Soziale Marktwirtschaft im Wandel
Die Wirtschaft der Bundesrepublik erholte sich 1948 nach Einführung der Deutschen Mark als Zahlungsmittel (Währungsreform) recht schnell wieder. Es war Arbeit für alle da und jeder packte mit an. Das „Wirtschaftswunder“ der 1950er-Jahre begann. Viele glaubten, es ginge nun stetig aufwärts. Heute steht Deutschland angesichts der alternden Bevölkerung, der gesunkenen Geburtenzahlen und der Globalisierung vor neuen Herausforderungen.
„Wohlstand für alle!“
Das politische Ziel von Ludwig Erhard (Bundeswirtschaftsminister von 1949 bis 1963, CDU) lautete: „Wohlstand für alle!“ Zusammen mit dem Ökonom Alfred Müller-Armack entwickelte er die Idee der „Sozialen Marktwirtschaft“, an der sich die deutsche Wirtschaftspolitik bis heute orientiert. In einer Sozialen Marktwirtschaft soll jeder Einzelne nicht nur auf seine individuelle Leistungsfähigkeit angewiesen sein, sondern in Notsituationen mit der Unterstützung der Allgemeinheit rechnen können.Leistung, Wettbewerb und sozialer Ausgleich
Soziale Marktwirtschaft kann nur dann funktionieren, wenn der Staat für alle Marktteilnehmer verbindliche Spielregeln aufstellt: Einerseits muss es in einer Marktwirtschaft einen freien Wettbewerb geben, in dem alle Unternehmen die gleichen Chancen haben, ihre Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Das Privateigentum muss geschützt werden, und die Wirtschaftsfreiheiten, etwa Konsumfreiheit, Arbeitnehmerfreiheit, freie Berufswahl oder Gewerbefreiheit, müssen gewährleistet sein. Andererseits muss der Staat für einen sozialen Ausgleich sorgen, damit Einkommen und Vermögen möglichst gerecht verteilt werden. Die Bürger müssen grundsätzlich gegen die größten Lebensrisiken wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit abgesichert werden. Allerdings müssen sie – zum Beispiel für die Altersvorsorge – auch selbst Verantwortung übernehmen und dürfen sich nicht allein auf staatliche Fürsorge verlassen.„Made in Germany“
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Soziale Gesetze
Zahlreiche gesetzliche Regelungen und Angebote helfen den Menschen, ihre Freiheitsrechte zu sichern, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen und einen angemessenen Lebensstandard zu erreichen. Nachfolgend einige Beispiele:- Die Sozialversicherungen schützen in sozialen Notlagen – bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, Pflegebedürftigkeit, nach einem Unfall oder wenn man im Alter nicht mehr arbeitet. Die Sozialversicherungen werden aus Beiträgen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanziert. Nur bei der Unfallversicherung werden die Beiträge allein von den Arbeitgebern bezahlt.
- Die Steuergesetze legen fest, wofür und in welcher Höhe wir Steuern zahlen. Damit finanziert der Staat unter anderem soziale Leistungen wie Kinder- und Elterngeld, Arbeitslosengeld II oder Wohngeld.
- Die Tarifautonomie sichert das Recht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung ohne staatlichen Eingriff selbst zu regeln.
- Im Betriebsverfassungsgesetz ist festgelegt, dass Arbeitnehmer und Auszubildende in vielen Fragen ein Recht auf Mitbestimmung im Betrieb haben.
- Der Arbeits- und Kündigungsschutz sorgt für einen sicheren Arbeitsplatz. So darf niemand von heute auf morgen entlassen werden. Außerdem erhält jeder, der krank wird, seinen Lohn eine Zeit lang weiter ausbezahlt.
- Durch öffentliche Bildungseinrichtungen und -finanzierungen sollen alle die gleichen Startchancen erhalten – vom Kindergarten bis zur beruflichen Ausbildung oder zum Studium.
Neue Herausforderungen im 21. Jahrhundert
Deutschland steht im 21. Jahrhundert wie fast alle Industriestaaten vor großen Zukunftsaufgaben: dem Abbau der Staatsverschuldung, den Folgen der Globalisierung, der künftigen sozialen Absicherung, der Armutsbekämpfung und der Sicherung sozialer Chancen. Trotz positiver Entwicklung in der Wirtschaft ist der Arbeitsmarkt noch nicht ausgeglichen: Während die Unternehmen einen Mangel an Fachkräften beklagen, finden Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte trotz sinkender Arbeitslosenzahlen kaum eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Soziale Gerechtigkeit bedeutet aber, dass alle Menschen zumindest annähernd gleiche Chancen haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Eine gute Ausbildung legt das Fundament: Arbeit, die ein ausreichendes eigenes Einkommen ermöglicht, ist die Basis, um persönliche Ziele verwirklichen zu können. Bildung ist ein wichtiges Mittel, um soziale Ausgrenzung und Armut zu verhindern.Wachsenden Umwelteinflüsse und das stärkere ökologische Bewusstsein der Verbraucher verändern unsere Wirtschaft und Gesellschaft. Deshalb wandelt sich die Soziale Marktwirtschaft immer mehr zu einer Ökologisch-Sozialen Marktwirtschaft, die den Schutz der Umwelt in ihre Wirtschaftsabläufe mit einbezieht (nachhaltiges Wirtschaften).

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Quelle: IAB, Stand März 2011, Werte für 2011 basieren auf der Annahme einer Steigerung des Bruttoinlandsproduktes um 3 Prozent.
Arbeitsaufträge
Besprechen Sie mit Ihrem Nachbarn, was angemessen entlohnte Arbeit für Sie bedeutet. Beziehen Sie eigene Erfahrungen sowie die von Freunden und Familienangehörigen mit ein.
Erstellen Sie ein Thesenpapier mit Pro- und Kontra-Argumenten für folgende These: Angemessen entlohnte Arbeit ist die beste Vorsorge gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit. Diskutieren Sie in der Lerngruppe.
Stand Juli 2011
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[5 Kommentare]Kommentare
am 09.01.2012 / 14:47Danke am 06.01.2012 / 16:42
... Redaktion Sozialpolitik am 29.06.2009 / 12:51
Hallo, die Soziale Marktwirtschaft mit ihren Prinzipien Freiheit auf dem Markt und sozialer Ausgleich wird oben im Text genauer erläutert. am 28.06.2009 / 17:32
kann mir irgendjemand helfen? was sind die besonderen Merkmale der sozialen Marktwirtschaft? wenn ja,dann sagt es mir! bitte!! sag ich net am 12.02.2009 / 12:04
es ist alles viel zu lang !!!!