Was ist „sozial“?
Wir leben in einem hoch entwickelten Sozialstaat. In unserem Grundgesetz ist das „Sozialstaatsprinzip“ verankert: Es verpflichtet die Politik, die Existenzgrundlagen seiner Bürgerinnen und Bürger sichern und für einen gerechten Ausgleich zwischen den sozial Schwachen und den sozial Starken zu sorgen. Die Sozialversicherung gibt den Menschen Sicherheit und Schutz vor den existenziellen Risiken im Leben: Krankheit, Alter, Unfälle, Pflegebedürftigkeit, Arbeitslosigkeit. Doch das hat seinen Preis. In einer Gesellschaft, die immer älter wird und in der immer weniger Kinder geboren werden, steigen auch die Kosten für Altersvorsorge und Gesundheit. Auch die Globalisierung hat Auswirkungen auf unser Sozialsystem.Verschärft wird die Situation durch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise. Für das Jahr 2009 rechnet die Bundesregierung mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Das bedeutet, dass noch weniger Menschen in das Sozialversicherungssystem einzahlen werden. Das Geld für soziale Leistungen bleibt also knapp. Wir müssen uns immer wieder aufs Neue die Frage stellen: Was ist bedeutet heute eigentlich „sozial“? Was ist gerecht? Die Politik muss ständig auf die aktuellen Gegebenheiten reagieren und das soziale System anpassen.
Siehe auch Kapitel: Soziale Gerechtigkeit
Umfrage:
Was bedeutet für dich „sozial“?
Ergebnis:50 % Sozial ist, sich für die Schwachen einzusetzen.
28 % Sozial ist, die Starken und die Schwachen zu stärken.
10 % Sozial ist, möglichst viele Arbeitsplätze zu schaffen
12 % Sozial ist, vom eigenen Besitz etwas abzugeben
179 Teilnehmer insgesamt.
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