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17. Juni 1953 - Volksaufstand in der DDR

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Vor 55 Jahren – am 17. Juni 1953 erhoben sich die Menschen in der DDR gegen staatliche Willkür. Innerhalb weniger Stunden wurde aus Arbeiterprotesten gegen Lohneinbußen ein Aufstand der Bürgerinnen und Bürger, die das Ende der Diktatur und freie Wahlen forderten.

Sowjetarmee und DDR-Volkspolizei schlugen den Aufstand brutal nieder. Die militärische Gewalt und anschließende politische Verfolgung der Beteiligten wirkte nachhaltig: Für über dreißig Jahre schien jeder gemeinsame Widerstand gegen das SED-Regime sinnlos. Doch in den Köpfen vieler Menschen lebte das Ereignis als Zeichen des Freiheitswillens weiter.

Lernziele

Bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde der 17. Juni in der Bundesrepublik als "Tag der deutschen Einheit", als deutscher Nationalfeiertag begangen. Das werden die heutigen Schülerinnen und Schüler kaum noch wissen. Sie sollen erkennen, dass der Volksaufstand in einer Reihe mit der friedlichen Revolution von 1989/1990 steht, die den Weg zur deutschen Einheit bereitete. Der Volksaufstand vom 17. Juni zeigt, dass es trotz staatlicher Unterdrückung ein breites Widerstandspotenzial gab. Dieses Potenzial konnte sich aber erst im Herbst 1989 entfalten, als die UdSSR das SED-Regime nicht mehr mit Waffengewalt stabilisierte.

Methodisch-didaktische Hinweise

Die Hintergrundinformationen geben einen Einblick in die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Ursachen des Aufstands sowie den Auslöser, die Erhöhung der Arbeitsnormen. Die Schülerinnen und Schüler können diskutieren, warum es trotz massiver Unterdrückung zum Aufstand kam. Es wird auch deutlich, wie unflexibel und starr die SED-Führung auf die Krisensituation der DDR reagierte, was den Ausbruch des Aufstands begünstigte.

Mithilfe von Schaubild und Hintergrund gewinnen die Schülerinnen und Schüler ein differenziertes Bild vom Ablauf des Aufstands. Hier kann thematisiert werden, in welchem raschen Tempo aus dem Arbeiteraufstand eine Massenerhebung wurde, in deren Mittelpunkt politische Forderungen standen.

Das Arbeitsblatt problematisiert die von der SED-Führung verordnete Interpretation des Volksaufstands als „konterrevolutionären Putsch“, betrieben von westlichen Agenten. Mithilfe des Darstellungstexts, der Hintergrundinformationen und der politischen Forderungen der Arbeiter haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit dieser Darstellung andere Informationen gegenüber zu stellen, ihre Mittel zu entlarven und ihre Ziele zu diskutieren. Dabei sollte allerdings auch thematisiert werden, dass jede Form von historischer Darstellung (auch diese Hintergrundinformation) Interpretationen und Wertungen enthält.
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