Europäische Union
Europa und die Globalisierung
Globalisierung bedeutet internationale Arbeitsteilung, höheren Konkurrenz- und Kostendruck, aber auch neue Chancen. Vor allem einige ostasiatische Länder haben ihre Wirtschaftskraft gesteigert und Deutschland nicht nur eingeholt, sondern sogar überholt. Um im internationalen Wettbewerb an der Spitze bleiben zu können, überlegen die Regierungen in der EU, wie sie ihre Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit verbessern können.Der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) wurde 2007 ins Leben gerufen, um Arbeitnehmer zu fördern, die aufgrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks in Folge der Globalisierung arbeitslos geworden sind. Dieser Fonds unterstützt den ESF und die Maßnahmen der Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene. Dafür stehen 500 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Gefördert werden nicht Unternehmen, sondern einzelne Arbeitnehmer, zum Beispiel durch:
- Unterstützung bei der Arbeitssuche, Berufsberatung
- Ausbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen
- vorübergehende Einkommensbeihilfen für ältere Beschäftigte
- Unterstützung bei einer Unternehmensgründung
Globale Finanz- und Wirtschaftskrise
Die EU hat infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zusätzliche finanzielle Mittel bereitgestellt. Der Fokus liegt auf der Förderung von Beschäftigung und sozialer Eingliederung:Mobilisierung von EU-Finanzmitteln
- Ein Konjunkturpaket mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro. Davon werden etwa 170 Milliarden Euro aus den Haushalten der Mitgliedstaaten kommen, 30 Milliarden Euro wollen die EU und die Europäische Investitionsbank (EIB) bereitstellen.
- Die Kriterien für eine Unterstützung aus dem ESF sollen vereinfacht werden, so dass die Mitgliedstaaten schneller an benötigte Mittel kommen. Diese Mittel können beispielsweise für aktive Arbeitsmarktmaßnahmen, eine Neuausrichtung der Hilfe für die Schwächsten und die Intensivierung von Qualifizierungsmaßnahmen eingesetzt werden.
- Ein neues Mikrofinanzierungsinstrument soll eingeführt werden, mit dem Kleinunternehmern und Arbeitslosen, die ihr eigenes kleines Unternehmen gründen wollen, Kleinstkredite zur Verfügung gestellt werden können.
Förderung der Beschäftigung
- Das EURES-Stellenportal (European Employment Services) unterstützt Arbeitsuchende, die von ihrem Recht auf Freizügigkeit Gebrauch machen und in einem anderen europäischen Land arbeiten möchten.
- Im Rahmen der Europäischen Beschäftigungsstrategie (EBS), die im Jahr 1997 ins Leben gerufen worden ist, haben sich die Mitgliedstaaten verpflichtet, für mehr Arbeitsplätze in der EU zu sorgen und nationale Reformprogramme zu erarbeiten. Die Europäische Kommission überprüft die Fortschritte jährlich und veröffentlicht dazu einmal im Jahr den EU-Forschungsbericht.
- Die Kommission überwacht verstärkt die Bereiche Beschäftigung und Soziales und veröffentlicht mit dem monatlichen Arbeitsmarkt-Monitor eine Berichtsreihe zur aktuellen Lage.
- Mit der Initiative „Gemeinsames Engagement für Beschäftigung“ sollen Arbeitsplätze erhalten und denen geholfen werden, die in Schwierigkeiten geraten sind.
- Die „Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten“ ist eine neue Wirtschaftsstrategie im Rahmen von „Europa 2020“. Ziele sind, das Beschäftigungsniveau anzuheben, die Nachhaltigkeit der Sozialmodelle zu sichern und die Arbeitsmärkte zu unterstützen. Hierzu gehört auch eine Europäische Plattform gegen Armut, um sozial ausgegrenzte Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren.
- Das Programm zur Stabilisierung des Euro dient der Stabilisierung der europäischen Staatshaushalte in der Euro-Zone und soll in Not geratene Staatshaushalte gegen Spekulationen von Seiten der Finanzmärkte schützen. Die gegenseitigen Hilfsmaßnahmen sollen auch den Arbeitsmarkt in den betroffenen Ländern stabilisieren.
(Siehe auch: Die globale Herausforderung und Globalisierung in der Kritik)
Stand Juli 2010 [zurück][1][2][3][4][vor]
[zur Übersicht] [Drucken] [Versenden]