Fit für die Zukunft
Die erwerbstätige Generation muss einiges stemmen: Den Lebensunterhalt verdienen, Kinder erziehen und für die Rentenzahlungen an die Älteren sorgen. Weil immer weniger Kinder geboren werden und die Menschen älter werden, muss die Rentenversicherung kontinuierlich angepasst werden, um die arbeitende Generation nicht zu überfordern und gleichzeitig die Renten zu sichern.
Weniger Beitragszahler – mehr Rentner
Die Bevölkerungsentwicklung stellt die gesetzliche Rentenversicherung vor große Herausforderungen: In 30 Jahren werden auf einen Rentner nur noch etwa zwei Beitragszahler kommen, da immer weniger Kinder geboren werden. Zudem leben die Menschen immer länger, also erhalten sie auch immer länger Rentenzahlungen. Die Bundesregierung hat einen so genannten Nachhaltigkeitsfaktor in die Formel zur Rentenberechnung eingebaut, der die Bevölkerungsentwicklung berücksichtigt und den Rentenanstieg dämpft. Werden die Beitragszahler weniger, fallen die jährlichen Rentenerhöhungen geringer aus als der Anstieg der Bruttoeinkommen.Höhere Löhne – höhere Rente
Die Bruttolöhne der Arbeitnehmer steigen in der Regel jedes Jahr, um die alltäglichen Preissteigerungen auszugleichen. Die jährlichen Rentenanpassungen sind daran gekoppelt: Steigen die Bruttolöhne der Erwerbstätigen, erhöhen sich die Bezüge der Ruheständler. Die „dynamische Rente" gibt es bereits seit dem Jahr 1957.Mit der Rentenreform 2001 wurde das Rentenniveau jedoch deutlich abgesenkt, um das System zukunftsfähig zu halten. Damit nun die Renten bei sinkenden Löhnen in Krisenzeiten nicht noch weiter zurückgehen, hat die Regierung eine Rentenschutzklausel – eine Art Garantie gegen Rentenkürzung – beschlossen. Allerdings werden dafür ab 2011 mögliche Rentenerhöhungen nicht voll an die Ruheständler weitergegeben, um das Geld wieder in die Kassen zu bekommen.
Länger arbeiten – länger Rente
Ab 2012 wird das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben: Wer 1964 und später geboren wurde, kann dann erst mit 67 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen. Wer sich mit 65 Jahren zur Ruhe setzen möchte, muss mindestens 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben oder 0,3 Prozent weniger Rente pro Monat, den er früher in Rente gehen möchte, in Kauf nehmen.
Gerechter Generationenvertrag?
Viele ältere Menschen sind mit den Maßnahmen der Regierung nicht einverstanden und kritisieren, dass sie einseitig zulasten der Rentner gingen. Diese hätten schließlich ein Arbeitsleben lang Beiträge gezahlt und nun einen Anspruch auf eine ungekürzte Rente. Zudem erhielten viele Rentner nur eine geringe Summe. Angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten sei daher jede Erhöhung für sie lebensnotwendig.Die Jüngeren betonen dagegen, dass die heutige Rentnergeneration die wohlhabendsten sei, die es in Deutschland je gegeben habe. Daher müssten auch sie mithelfen, kommende Generationen zu entlasten und deren Rente zu sichern.
Private Vorsorge notwendig
Immer weniger Beitragszahler werden in Zukunft immer mehr Rentnern mit steigendem Lebensalter – und damit einem längeren Rentenbezug – gegenüberstehen. Um die arbeitenden Generationen nicht zu überfordern, dürfen die Renten nicht mehr so stark steigen. Für die Jüngeren wird die gesetzliche Rente daher allein nicht mehr ausreichen, wenn sie auch im Alter den gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten möchten. Deshalb ist es wichtig, sich um eine zusätzliche private und – wenn möglich – betriebliche Altersvorsorge zu kümmern - am besten bereits beim Einstieg in das Berufsleben.
Der Staat unterstützt seine Bürger
Seit 2002 fördert der Staat mit finanziellen Zuschüssen (Zulagen) und mit Steuerersparnissen (zusätzlicher Sonderausgabenabzug) den Aufbau einer betrieblichen oder privaten Altersvorsorge, der so genannten Riester-Rente. Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung, Beamte, Richter und Soldaten, die mindestens vier Prozent des Vorjahreseinkommens für die Altersvorsorge aufwenden, erhalten die volle Förderung. Bei Verheirateten genügt es, wenn einer von beiden die Voraussetzungen erfüllt, dann erhält auch der andere die volle Förderung. Geringverdiener müssen nur einen Mindestbetrag zahlen. Vor allem Familien und Menschen mit niedrigem Einkommen profitieren von der Riester-Rente. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten ist die Riester-Rente jetzt ein Erfolgsmodell. Im ersten Quartal 2011 gab es 14,6 Millionen Riester-Verträge.
Altersvorsorge macht Schule
Ob Banksparplan oder Aktienfonds – es gibt viele Möglichkeiten, für das Alter vorzusorgen. Die eine Anlage ist sicherer, die andere bringt mehr Rendite. Richtig sparen will gelernt sein. Viele Volkshochschulen bieten Kurse an, in denen die Frage geklärt wird, wie die gesetzliche Rente sinnvoll ergänzt werden kann. Mehr Infos unter
www.altersvorsorge-macht-schule.de
Geprüfte Anlagen
Der Staat fördert nur zertifizierte Finanzprodukte, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Eine Zertifizierungsstelle bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überprüft, ob die Angebote den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Dies sagt jedoch nichts darüber aus, wie viel Gewinn der Vertrag letztlich abwirft. Die Zertifizierung ist also keine Garantie für eine hohe Rendite (Gewinn). Folgende Anlageformen werden gefördert: Banksparpläne, Rentenversicherungen und Fondssparpläne. Mit „Wohn-Riester" kann auch privates Wohneigentum gefördert werden.
Betriebliche Altersvorsorge
Seit dem Jahr 2002 kann jeder Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber verlangen, dass ein Teil seines Lohns in eine betriebliche Altersversorgung fließt. In Tarifverträgen ist diese Anlageform sogar festgeschrieben. Wer also auf einen Teil seines Einkommens, etwa das Weihnachts- oder Urlaubsgeld, verzichtet, kann auf diese Weise eine zusätzliche Rente für das Alter ansparen. Auch hier unterstützt der Staat die Arbeitnehmer, zum Beispiel durch Steuervergünstigungen.
Arbeitsaufträge
Informieren Sie sich im Internet über die staatlich geförderten Anlageformen zur privaten Vorsorge: Welche Anlageform würden Sie als Berufseinsteiger für sich wählen? Begründen Sie Ihre Entscheidung.
Stand Juli 2011
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[1 Kommentar]Kommentare
am 21.11.2011 / 14:26öööööööööööy 48