der Art der Unterkunft, der Höhe der Ausbildungsvergütung und dem Jahreseinkommen der Eltern. Die Berufsausbildungsbeihilfe ist eine Pflichtleistung der Arbeitsförderung.

Wer an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teilnimmt, kann ebenfalls eine Berufsausbildungsbeihilfe erhalten. Voraussetzung ist, dass die Vollzeitschulpflicht erfüllt ist und die Maßnahme auf eine Ausbildung vorbereitet oder der beruflichen Eingliederung dient. Die Beihilfe ist einkommensunabhängig und wird auch gewährt, wenn die Jugendlichen noch zu Hause wohnen. Die Arbeitsagentur zahlt einen Pauschalbetrag für Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Kosten für Lernmittel und Arbeitskleidung.

Über die Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung können Jugendliche auch Leistungen aus dem Vermittlungsbudget erhalten. Dafür müssen sie bei der Agentur für Arbeit als Ausbildungssuchende registriert sein.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.arbeitsagentur.de.

Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz ermöglicht jungen Menschen eine Ausbildung, wenn sie oder ihre Eltern dazu nicht die nötigen finanziellen Mittel haben. Anspruch auf BAföG haben Auszubildende an Berufsfachschulen, Fachschulen und Fachoberschulen. Das Gleiche gilt für Jugendliche, die ihren Schulabschluss im zweiten Bildungsweg an Abendhauptschulen, Abendrealschulen oder Abendgymnasien nachholen. Gefördert werden außerdem Studierende an höheren Schulen, Fachakademien und Universitäten. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Ausbildungszeiten im Ausland gefördert werden. Schülerinnen und Schüler müssen ihre Ausbildungsförderung nicht zurückzahlen, Studierende nur die Hälfte des Förderbetrags.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bafög.de.

Kindergeld

Kindergeld soll die zusätzlichen Kosten abdecken, die Eltern für ihre Kinder aufbringen müssen. Es wird in der Regel so lange gezahlt, wie das Kind zur Schule geht, einen Beruf erlernt oder studiert, maximal jedoch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs. Wenn das Kind volljährig ist und nicht mehr zu Hause wohnt, oder die Eltern ihrer Unterhaltspflicht nicht bzw. nicht ausreichend nachkommen, kann das Kind selbst Kindergeld beantragen. Es wird dem Kind dann direkt ausgezahlt. Das Kindergeld beträgt 192 Euro pro Kind und Monat. Ab dem dritten Kind erhöht es sich auf 198 Euro, ab dem vierten auf 223 Euro (Stand 2017). Kindergeld ist eine pauschale Leistung und nicht einkommens- oder vermögensabhängig.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.arbeitsagentur.de.

Wohngeld

Wohngeld hilft einkommensschwachen Mietern von Wohnungen und Eigentümern von selbst genutztem Wohnraum, die Wohnkosten zu tragen. Die Bewilligung von Wohngeld und dessen Höhe hängen von der Anzahl der Haushaltsmitglieder, der Miet- oder Belastungshöhe sowie dem monatlichen Gesamteinkommen aller Haushaltsmitglieder ab. Zudem gelten je nach Lage des Objekts unterschiedliche Mietstufen. Das heißt, in Ballungsräumen werden höhere Mieten und Belastungen veranschlagt als in ländlichen, strukturschwachen Gebieten. Anträge auf Wohngeld müssen bei der Wohngeldbehörde der zuständigen Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung gestellt werden. Ihre Bewilligung erfolgt in der Regel für zwölf Monate.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bmub.bund.de.

Bildungsketten

Bildungsketten ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der Bundesagentur für Arbeit. Sie unterstützt Schülerinnen und Schüler dabei, den Übergang von der Schule in die Berufswelt zu schaffen. Ziel ist es, Jugendliche bereits in der Schule und während der Ausbildung effizient zu fördern, um den Abbruch der Schulausbildung oder beruflichen Ausbildung zu vermeiden. Die Initiative kombiniert verschiedene Förderinstrumente wie die Potenzialanalyse ab der 7. Klasse, die praktische Berufsorientierung in der 8. Klasse, die Berufseinstiegsbegleitung und ehrenamtliches Coaching bei Problemen während der Ausbildung.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bildungsketten.de.

Das Förderprogramm JOBSTARTER plus

Mit dem Programm JOBSTARTER plus will die Bundesregierung die Ausbildungsstruktur verbessern, zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze in Problemregionen gewinnen und den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf erleichtern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert beispielsweise Projekte in Branchen und Unternehmensgruppen, die sich bisher nur wenig an der Ausbildung beteiligen. Insbesondere die Ausbildungsbereitschaft kleiner und mittlerer Unternehmen soll erhöht werden. Die Europäische Union unterstützt JOBSTARTER plus mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Damit sollen die Gleichberechtigung der Geschlechter, die Nichtdiskriminierung und die Nachhaltigkeit gefördert werden.

Die neue Förderperiode läuft von 2014 bis 2020. JOBSTARTER plus baut auf dem Vorgängerprogramm JOBSTARTER auf, welches von 2006 bis 2013 durchgeführt wurde. In diesem Zeitraum wurden Fördergelder in Höhe von 96 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, einschließlich Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds. Seitdem sind rund 63.000 zusätzliche Ausbildungsplätze entstanden. Seit 2015 laufen 51 Projekte im neuen Programm JOBSTARTER plus. 2016 starteten weitere 34 Projekte. Im Juli und August 2017 beginnen voraussichtlich weitere 20 Projekte. Das BMBF und der Europäische Sozialfonds stellen für JOBSTARTER plus rund 108 Millionen Euro bereit. Zuständig für die Umsetzung von JOBSTARTER ist das Bundesinstitut für Berufsbildung.

Weitere Informationen finden Sie unter www.jobstarter.de.

Einstiegsqualifizierung und Einstiegsqualifizierung Plus

Das Programm Einstiegsqualifizierung richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre, die keine Ausbildungsstelle gefunden haben. Die Einstiegsqualifizierung ist eine Art ausbildungsvorbereitendes Praktikum, durch das die Teilnehmer Grundkenntnisse eines Berufs im Betrieb kennenlernen. Das Programm dauert zwischen sechs und zwölf Monate und endet mit einem Kammerzertifikat. Eine Übernahme in eine Ausbildung sollte vom Unternehmen angestrebt werden. Die Arbeitsagentur erstattet den Arbeitgebern die Vergütung der Einstiegsqualifizierung von 231 Euro monatlich zuzüglich der pauschalisierten Sozialversicherungsbeiträge. Seit 2007 ist die Förderung der Einstiegsqualifizierung als Arbeitgeberleistung gesetzlich verankert.

Mit dem Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt sind im Jahr 2012 verschiedene Änderungen in Kraft treten. Die Einstiegsqualifizierung bleibt als Regelleistung erhalten. Darüber hinaus bietet die Wirtschaft seitdem die Einstiegsqualifizierung Plus speziell für förderungsbedürftige Jugendliche an. Die Unternehmen wollen jährlich 10.000 Plätze bereitstellen. Zu den gezielten Unterstützungsangeboten gehören:

  • ausbildungsbegleitende Hilfen einschließlich sozialpädagogischer Begleitung, die von der Bundesagentur für Arbeit und Trägern der Grundsicherung finanziert werden,
  • ergänzende berufsschulische Angebote, um schulische Defizite abzubauen,
  • Betreuung durch teils ehrenamtliche Mentorenprogramme und Patenprogramme, gegebenenfalls Fortsetzung der Betreuung durch Berufseinstiegsbegleiter sowie
  • betriebliche Nachhilfemaßnahmen oder vergleichbare private Unterstützungsmaßnahmen zur Förderung schwächerer Jugendlicher, beispielsweise über Stiftungen, Verbände oder Kammern.
     

Weitere Informationen finden Sie unter www.arbeitsagentur.de.

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Ausbildungsbegleitende Hilfen sollen förderungsbedürftigen jungen Menschen eine betriebliche  Berufsausbildung ermöglichen. Förderungsbedürftig sind Auszubildende, die ohne Förderung eine Berufsausbildung oder Einstiegsqualifizierung nicht beginnen, fortsetzen oder erfolgreich beenden könnten. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Zweitausbildung mit ausbildungsbegleitenden Hilfen zu fördern, wenn diese zu einer dauerhaften Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist.

Für junge Menschen in einer Einstiegsqualifizierung sollen ausbildungsbegleitende Hilfen den erfolgreichen Abschluss der Einstiegsqualifizierung ermöglichen, und die Chancen auf einen Übergang in eine anschließende Berufsausbildung verbessern. Hilfestellung gibt es bei zum Beispiel bei Wissenslücken und Lernschwierigkeiten, bei Sprachproblemen und bei Problemen im sozialen Umfeld, im Betrieb oder mit Prüfungen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.arbeitsagentur.de.

Assistierte Ausbildung

Durch die sogenannte Assistierte Ausbildung sollen mehr junge Menschen zu einem erfolgreichen Abschluss in der betrieblichen, dualen Berufsausbildung geführt werden. Zielgruppe sind lernbeeinträchtige und sozial benachteiligte Jugendliche sowie junge Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund, die bisher nur außerbetrieblich ausgebildet werden konnten. Auch geflüchtete Jugendliche sollen verstärkt unterstützt werden, um sie erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die geförderten Jugendlichen erhalten Unterstützung wie Bewerbungstrainings und Praktika in der Vorbereitungsphase, Nachhilfe, Beratung, Hilfen zur Lebensbewältigung und finanzielle Unterstützung in der Ausbildung.

Zur Umsetzung dieser Ziele wurde im Dezember 2014 von der Bundesregierung, Spitzenverbänden der Wirtschaft, Gewerkschaften, den Bundesländern und der Bundesagentur für Arbeit eine Allianz für Aus- und Weiterbildung geschlossen. Sie löst den bisherigen Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs ab. Die Partner der neuen Allianz wollen gemeinsam die berufliche Bildung stärken. Die Initiative läuft bis zum Ausbildungsjahr 2018/2019.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie unter www.aus-und-weiterbildungsallianz.de.

Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung

Wenn Jugendliche oder junge Erwachsene trotz intensiver Bemühungen keine Lehrstelle finden, dann können sie unter bestimmten Umständen eine Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung absolvieren. Dieses Ausbildungsangebot richtet sich an lernbeeinträchtige und sozial benachteiligte junge Menschen. Das können beispielsweise Ausbildungsabbrecher, Aussiedler sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund und Sprachschwierigkeiten sein. Auch junge Erwachsene mit Behinderung können eine Berufsausbildung an einer außerbetrieblichen Einrichtung absolvieren.

Während der Ausbildung durchlaufen die Teilnehmer mehrwöchige Betriebspraktika. Ziel ist es, die Ausbildung möglichst nach einem Jahr in einem regulären Betrieb fortzusetzen. Zum Teil erfolgt die Ausbildung daher auch in direkter Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben, im sogenannten kooperativen Modell. Die fachtheoretische Ausbildung findet dann in berufsschulischer Form statt. Sozialpädagogische Fachkräfte unterstützen die jungen Erwachsenen durch zusätzliche Unterweisung, Förderung und Betreuung.

Berufsvorbereitungsjahr

Das Berufsvorbereitungsjahr soll Jugendlichen den Eintritt in das Berufsleben erleichtern. Es wird überwiegend an Berufsschulen angeboten. Zielgruppen sind vor allem Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss oder Abgänger von Förderschulen. Den Schwerpunkt des Berufsvorbereitungsjahrs bildet fachpraktischer Unterricht in ein oder zwei Berufsfeldern, ergänzt durch fachtheoretischen und berufsfeldübergreifenden Unterricht. Besondere Angebote gibt es für ausländische Jugendliche, die Kurse zur Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse vorsehen.

In einigen Bundesländern ist das Berufsvorbereitungsjahr Pflicht für alle, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Es schließt mit einer Prüfung ab. Durch eine Zusatzprüfung können die Teilnehmer den Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsabschluss erwerben.

Berufsgrundbildungsjahr

Das Berufsgrundbildungsjahr kann sowohl in Vollzeit als auch im dualen System absolviert werden. Ziel ist die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten in einem ganzen Berufsfeld. Viele unterschiedliche Berufsfelder stehen zur Auswahl.

Das Berufsgrundbildungsjahr kann auf die Ausbildung angerechnet werden, wenn der spätere Beruf dem Berufsfeld entspricht. Es ist durch die Schulgesetze und Lehrpläne der Bundesländer geregelt. Meist besteht auch hier die Möglichkeit, einen Hauptschulabschluss zu erwerben, bei entsprechenden Zusatzprüfungen auch einen Realschulabschluss oder einen vergleichbaren Bildungsabschluss.

Jugendkonferenzen

Jugendkonferenzen sind Integrationsangebote an Jugendliche, die sich im Übergang zwischen Schule, Ausbildung und Beschäftigung befinden. Sie werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit ausgerichtet. Beispielsweise werden junge Menschen gefördert, die schon länger arbeitslos sind.

Diese Jugendlichen erhalten eine intensive Betreuung: Ein persönlicher Ansprechpartner erarbeitet gemeinsam mit den Jugendlichen eine passgenaue, auf die individuelle Problemlage abgestimmte Integrationsstrategie und begleitet sie bei der Umsetzung. Die Jugendkonferenzen werden meist durch die Arbeitsagenturen und Kommunen auf regionaler Ebene organisiert.

Bundesfreiwilligendienst

Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht ist auch die Pflicht zur Ableistung des Zivildienstes erloschen. Der Bundesfreiwilligendienst löst den Zivildienst ab. Für den Bundesfreiwilligendienst kann sich jeder innerhalb Deutschlands engagieren. Voraussetzung ist, dass die Pflichtschulzeit abgeschlossen ist. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht.

Der Einsatz kann in verschiedenen Bereichen wie Soziales, Umwelt, Sport, Integration, Bildung oder Kultur stattfinden. Seit Dezember 2015 gibt es zusätzlich den sogenannten Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug, für den bis zu 10.000 Stellen bereitgestellt werden. Er steht sowohl einheimischen Freiwilligen als auch Asylberechtigten und Asylbewerbern mit guter Bleibeperspektive offen. Geflüchtete können den Bundesfreiwilligendienst auch in den anderen Bereichen ableisten.

Normalerweise dauert der Bundesfreiwilligendienst zwölf Monate, mindestens aber sechs und höchstens 24 Monate. Als Freiwilliger ist man über die Einsatzstelle gesetzlich sozialversichert und erhält ein Taschengeld von bis zu 381 Euro. Nach Abschluss des Bundesfreiwilligendiensts erhält man ein qualifiziertes Zeugnis.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bundesfreiwilligendienst.de.

 

Stand Juni 2017

0 Antworten

Neuen Kommentar schreiben