Hintergrundinformationen

Unternehmen Verantwortung: Corporate Social Responsibility (CSR)

Freiwilliges Engagement zahlt sich aus

Warum ist ein Unternehmen bereit, freiwillig in die Erfüllung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben zu investieren? Altruismus, also rein selbstloses Handeln, wird allein nicht der Grund sein, sondern eher die Aussicht, dass durch diese Investitionen für das Gemeinwohl am Ende auch das Unternehmen profitiert.

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass es häufig auch ökonomisch sinnvoll ist und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern kann, wenn sie ihr Kerngeschäft nachhaltig ausrichten. Möglich ist dies vor allem, weil immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher umweltgerechte und fair gehandelte Produkte nachfragen und wissen wollen, unter welchen Bedingungen diese Produkte entstanden sind. Die CSR-Bemühungen der Wirtschaft erhalten also sowohl von der Politik als auch von den Verbraucherinnen und Verbrauchern wachsende Unterstützung.

Der „Bio-Boom“ in Deutschland konnte zum Beispiel nur entstehen, weil immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher Wert auf hochwertige und gesunde Lebensmittel und Produkte legen – zahlreiche Unternehmen haben deshalb investiert und ihre Produktionsverfahren geändert, damit ihre Produkte mit dem „Bio-Siegel“ zertifiziert werden. Aber nicht nur auf die Verbraucherinnen und Verbraucher, sondern auch auf die eigenen Beschäftigten kommt es an: Ein Unternehmen, das gute Arbeitsbedingungen bietet, hat zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich stärker nach außen und innen für ihr Unternehmen engagieren, und zieht besonders hoch qualifizierte Arbeitskräfte an.

Während also immer mehr Unternehmen erkennen, dass nachhaltiges, verantwortliches Handeln für sie von Vorteil ist, gibt es natürlich auch Unternehmen, die sich mit CSR-Versprechungen schmücken, ohne ihre Verpflichtungen einzulösen (auch „Greenwashing“ – Grünfärberei genannt). Hier gilt es, in Bildungsorganisationen und im Rahmen politischer Maßnahmen bei Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder Lieferanten, ein geschärftes Bewusstsein für „echte“ CSR zu bilden und zu schulen.

CSR-Strategien fördern und stützen

Das Bundeskabinett hat am 6. Oktober 2010 die nationale Strategie zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen beschlossen, den so genannten Aktionsplan CSR. Unter dem Slogan „CSR – Made in Germany“ möchte die Bundesregierung mehr Unternehmen für ein sozial, ökologisch und ökonomisch verantwortliches Handeln gewinnen, das über gesetzliche Bestimmungen hinausgeht.

CSR ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und stellt Anforderungen an das Verhalten aller Gruppen. Im Januar 2009 wurde daher ein vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ein nationales CSR-Forum mit 44 Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik einberufen. Das CSR-Forum hat die Entwicklung der nationalen CSR-Strategie unterstützt und begleitet nun auch die Umsetzung des Aktionsplans CSR in Deutschland. Unternehmen nehmen demzufolge gesellschaftliche Verantwortung wahr, indem sie:

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fair behandeln, fördern und beteiligen,
  • mit natürlichen Ressourcen schonend und effizient umgehen,
  • darauf achten, in der Wertschöpfungskette – in ihrem Einflussbereich – sozial und ökologisch verantwortungsvoll zu produzieren,
  • Menschenrechte und die ILO-Kernarbeitsnormen wahren und einen Beitrag leisten, sie international durchzusetzen,
  • einen positiven Beitrag für das Gemeinwesen leisten,
  • verstärkt in Bildung investieren,
  • kulturelle Vielfalt und Toleranz innerhalb des Betriebes fördern,
  • für einen fairen Wettbewerb eintreten
  • Maßnahmen zur Korruptionsprävention fördern,
  • Transparenz hinsichtlich ihrer Unternehmensführung herstellen,
  • Verbraucherrechte und Verbraucherinteressen achten.
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