Lernziele

Wie Europa funktioniert

Zu den Hintergrundinformationen und Links
Zum Arbeitsblatt und Schaubild

Europa zählt zu den historischen Erfolgsgeschichten: Die Nationalstaaten, die sich im Zweiten Weltkrieg erbittert bekämpft haben, arbeiten jetzt intensiv in vielen Politikfeldern zusammen, haben gemeinsame Institutionen geschaffen und besitzen sogar eine gemeinsame Währung.

Im Bewusstsein der Bevölkerung wird diese historische Leistung aber kaum noch wahrgenommen. Dass die europäische Erweiterung die Teilung Europas in Ost und West endgültig beendete, tritt in den Hintergrund. Ängste und Sorgen vor Lohndumping, Sozialabbau, steigender Arbeitslosigkeit und Kriminalität durch die Erweiterung der EU verunsichert die Bürgerinnen und Bürger.

Die meisten Europäer fühlen sich dessinformiert über politische Entscheidungsprozesse und erleben die europäischen Institutionen als bürokratisch und undurchsichtig. Die Frage lautet: Wer macht eigentlich was in Europa? Braucht Europa eine Verfassung, die das Zusammenspiel der Institutionen neu regelt? Sicher ist: Europa muss für die junge Generation neu begründet werden, wie Bundeskanzlerin Merkel am 22. September 2006 bei der Eröffnung des Internationalen Bertelsmann Forums "Die Zukunft der Europäischen Union" forderte.

Lernziele

Für die Fächer Politik und Geschichte wird es immer wichtiger, neben der nationalgeschichtlichen auch die europäische Dimension politischer und historischer Entscheidungen zu thematisieren. Konkret heißt das, neben den politischen Institutionen der Bundesrepublik und den Wahlen zum Bundestag müssen auch die politische Institutionen der EU und die Wahlen zum Europaparlament immer wieder zum Unterrichtsgegenstand werden, damit die Schülerinnen und Schüler ihre politische Handlungsfähigkeit als Bürgerinnen und Bürger der EU entwickeln können. Ihr Mandat als zukünftige Wählerinnen und Wähler des Europaparlaments werden sie nur dann motiviert wahrnehmen, wenn sie die politischen Entscheidungsprozesse in Europa verstehen und ein Bewusstsein dafür entwickeln können, wo ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten liegen.

Die Hintergrundinfos und Materialien sollen
  • Grundkenntnisse über Europa und die historischen Zusammenhänge vermitteln, in denen die EU verankert ist.
  • darüber informieren, wer was macht in Europa bzw. wie die Europäische Union funktioniert (Beispiel "Gesetzgebung«"
  • einen Einblick in die aktuelle Ergebnisse europäischer Politik (Verfassung) geben

Methodische Hinweise

Mit einem Brainstorming zum Thema "Was bedeutet für euch Europa?" können Vorwissen und Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler ermittelt werden, um daraus Fragen für die Auseinandersetzung mit dem Thema Europa zu sammeln. Sicher werden dabei auch noch nicht lange zurückliegende historische Ereignisse wie die Einführung des Euros und die Osterweiterung von den Schülerinnen und Schülern angesprochen werden.

Das Arbeitsblatt und das Schaubild thematisieren das gegenwärtige Europa. Wie laufen politische Entscheidungsprozesse in der europäischen Union ab?

Zur Vorbereitung ist es sinnvoll, dass sich die Schülerinnen und Schüler im Hintergrund einen Überblick über die Aufgaben und Politikfelder der Europäischen Union verschaffen. Das Arbeitsblatt konzentriert sich auf das Zusammenspiel von Rat, Parlament und Kommission bei der europäischen Gesetzgebung. Am konkreten Beispiel sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen und mithilfe des Schaubildes selbst erklären können, auf welche Weise eine europäische Richtlinie entsteht bzw. verabschiedet wird.
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