Globalisierung und die Wirtschaftskrise
Zu den Lernzielen und LinksZum Arbeitsblatt und Schaubild
Die aktuelle weltweiter Finanz- und Wirtschaftskrise ist eine der größten Herausforderungen im Zuge der Globalisierung. Angefangen mit der Öffnung der Weltmärkte vor etwa drei Jahrzehnten und dem Niedergang der „New-Economy“ zur Jahrtausendwende, veränderte die US-Immobilienkrise im Jahr 2008 den Finanzweltmarkt grundlegend.
Die Ursache der aktuellen Krise kurz gefasst
In den 1970er-Jahren öffneten sich die Wirtschaftsmärkte weltweit. Die Regierungen vieler Länder überließen die Kontrolle der Finanz- und Wirtschaftsmärkte zunehmend dem freien Markt (im Unterschied dazu setzte sich Deutschland jedoch schon vor der Finanzkrise für eine stärkere staatliche Regulierung des Kapitalmarktes ein).Mit der Deregulierung und der Privatisierung von staatlichen Unternehmen sollten technische und wirtschaftliche Innovationen schnell vorangetrieben, und der weltweite Handel von Waren, Dienstleistungen und Kapital vereinfacht werden. Auch in Deutschland wurden seit den 1960er-Jahren viele große Wirtschaftsunternehmen privatisiert: beispielsweise Volkswagen, der Chemiekonzern Veba (heute E.ON), Lufthansa und die Telekom.
Nahezu alle Industrie- und Schwellenländer die sich der Öffnung und Liberalisierung ihrer Wirtschafts- und Finanzmärkte anschlossen, erlebten in den ersten Jahren einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Durch die Öffnung der Märkte im Rahmen der Globalisierung konnte also der Wohlstand in den Industriestaaten, aber auch in vielen ärmeren Ländern gesteigert werden. Bei der Bewältigung der derzeitigen Krise wird deshalb auch von fast allen Staaten Wert darauf gelegt, nicht wieder in einen Kurs der Abschottung der Wirtschafts- und Finanzmärkte zurückzufallen.
Die Krise hat jedoch auch sehr deutlich gemacht, wie schnell sich durch die zunehmenden Verflechtungen im Zeitalter der Globalisierung nicht nur positive, sondern auch negative Entwicklungen in einem Land auf alle anderen Länder der Welt auswirken können: Die Finanzkrise eines Staates (und das gilt in besonderem Maße für die USA) hat Auswirkungen auf den Kapitalmarkt weltweit und kann schließlich sogar die reale Wirtschaft weltweit in Mitleidenschaft ziehen.
Exkurs: Weltwirtschaftskrise von 1929
In der öffentlichen Diskussion wird die aktuelle Krise immer wieder mit der Weltwirtschaftskrise verglichen, die die Menschen nach dem Jahr 1929 erlebten. In diesem Jahr brach am so genannten Schwarzen Freitag, den 25. Oktober 1929, an der New Yorker Börse der Finanzmarkt zusammen, nahezu zeitgleich mit allen Börsen weltweit. Ausschlaggebend waren hohe Investitionen in die Industrie, durch die ein Überangebot von Waren entstand („Goldene Zwanziger“), das weder gebraucht noch nachgefragt wurde. Finanziert wurden die Investitionen über kurzfristige Kredite, die die Banken nach dem konjunkturellen Abschwung zurückforderten.In der Folge traf der Niedergang auch die deutsche Wirtschaft: Die aufgrund des verloren Ersten Weltkrieges dringend benötigen Kredite aus USA wurden abgelehnt, bestehende wurden zurückgefordert. Unternehmen standen vor dem Bankrott, Banken wurden geschlossen, die Löhne sanken rapide, die Zahl der Arbeitslosen stieg fast um das Fünffache von 1,9 Millionen (1929) auf rund 5,6 Millionen (1932). Nach dem Höhepunkt der Krise im Sommer 1932, erholte sich die deutsche Wirtschaft verglichen mit der in den USA und anderen Industriestaaten relativ rasch. Das Pro-Kopf-Einkommen lag bereits 1935 wieder über dem Niveau von 1929. zurück1[2][3][4][vor]
[zur Übersicht] [Drucken] [Versenden]