Hintergrundinformationen

Armut und Reichtum

Zu den Lernzielen und Links
Zum Arbeitsblatt und Schaubild

Auf der Webseite des Europäischen Jahres 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung können Nutzerinnen und Nutzer ihre Definition von Armut in einem Gästebuch eintragen. „Armut ist die Ausgrenzung von Menschen von der Teilnahme am gesamten gesellschaftlichen Leben“, heißt es dort etwa oder: „Armut ist, wenn man immer zweimal überlegen muss, was man sich leisten kann und ob das Geld für das Essen diese Woche reicht.“

Ein anderer Nutzer schreibt indes: „Mal ehrlich, in Deutschland gibt es doch gar keine Armut. Ich meine, hier hat jeder was zu essen und kriegt ne Krankenversicherung.“
Die Einträge machen deutlich, dass es nicht nur eine Perspektive auf Armut gibt, und dass es schwierig ist, Armut als soziales, gesellschaftliches, wirtschaftliches und psychologisches Problem objektiv zu beschreiben.

Um eine gesellschaftspolitische Debatte führen und politische Entscheidungen treffen zu können, muss Armut zunächst definiert werden. Für Erhebungen und Vergleiche von wirtschaftlicher Armut wird deshalb zwischen absoluter und relativer Armut unterschieden. Schwieriger ist es, die sozio-kulturelle Armut zu erfassen, denn diese bezieht sich auf den Grad der Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihres sozialen Status und nicht allein auf ihre materielle Situation.

Absolute Armut

Die Weltbank spricht von absoluter oder extremer Armut, wenn ein Einkommen die Grenze von 1,25 Dollar pro Tag oder 1 Euro nicht übersteigt. Als Indikator für typische Armut in Ländern mit mittleren Einkommen, die sogenannte „moderate poverty“ hat die Weltbank die 2-Dollar-Grenze festgesetzt. Die Weltbank rechnet hierbei mit den so genannten PPP Dollar („purchasing power parity“ Dollar), einem Dollarwert, der um Inflation und Kaufkraftunterschiede bereinigt nach einem durchschnittlichen Warenkorb des Landes berechnet wird.

Absolute Armut ist ein Leben am äußersten Rand der Existenz. Sie ist gekennzeichnet durch große Entbehrungen der Grundbedürfnisse und einem permanenten Kampf ums Überleben. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Armutsbekämpfung (DIFA) leben weltweit ungefähr 1,4 Milliarden Menschen in absoluter Armut. In Deutschland ist absolute Armut aufgrund der sozialen Sicherungssysteme, bei der jeder Mensch Anspruch auf eine Grundsicherung hat, nicht sehr weit verbreitet. Dennoch gibt es absolut Arme in Deutschland, meist handelt es sich hierbei um Obdachlose und Straßenkinder, die wegen ihrer familiären Situation oder Suchtproblemen ohne feste Wohnung und Einkommen sind. zurück1[2][3][vor]
[zur Übersicht] [Drucken] [Versenden]
KontaktImpressumBestellenArchiv