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Globalisierung in der Kritik

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Auf wirtschaftlicher Ebene bedeutet Globalisierung die Öffnung der nationalen Märkte und eine stärker werdende Arbeitsteilung zwischen den Staaten. Immer mehr Volkswirtschaften beteiligen sich am grenzüberschreitenden Handel mit Waren, Dienstleistungen und Kapital.

Mit dem allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen GATT und später durch die Welthandelsorganisation (WTO) wurden Handelsbarrieren wie Zölle und Importquoten zwischen den Staaten weitgehend abgebaut. Moderne Transport- und Kommunikationssysteme – allen voran das Internet, haben dafür gesorgt, dass Produkte und Ideen sich sehr schnell auf der ganzen Welt verbreiten konnten. Vor allem dieses Tempo und die Reichweite der Veränderungen ist das Neue an der Globalisierung.

Die Folgen: Seit den 50er Jahren steigen die Warenexporte in hohem Tempo, das Welthandelsvolumen wächst über lange Zeiträume schneller als die weltweite Warenproduktion und Wirtschaftsleistung.

Fast noch schneller wachsen die grenzüberschreitenden Kapitalströme. Der Kapitalmarkt, auf dem Wertpapiere wie Aktien und Anleihen gehandelt werden, ist immer stärker vernetzt. Der Vorteil: Das Kapital fließt in Wachstumsmärkte; von diesem Mehrwert profitieren durch Export alle Länder. Der Nachteil: Auch Krisen wie die aktuelle Bankenkrise greifen schneller auf alle Länder über.

Die Standortfrage

Teilfertigung in der Tschechischen Republik, Zulieferung aus Korea, technologisches Know-How aus Israel – mit der Globalisierung ist das alles unter dem Dach desselben Unternehmens möglich.

Seit den 1970er Jahren lagern die Unternehmen arbeitsintensive Produktionen in Niedriglohnländer aus. Niedrige Lohnkosten und geringere soziale Standards werden häufig als Gründe dafür angeführt, dass Kleidung, Spielzeug oder Elektronik kostengünstiger in Entwicklungs- und Schwellenländern hergestellt werden. Güter, bei denen Spezialwissen gefragt ist, beispielsweise im Maschinenbau oder der forschungsintensiven Chemie- und Biotech-Branche bleiben dagegen häufig in den Industriestaaten.

Die internationale Arbeitsteilung eröffnet Chancen:
  • Sie hilft den Unternehmen, mit Arbeit und Rohstoffen sparsam umzugehen und so hohe Gewinne wie möglich zu erzielen. Wenn deutsche Unternehmen auf diese Weise wettbewerbsfähig bleiben, sichern sie auch Arbeitsplätze in Deutschland.
  • Weil sich die Länder die Arbeit teilen, wird Wohlstand auf der ganzen Welt möglich. Waren und Dienstleistungen werden dort hergestellt, wo es am kostengünstigsten ist. Was in einem anderen Land günstiger produziert wird, wird importiert. Produkte, die anderswo teurer hergestellt werden, werden exportiert. So kann der internationale Handel Mangel und Überfluss ausgleichen.
  • Die Unternehmen profitieren davon, dass sie ihre Produkte nicht nur auf dem Heimatmarkt sondern weltweit absetzen können. In Deutschland entstehen durch die Exportwirtschaft viele, neue Arbeitsplätze.
  • Wir als Verbraucher profitieren ebenfalls von günstigen Preisen und einer großen Auswahl an Produkten.

Die internationale Arbeitsteilung birgt aber auch Risiken:
  • Kosten, Löhne und Preise in Deutschland sind jetzt auch abhängig von Kosten, Löhnen und Preisen beispielsweise in China.
  • Wenn Firmen dann Standorte in andere Länder verlagern, gehen im Herkunftsland Arbeitsplätze verloren. Arbeitslosigkeit in der betroffenen Branche ist die Folge.
  • Häufig wird in diesen Niedriglohnländern unter problematischen Bedingungen produziert: geringe Sozialstandards und Umweltschutzbestimmungen, Missachtung grundlegender Arbeitsrechte.
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