Ferienjobs – das ist zu beachten
ALG II: Einkommen aus Ferienarbeit bis 1.200 Euro anrechnungsfrei
Mehr Geld in der Tasche haben ab Jugendliche, die einem Ferienjob nachgehen und in einer Familie leben, die Arbeitslosengeld II bekommt. Seit Juli 2010 sind 1.200 Euro pro Kalenderjahr anrechnungsfrei, das heißt sie dürfen ohne Verrechnung mit dem Arbeitslosengeld II der Eltern durch Ferienarbeit dazu verdient werden. Die Regel gilt für die Arbeit in den Schulferien mit einem Zeitraum von bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr.Von der neuen Regelung profitieren Jugendliche, die eine allgemein bildende oder berufsbildende Schule besuchen und kein eigenes Einkommen, zum Beispiel in Form einer Ausbildungsvergütung, erhalten. (Ausnahme: Für Jugendliche, die in den letzten Ferien nach Abschluss der Schule einem Ferienjob nachgehen und danach keine berufsbildende Schule, sondern ein Studium, eine betriebliche Ausbildung oder einen regulären Job aufnehmen, gilt diese Regel nicht.)
Ferienjob finden: Eigeninitiative ist gefragt
Die (echten) kurzfristigen Ferienjobs sind heiß begehrt und mittlerweile Mangelware. Früher gab es einen traditionellen Markt für Ferienjobs, doch der Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt und die Finanzkrise haben den Bedarf der Unternehmen an arbeitswilligen Schülern und Studierende drastisch reduziert und unter anderem in den Niedriglohnsektor, also auf Mini- und Midijobs, verlagert. Mit Beziehungen und Eigeninitiative hat man dennoch Chancen auf Erfolg.Gute Möglichkeiten sind:
- Eltern, Verwandte und Bekannte bitten, sich in ihren Betrieben umzuhören.
- Bei Unternehmen vor Ort nachfragen und gegebenenfalls eine kurze Initiativbewerbung abgeben. Wenn dann jemand kurzfristig gebraucht wird, kann die Firma auf die Bewerbung zurückgreifen.
- In der lokalen Zeitung und in Ferienjob-Börsen im Internet nach Ferienjobs suchen.
- Nachbarn fragen, ob man sich zum Beispiel während des Urlaubs um den Garten oder die Katze kümmern soll.
Die Arbeitsagentur kann in der Regel kaum Ferienjobs für Schülerinnen und Schüler vermitteln; sie ist eher eine Adresse für Studierende, da diese für die Arbeitgeber leichter zu beschäftigen sind und in der Regel schon über mehr Qualifikationen wie einen Führerschein oder Computerkenntnisse verfügen.
Wer zusätzlich zum Geldverdienen seine Sprachkenntnisse aufbessern will und den Alltag in einem anderen Land erleben möchte, kann sich auch um einen Ferienjob im Ausland bewerben. Institutionen wie die Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland (www.rausvonzuhaus.de) oder der British Council Germany (www.britishcouncil.de) helfen zum Beispiel bei der Vermittlung von Jobs im Ausland beziehungsweise in Großbritannien.
Servicenummer der Minijob-Zentrale zum Thema Minijobs/Ferienjobs:
01801/200-504* oder 0355/2902-70799, Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr
(*Festnetzpreis 3,9 Cent/Min; höchstens 42 Cent/Min aus Mobilfunknetzen)
(Stand: Mai 2010) [zurück][1][2]3vor
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