Mehr Chancen durch den Ausbildungsbonus?

Die gute Nachricht: 2007 haben mehr als 600.000 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Das ist fast ein Rekord. Die schlechte Nachricht: Immer noch finden zu viele Jugendliche nicht auf Anhieb einen Ausbildungsplatz.

Für diese Jugendlichen, die sogenannten Altbewerber, gibt es seit dem 1. Juli 2008 den Ausbildungsbonus. Das heißt: Ausbildungsbetriebe bekommen einen Bonus von 4.000 bis 6.000 Euro vom Staat, wenn sie zusätzlich neue Ausbildungsplätze für Altbewerber schaffen, die entweder keinen, einen Sonderschul-, Hauptschul- oder schlechten Realschulabschluss haben. Stellt der Betrieb jemanden ein, der schon zwei Jahre sucht und einen besseren Abschluss hat, kann die Arbeitsagentur im Einzelfall über eine Förderung entscheiden.

Mit dem Bonus hat sich die Bundesregierung ehrgeizige Ziele gesetzt. 100.000 zusätzliche Ausbildungsstellen sollen in den nächsten drei Jahren geschaffen werden. Kritiker fordern, nur wirkliche Problemfälle zu fördern. Sie sehen die Unternehmen in der Verantwortung und wollen reguläre Ausbildungsplätze nicht mit staatlichen Mitteln subventionieren.

Infos zum Ausbildungsbonus beim Bundesarbeitsministerium:
www.bmas.de

Meinungen zum Ausbildungsbonus:

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz: Mehr Chancen am Arbeitsmarkt
www.bmas.de
DGB-Jugend: Ausbildungsbonus – nicht genug eingegrenzt
www.dgb-jugend.de
Die Welt: Ausbildungsbonus – Kritik von Wirtschaft und Opposition
www.welt.de

Umfrage:

Was bringt euch der Ausbildungsbonus? Mehr Chancen für alle?

Ja. Vielleicht stellen die Unternehmen dann auch mal jemanden ein, der nicht so gut in der Schule war.
Nein. Geld bringt nichts. Den Unternehmen sind gute Noten in Deutsch und Mathe und mindestens ein Realschulabschluss wichtiger.
Ich weiß nicht. Bei der guten wirtschaftlichen Lage müsste es genug Ausbildungsplätze für alle geben. Das ist Aufgabe der Unternehmen.

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