Betriebsrat - ja oder nein?

„Vertrauen ist gut - Betriebsrat ist besser.“ So lautet das Motto einer Kampagne, mit der der Deutsche Gewerkschaftsbund für die aktuellen Betriebsratswahlen wirbt. Bis zum 31. Mai 2006 sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ca. 100.000 Unternehmen dazu aufgerufen, ihre Betriebsräte neu zu wählen.

Alle vier Jahre werden Betriebsräte gewählt. Laut Betriebsverfassungsgesetz haben Beschäftigte in Unternehmen mit mindestens fünf wahlberechtigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Recht, einen Betriebsrat zu wählen. Betriebsräte genießen Kündigungsschutz. Sie müssen zustimmen, wenn Arbeits- und Urlaubszeiten verteilt oder betriebliche Sozialleistungen festgelegt werden; sie müssen vor einer Kündigung gehört werden, sonst ist diese unwirksam. Gerade wenn ein Unternehmen in die Krise gerät und es darum geht, Sozialpläne, Arbeitsplatz- oder Standortgarantien auszuhandeln, profitieren die Beschäftigten von Betriebsräten als Verhandlungspartner für die Arbeitgeber. Doch nicht nur in der Krise haben sie sich bewährt. Nach einem aktuellen Gutachten der Hans-Böckler-Stiftung sind Betriebe mit Betriebsrat produktiver, flexibler und innovativer als Betriebe ohne Arbeitnehmervertretung. (Vgl. www.boeckler.de)

Dennoch ist die Wahlbeteiligung bei Betriebsratswahlen rückläufig. Gerade bei jungen Leuten lässt das Interesse an der Betriebsratsarbeit nach. In vielen kleineren Unternehmen kommt es erst gar nicht zu einer Betriebsratswahl. Früher war es auch wesentlich einfacher, eine einheitliche Interessenvertretung für eine relativ homogene Belegschaft zu organisieren. Heute sind die Interessen der Beschäftigten vielfältiger. Zum Beispiel haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in Projektteams arbeiten, häufig gelernt ihre Konflikte selbst zu lösen und wollen auch ihre Interessenvertretung stärker selbst bestimmen.

Hintergrundinformationen und Arbeitsmaterialien zu diesem Thema gibt es hier.

Umfrage:

Zusammen oder jeder für sich? Sollen eure Interessen am Arbeitsplatz von einem Betriebsrat vertreten werden?

Ergebnis:

81 % Ja. Schließlich bin ich wirtschaftlich abhängig von meinem Arbeitgeber und als Einzelner in einer viel schwächeren Verhandlungsposition ihm gegenüber, wenn es mal kracht.
10 % Nein. Heute ist jeder selbst für sein Fortkommen verantwortlich. Wenn ich ein Problem mit meiner Arbeit habe, rede ich selbst mit dem Chef.
9 % Finde ich unwichtig.

101 Teilnehmer insgesamt.

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