Hintergrundinformationen

60 Jahre Kriegsende

Zu den Lernzielen und Links
Zum Arbeitsblatt und Schaubild

Am 8. Mai 1945 kapituliert die deutsche Wehrmacht unter Führung des Nazi-Regimes bedingungslos. Der Zweite Weltkrieg ist nach sieben Jahren vorbei. Die Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich und die UDSSR übernehmen formell am 5. Juni 1945 die Regierungsgewalt in Deutschland.

Das oberste Regierungsorgan bildet der Alliierte Kontrollrat, der sich aus den vier Oberbefehlshabern der Siegermächte zusammensetzt. Das Deutsche Reich wird in vier Besatzungszonen und Berlin als Sondergebiet, in vier Sektoren aufgeteilt.

Kurz nach der Übernahme der Regierungsgewalt findet vom 17. Juli bis 2. August 1945 die Potsdamer Konferenz statt, auf der die Alliierten die fünf wichtigsten politischen Grundsätze für die Besatzungspolitik festgelegen: Entnazifizierung, Entmilitarisierung, Demontage, Dezentralisierung und Demokratisierung. Demokratische Parteien sollen in ganz Deutschland wieder zugelassen werden. Ein weiteres Ergebnis ist die Zustimmung der Westmächte zur polnischen und sowjetischen Verwaltung der deutschen Gebiete östlich der Oder und Neiße. Die Alliierten sind sich zudem ausnahmslos einig: Der "deutsche Militarismus und Nazismus" muss ausgerottet werden. Nie wieder darf er "die Erhaltung des Friedens in der Welt bedrohen".

Organisation und Verwaltung

Die Gesamtlage in Deutschland ist katastrophal. Die Herausforderungen bestehen jetzt vor allem in der Milderung der harten sozialen Folgen des Zweiten Weltkrieges und der Wiedererrichtung einer freiheitlichen Sozialpolitik. Im Vordergrund steht dabei die Integration der Flüchtlinge, Kriegsheimkehrer und Kriegsinvaliden. Das größte Problem ist jedoch die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln, Kleidung, Wohnraum und Energie.

Mit der Festsetzung der Preise für Lebensmittel und ihre rationierte Ausgabe an die Bevölkerung kommt es zu einer verdeckten Inflation, die gleichzeitig den breiten Schwarzmarkt fördert.

Eine Zentralregierung gibt es nicht. Nur wenige zentrale deutsche Behörden für die Bereiche Außenhandel, Finanz-, Transportwesen und Verkehr werden von den Alliierten einberufen, die unter Aufsicht des Kontrollrats agieren. In anderen Bereichen organisieren sich die öffentlichen Verwaltungen unter strenger Aufsicht der jeweiligen Besatzungsmacht zunächst auf kommunaler Ebene, bald auf Länderebene.

Zwischen 1945 und 1946 erfolgt in den Besatzungszonen eine Einteilung in neue Länder. Im Westen entsprechen nur Bayern sowie die Hansestädte Hamburg und Bremen ihren historischen Vorläufern; im Osten Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-(Vorpommern).

In den westlichen Besatzungsgebieten zeichnet sich zunehmend der Föderalismus aus, im Osten hingegen übernehmen die Kommunisten nach und nach den gesamten Staatsapparat. zurück1[2][3][vor]
[zur Übersicht] [Drucken] [Versenden]
KontaktImpressumBestellenArchiv