Hintergrundinformationen

60 Jahre Kriegsende

Hilfsprogramm für Europa

Im Juni 1947 schlägt US-Außenminister George C. Marshall aufgrund der großen wirtschaftlichen Not den europäischen Ländern das "European Recovery Program (ERP)" vor, das im April 1948 als so genannter Marshall-Plan in Kraft tritt.

Mit dem Marshall-Plan soll der Wiederaufbau Europas, und damit auch Deutschlands, unterstützt werden. Vorraussetzung ist die Einigung der europäischen Länder auf einen gemeinsamen Wirtschaftsplan, dem 16 europäische Staaten zustimmen. Die Sowjetunion und unter ihrem Druck auch die osteuropäischen Länder, lehnen diese Hilfen ab.

Mit dem Marshall-Plans unterstützen die USA die europäischen Länder mit Krediten, Waren, Rohstoffen und Lebensmitteln. Durch diese Unterstützung erhalten viele Wirtschaftszweige einen wichtigen Wachstumsimpuls. Gleichzeitig verschärft sich die Stimmung zwischen den West-Alliierten und der Sowjetunion. Der kalte Krieg beginnt.

Die gemeinsame Zonenverwaltung zerbricht 1948 an den unterschiedlichen Interessen der Besatzungsmächte endgültig. Eine einheitliche Verwaltung Deutschlands wird unmöglich. Die Sowjetunion verlässt den Alliierten Kontrollrat. Am 24. Juni 1948 verhängt die Sowjetunion eine Blockade gegen West-Berlin, um ganz Berlin unter ihre Kontrolle zu bringen. Die West-Alliierten versorgen die Bevölkerung von nun an per Luftbrücke. Erst am 12. Mai 1949 beendet die Sowjetunion die Blockade.

Währungsreform

Um die wirtschaftliche Sanierung voranzutreiben, leiten die Besatzungsmächte im Juni 1948 eine Währungsreform ein. Eine gemeinsame, einheitliche Währungsunion zwischen Ost- und Westdeutland scheitert jedoch an den Zerwürfnissen zwischen den West-Alliierten und der Sowjetunion.

In den westlichen Besatzungszonen wird die entwertete Reichsmark durch die Deutsche Mark ersetzt, die gleichzeitig den Grundstein der neuen sozialen Marktwirtschaft legt. Mit der Einführung der D-Mark sind alle privaten Schulden erloschen. Gegen die alte Reichsmark können 40 Deutsche Mark "Kopfgeld" getauscht werden. Löhne, Gehälter und Mieten werden im Wert von Eins zu Eins umgetauscht. In den nächsten Tagen füllen sich schlagartig die Schaufenster und der Schwarzmarkt löst sich auf.

Die Sowjetunion reagiert umgehend mit einer eigenen Währungsreform. Alte Reichsmarkscheine werden mangels neuer Banknoten zunächst mit Coupons beklebt. Jeder Bürger bekommt 70 Mark sofort ausbezahlt. Aufgrund der Zwangsbewirtschaftung verbessert sich der Lebensstandard in den sowjetisch besetzten Zonen nicht merklich.

Zwei deutsche Staaten entstehen

Bundesrepublik Deutschland (BRD)

Am 1. September 1948 tritt in Bonn der "Parlamentarische Rat" unter Aufsicht der Westalliierten zusammen, um das "Grundgesetz" der Bundesrepublik auszuarbeiten.

Der Präsident des Parlamentarischen Rates und der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer verkündet am 23. Mai 1949 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (BRD), die ein "demokratischer und sozialer Bundesstaat" (Art. 20, 1) ist.

Die Gesetzgebungskompetenz für das Sozialrecht hat der Bund. Noch im gleichen Jahr findet am 14. August 1949 die erste Bundestagswahl statt, bei der die CDU die Stimmenmehrheit erlangt. Konrad Adenauer wird erster deutscher Bundeskanzler.

Deutsche Demokratische Republik (DDR)

In der sowjetischen Besatzungszone arbeitet im März 1948 der "1. Deutsche Volksrat"* die Verfassung einer Deutschen Demokratischen Republik (DDR) aus, die am 19. März 1949 zunächst formell beschlossen wird.

Im Mai 1949 finden zur Umsetzung der Verfassung Wahlen zum "Dritten Deutschen Volkskongress"* statt. Gewählt wird nach dem Prinzip der Einheitslisten, d. h. die Mandate sind bereits im Voraus aufgeteilt. Die SED erhält die Mehrheit der Stimmenplätze.

Am 7. Oktober des gleichen Jahres tritt der "Deutsche Volksrat"* zusammen und erklärt sich zur provisorischen Volkskammer. Zum Staatspräsident wird Wilhelm Pieck gewählt. Die Verfassung tritt jetzt in Kraft. Gelenkt wird die DDR nach sowjetischen Vorbild durch das Politbüro des Zentralkomitees der SED.

*Der "Erste Deutsche Volkskongress" bildet sich Ende 1947 mit dem Ziel, Deutschland mit einer Zentralregierung als "demokratische Einheit" zu errichten. 1948 wählt der "Zweite Deutsche Volkskongress" den "1. Deutschen Volksrat", der die einzig legitime Vertretung des deutschen Volkes übernehmen soll.


Stand Mai 2005 [zurück][1][2]3vor
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