Globalisierung und die Wirtschaftskrise
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Als 2006 der amerikanische Immobilienmarkt einbricht, löst das einen Dominoeffekt aus, der innerhalb von zwei Jahren den weltweiten Finanz- und Wirtschaftsmarkt erreicht und ihn 2008 zum erliegen bringt.
Als vor etwa 30 Jahren der Finanz- und Wirtschaftsmarkt für den weltweiten Handel geöffnet wurde, waren damit positive Absichten verbunden. Durch die Deregulierung des Finanz- und Wirtschaftsmarktes sollten Innovationen schnell vorangetrieben, der weltweite Handel vereinfacht und schließlich der Wohlstand aller verbessert werden. Schwellen- und Industrieländer erlebten in den ersten Jahren der Globalisierung einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Krisen, die vor allem den Finanzmarkt erschütterten, gab es seit den 1980er-Jahren immer wieder. Die Spekulanten die ihr Geld in den „Krisenländern“ angelegt hatten, zogen ihren Anlagen in der Folge zurück und investierten in den 1990er-Jahren in den neuen, den New-Economy-Markt. So rasant sich dieser Boom entwickelte so rapide brach er schließlich zusammen. Kurz nach der New-Economy-Krise erschüttern am 11. September 2001 Terroranschläge auf das World Trade Center in New York die Welt. Um den negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft entgegenzuwirken senkte die amerikanische Notenbank die Zinsen und löste damit einen neuen Boom aus – der Immobilienmarkt erlebt einen gigantischen Aufschwung, dessen nach sich ziehende Konsequenzen zunächst nicht absehbar waren.
Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler begreifen den historischen Zusammenhang zwischen der Globalisierung – der Öffnung der Weltmärkte – und der aktuellen weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Sie kennen den Verlauf der aktuellen Krise und können die kurzfristigen globalen sozialpolitischen Auswirkungen weltweit, auf EU-Ebene und in Deutschland einschätzen.Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Maßnahmen auseinander, die global und national eingeleitet wurden, um die Krise zu stoppen und die Konjunktur anzukurbeln. Sie können sich anschließend ein Bild davon machen, wie hoch die Verantwortung, wie wichtig die enge Zusammenarbeit der Industrie- und Schwellenländer (G-20) und wie schwierig es ist, gerechte Entscheidungen zu treffen, die Auswirkungen auf den gesamten Weltmarkt haben.
Methodische Hinweise
Anhand der Hintergrundinformationen bekommen die Schülerinnen und Schüler einen zusammenfassenden Überblick über den Verlauf der Krise, die aktuellen und geplanten Hilfemaßnahmen weltweit, auf EU-Ebene und in Deutschland. Um einzelne Themenbereiche wie zur Ursache der Krise, zu den Konjunkturpakete der einzelnen Länder im Vergleich oder den sozial- und arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen weltweit und im eigenen Land, zu vertiefen, recherchieren die Schülerinnen und Schüler im Internet und der aktuellen Presse. Im Plenum können diese Themen anschließend diskutiert werden. Es bietet sich an, jeweils ein Schwerpunktthema zu wählen, das die Schüler in Gruppenarbeit erarbeiten und vor der Debatte präsentieren.Das Arbeitsblatt beleuchtet das Thema Weltwirtschaftskrise aus europäischer Sicht. Die Schülerinnen und Schüler sollen persönliche Einschätzungen von Europäerinnen und Europäer Wirtschaftskrise vergleichen und die Vermutungen aus eigener Sicht begründen. Mit den Ergebnissen einer Umfrage, die die Schülerinnen und Schüler an ihrer Schule durchführen, können sie ein eigenes Meinungsbarometer erstellen: Wie nehmen die Mitschülerinnen und Schüler die Wirtschaftskrise wahr? Welche Ängste, aber auch welche Chancen sehen sie in der aktuellen Entwicklung des Wirtschaftsmarktes?
Das ergänzende Schaubild stellt in Zahlen dar, wie sich die Krise auf die wirtschaftliche Leistungskraft zwischen 2008 und 2009 in ausgewählten Ländern ausgewirkt hat und wie sich die Arbeitslosenzahlen, der Konsum sowie Im- und Export verändert haben.
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