Was bedeutet Europa für dich?

Dass die Europäische Union (EU) ein einzigartiges Friedensprojekt ist, steht außer Frage: Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, also seit über 60 Jahren, hat es zwischen EU-Ländern keine Kriege oder bewaffnete Konflikte mehr gegeben. Die Mitgliedstaaten sind ökonomisch, politisch und kulturell eng miteinander verknüpft. Auf dieser Grundlage gelingt es, Interessen auszugleichen und ein gewaltfreies Miteinander auf einem ganzen Kontinent zu erreichen.

Je größer Europa jedoch wird, desto mehr haben die Menschen in den „alten“ Mitgliedstaaten Angst vor Lohndumping und der Verlagerung von Arbeitsplätzen in die neuen EU-Länder, ohne zu sehen, dass meist das Gegenteil der Fall ist: Weil das Wohlstandsgefälle zwischen den Ländern durch den gemeinsamen Markt sinkt, wandern weniger Arbeitskräfte ab. Die Erweiterung schafft zwar vor allem in den neuen EU-Ländern enorme strukturelle Verbesserungen, aber auch für die „alten“ Mitgliedstaaten eröffnen sich völlig neue Märkte. Vor allem das Exportland Deutschland profitiert davon. Hunderttausende neue Jobs sind dadurch entstanden.

Das eigentliche Problem der EU sind die veralteten politischen Strukturen: Die Regeln, nach denen die europäischen Institutionen arbeiten, sind für 27 Mitgliedstaaten kaum noch geeignet. Die Menschen in Europa sind zunehmend zurückhaltend und skeptisch gegenüber der EU, weil sie politische Entscheidungsprozesse oft nicht nachvollziehen können. Diese Strukturen zu verändern, ist jedoch angesichts der vielen unterschiedlichen Interessen ein Prozess, der nur langsam voranschreiten kann.

Hintergrundinformationen und Arbeitsmaterialien zu diesem Thema gibt es hier.

Umfrage:

Interessiert es dich, was in der EU passiert?

Ergebnis:

61 % Ja, weil die Gesetze, die dort beschlossen werden, auch mein Land und damit auch mich betreffen.
25 % Eigentlich schon, aber das ist mir zu kompliziert, deshalb habe ich mich bisher wenig darum bemüht.
14 % Kaum, Europa ist mir zu weit weg, ich konzentriere mich lieber auf das, was hier passiert.

125 Teilnehmer insgesamt.

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