Lernziele

Globalisierung in der Kritik

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Jeans aus Bangladesch, Handys aus Japan, Kaffee aus Nicaragua – wir leben total global. Kapital, Arbeitskräfte, Informationen, Rohstoffe – alles ist weltweit vernetzt und voneinander abhängig.

Die Globalisierung der Märkte schreitet immer schneller voran, der Wettbewerb um Unternehmensstandorte und Arbeitsplätze wird härter: Einerseits verlagern Firmen ihre Produktion in Niedriglohnländer; andererseits entstehen neue Arbeitsplätze in der boomenden Exportwirtschaft Deutschlands.

Nie zuvor war Wohlstand auf der Welt größer als im Zeitalter der Globalisierung. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen Arm und Reich – selbst in den Industriestaaten. Was für die einen mehr Freiheit bedeutet, ist für die anderen mit Verlust und Risiko verbunden. Doch eines ist sicher: Der Prozess der Globalisierung ist unaufhaltsam und kann nicht zurückgedreht werden.

Lernziele

Die Globalisierung hat einen schlechten Ruf. Schlagzeilen machen vor allem Standortverlagerungen mit Massenentlassungen wie bevorstehende Schließung des Nokia-Werks in Bochum. Viele Schülerinnen und Schüler erleben, wie sich ihre Eltern als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen.

Globalisierung wird aus dieser Perspektive nur als Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, Lohnverzicht und Ursache für Arbeitslosigkeit wahrgenommen. Die Mehrheit hat Angst vor Veränderung und sieht nicht, dass Deutschland als Exportweltmeister zu den Gewinnern der verstärkten internationalen Arbeitsteilung gehört. Das aktuelle Thema setzt sich mit den Auswirkungen der ökonomischen Globalisierung auseinander. Ziel ist es, ein differenzierteres Bild von den Chancen der Globalisierung und ihren Risiken zu vermitteln und politische Möglichkeiten zur Krisenbewältigung vorzustellen.

Methodisch-didaktische Ziele

Im Mittelpunkt der Hintergrundinformationen steht die Frage, wie die Öffnung der Märkte und die internationale Arbeitsteilung Wirtschaft und Arbeitsmärkte verändert haben. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler die Potenziale dieser Entwicklung bezogen auf Industrie- und Entwicklungsländer ebenso kennen lernen wie die Risiken für den Arbeitsmarkt einschätzen.

Das Arbeitsblatt problematisiert am Beispiel der Insolvenz des Handyherstellers BenQ Mobile (früher: Siemens) die Massenentlassung im Herkunftsland als Folge einer Standortverlagerung. Am Beispiel des „Europäischen Fonds zur Anpassung an die Globalisierung“ (Europäischer Globalisierungsfonds, EGF) diskutieren die Schülerinnen und Schüler, welche Möglichkeiten und Grenzen die Politik hat, solche akuten Globalisierungskrisen sozial zu gestalten.

Das Schaubild liefert Daten und Zahlen, welchen beabsichtigte und durchgeführte Standortverlagerungen auf Unternehmen in Deutschland hatten und welche Art von Unternehmen besonders häufig ins Ausland verlagerte.
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