Hintergrundinformationen

Unternehmen Verantwortung: Corporate Social Responsibility (CSR)

CSR in der globalisierten Welt

Meinte der Begriff der wirtschaftlichen Globalisierung ursprünglich den weltweiten, nahezu grenzenlosen Kapital- und Warenverkehr, so gerät zunehmend ein negativer Aspekt in den Fokus: Manche Unternehmen sind bereit – durchaus auch kurzfristig – Lohnvorteile in wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern auszunutzen, womit Arbeitsplätze im eigenen Land verloren gehen. Dabei werden diejenigen Länder bevorzugt, die ein niedriges Lohnniveau aufweisen, möglichst wenig oder keine Steuern und Sozialbeiträge erheben, kein Tarifrecht kennen und oft unzureichende, ungesunde Arbeitsbedingungen bieten. Bei derart geringen Arbeitskosten schlagen die Aufwendungen für den Transport, nicht selten um die halbe Welt, kaum noch zu Buche.

Gleichzeitig gibt es zahlreiche international tätige Unternehmen, die ihre gesellschaftliche Verantwortung insbesondere im Rahmen internationaler Instrumente und Initiativen wahrnehmen. Zu den internationalen Vereinbarungen, die den Unternehmen als Maßstab dienen, beziehungsweise zu denen sie sich verpflichtet haben, zählen: die Leitsätze für multinationale Unternehmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die dreigliedrige Grundsatzerklärung über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik der ILO und der Global Compact der Vereinten Nationen, ein Zusammenschluss zwischen Unternehmen und UNO, um die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten. Jetzt muss es darum gehen, diese Instrumente wirksamer und effektiver zu gestalten.

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher konsumieren nicht mehr ohne Vorbehalt. Sie hinterfragen Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern: Entlohnung, Arbeitszeiten, Kinderarbeit, Arbeitssicherheit, Gesundheit, um nur einige Kriterien zu nennen. Und dieselben Verbraucherinnen und Verbraucher wollen oft auch Genaueres zur Nachhaltigkeit der Produkte erfahren: eingesetzte Materialien, nachwachsende Rohstoffe, Energieverbrauch für Produktion und Transport, Recyclefähigkeit usw. Sie kaufen beispielsweise bei einem Gartenmöbelhersteller, der ausschließlich Hartholz aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen bezieht und nachprüft, ob die Plantagenarbeiter einen fairen Lohn erhalten, der außerdem darauf achtet, dass die Rohstoffe anschließend mit möglichst geringem Energieaufwand transportiert und mit umweltneutralen Stoffen weiterbehandelt werden.


Stand Oktober 2010 [zurück][1][2][3]4vor
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