17. Juni 1953 - Volksaufstand in der DDR
Gewaltsames Ende
Sowjetische T-34 Panzer fuhren auf. Stunden später hatten eine halbe Million sowjetischer Soldaten mit rund 600 Panzern den Aufstand niedergeschlagen. Die Demonstranten leisteten keinen bewaffneten Widerstand. 60 bis 80 Demonstranten starben, 18 von ihnen wurden standrechtlich erschossen, über 13 000 Menschen wurden verhaftet. Auf Seiten der Staatsmacht gab es 15 Tote. Entgegen der Erwartungen vieler Menschen in ganz Deutschland griffen die Westmächte aus Angst vor einem Dritten Weltkrieg nicht ein.Folgen
Die Menschen in der DDR wurden durch die gewaltsame Niederschlagung der spontanen Revolte und die erbarmungslose Verfolgung der Beteiligten entscheidend geprägt. Das Potenzial zu einem Volksaufstand war da, aber nach 1953 schien kollektiver Widerstand gegen das SED-Regime sinnlos und mit Hilfe aus dem Westen war nicht zu rechnen.Doch auch für die SED-Führung war der Aufstand der "führenden Klasse" des "Arbeiter- und Bauernstaates" ein Schockerlebnis. Von offizieller Seite wurde der 17. Juni daher bald als faschistischer Putschversuch, der von westlichen Agenten betrieben wurde, dargestellt. Ohne den 17. Juni hätte es den Unterdrückungsapparat Stasi in dieser Übersteigerung nicht gegeben und auch nicht die wirtschaftspolitisch unvernünftige Suventionierung von Nahrungsmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs, so der Historiker Christoph Kleßmann.
Noch am 31. August 1989 befragte der DDR-Minister für Staatssicherheit Erich Mielke seine Untergebenen über die zunehmende Missstimmung in der Bevölkerung: "Ist es so, dass morgen der 17. Juni ausbricht?" Doch Michail Gorbatschow, Generalsekretär des Zentralkomittees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, hatte gegenüber DDR-Regierungschef Erich Honecker bereits im Juni in Moskau klar gestellt, dass es keine Wiederholung von 1953 geben werde.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde der 17. Juni ab 1954 zum gesetzlichen Feiertag, der erst 1990 vom "Tag der deutschen Einheit" abgelöst wurde. Doch "im Westen war der 17. Juni ein ‚prekärer Nationalfeiertag’: Er wurde dort gefeiert, wo nichts von den Ereignissen stattgefunden hatte; die Menschen fuhren ins Grüne, statt den Reden zu lauschen." (Christoph Kleßmann)
(Quellen: Christoph Kleßmann: Aufbau eines sozialistischen Staates, in: Informationen zur politischen Bildung NR. 256, www.bpb.de; Mit den höheren Normen wuchs die Wut, Der 17. Juni und seine ökonomische Vorgeschichte, 12. Juni 2008, www.sueddeutsche.de, Thema des Tages bei Spiegel Wissen, 17.06.2008, Volksaufstand vom 17. Juni, www.bstu.bund.de, 17. Juni 1953 und Herbst 1989, Themenblätter Nr 24/2003, www.bpb.de)
Stand Juli 2008 [zurück][1][2]3vor
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