17. Juni 1953 - Volksaufstand in der DDR
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Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Deutschland von den alliierten Siegermächten USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion in Besatzungszonen aufgeteilt. Die schnelle Entfremdung zwischen den westlichen Alliierten und der Sowjetunion führte 1949 zur "doppelten Staatsgründung" (Christoph Kleßmann).
In den ehemaligen westlichen Zonen wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet, auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone entstand die Deutsche Demokratische Republik (DDR). In der DDR hatte sich die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) unter sowjetischem Einfluss zur Staatspartei entwickelt und eine Parteidiktatur errichtet.
Warum kommt es zum Aufstand?
Im Juli 1952 beschloss die SED den planmäßigen "Aufbau des Sozialismus" nach sowjetischem Vorbild. Der Prozess der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Umgestaltung wurde stärker vorangetrieben – gleichzeitig mit der Abgrenzung vom Westen. Bereits im Mai 1952 hatte der DDR-Ministerrat (die Regierung) eine Verordnung "über die Einführung einer besonderen Ordnung an der Demarkationslinie" erlassen. Von da an wurde die Grenze zum Westen mit Kontrollstreifen, Schutzstreifen und Sperrzonen scharf bewacht.Der Staatsaufbau der DDR wurde nach sowjetischem Vorbild zentralisiert, der Föderalismus abgeschafft, die Länder durch Bezirke und Kreise ersetzt. Die Landwirtschaft wurde mit Zwangsmitteln kollektiviert, Bauernhöfe wurden beschlagnahmt und zwangsweise in Genossenschaften umgewandelt. Der Druck auf mittelständische Unternehmer, Einzelhändler, Handwerker und andere selbstständige Berufsgruppen wurde verstärkt. Oberschüler und Studierende, die sich zur "Jungen Gemeinde" der evangelischen Kirche bekannten, bekamen Schul- bzw. Hochschulverweise.
Die Ostwirtschaft stand am Rande des Ruins. Allein für die Reparationen (Kriegsentschädigungen) an die Sowjetunion waren 1200 Industriebetriebe komplett demontiert worden. Der Aufbau des Sozialismus konnte jedoch nur gelingen, wenn die DDR eine eigenständige Schwerindustrie hatte. Fast alle staatlichen Mittel flossen deshalb in den Ausbau von Schwerindustrie, Volkspolizei und Staatsapparat zu Lasten von Konsumgüterproduktion, Versorgungs- und Dienstleistungsbranchen. Mangelwirtschaft wurde zum Dauerzustand und bereitete den Boden für den Aufstand. Viele Menschen reagierten auch mit einer "Abstimmung mit den Füßen". 1952 wanderten bereits 182 000 Menschen in den Westen ab; 1953 waren es schon 226 000 Flüchtlinge.
Als der DDR-Ministerrat am 28. Mai 1953 beschloss, die Arbeitsnormen um durchschnittlich zehn Prozent zu erhöhen, reagierten die Arbeiter mit Empörung und vereinzelten Unruhen. Rein volkswirtschaftlich war die geplante Erhöhung der Arbeitsleistung pro Zeiteinheit zwar nachvollziehbar. Aber sie hätte massive Lohneinbußen zur Folge gehabt: Für die Maurer beispielsweise hätte es ein Drittel weniger gegeben, für die Zimmerleute mehr als 40 Prozent weniger, weil Mehrleistungen bis dahin über Prämien abgegolten wurden. Außerdem mussten die Arbeiter mit völlig veralteter Technik arbeiten.
Bereits im März 1953 war Josef Stalin gestorben. Stalins Nachfolger schätzten die Krisensituation in der DDR realistischer ein, vor allem bemängelten sie die forcierte Aufbau-Politik der SED-Führung. Die SED-Führung widersetzte sich zunächst, gestand dann aber am 9. Juni 1953 "ernste Fehler" ein und verkündete den "Neuen Kurs". Ein großer Teil der Repressionen für den Mittelstand wurde zurückgenommen, beschlagnahmte Bauernhöfe und Geschäfte zurückgegeben; aber die Erhöhung der Arbeitsnorm blieb. zurück1[2][3][vor]
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