Berufswahl
Fördermöglichkeiten und Programme
Berufsausbildungsbeihilfe
Um Jugendlichen auch eine Ausbildung zu ermöglichen, die weiter von ihrem Wohnort entfernt liegt, gewährt die Agentur für Arbeit Auszubildenden eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Die Höhe richtet sich nach der Art der Unterkunft, der Höhe der Ausbildungsvergütung und dem Jahreseinkommen der Eltern. Die BAB ist eine Pflichtleistung der Arbeitsförderung.Die Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme wird einkommensunabhängig gefördert, wenn sie auf eine Ausbildung vorbereitet oder der beruflichen Eingliederung dient. Die Arbeitsagentur zahlt einen Pauschalbetrag für Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Kosten für Lernmittel und Arbeitskleidung.
Über die Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung können Jugendliche, die bei der Agentur für Arbeit als Ausbildungssuchende registriert sind, Leistungen aus dem Vermittlungsbudget erhalten.
Ausbildungsförderung (BAföG)
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) soll jungen Menschen die Chance geben, eine Ausbildung zu machen, auch wenn sie oder die Eltern dazu nicht die nötigen finanziellen Mittel haben. BAföG können beanspruchen: Auszubildende an Berufsfachschulen, Fachschulen und Fachoberschulen; ebenso Jugendliche, die ihren Schulabschluss im zweiten Bildungsweg an Abendhauptschulen, -realschulen oder-gymnasien nachholen. Gefördert werden außerdem Studierende an höheren Schulen, Fachakademien und Universitäten. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Ausbildungszeiten im Ausland gefördert werden. Schüler müssen ihre Ausbildungsförderung nicht zurückzahlen, Studierende nur die Hälfte des Förderbetrags.
Infos unter: www.das-neue-bafoeg.de
Das Förderprogramm JOBSTARTER
Mit dem Programm JOBSTARTER will die Bundesregierung die Ausbildungsstruktur verbessern, zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze in Problemregionen gewinnen und den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf erleichtern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert beispielsweise Projekte in Branchen und Unternehmensgruppen, die sich bisher unterproportional an der Ausbildung beteiligen.Bis zum Jahr 2013 stellt das Ministerium Fördergelder in Höhe von 125 Millionen Euro zur Verfügung, einschließlich Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds. Seit dem Start entstanden im diesem Rahmen rund 42.500 zusätzliche Ausbildungsplätze. Zuständig für die Umsetzung von JOBSTARTER ist das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.
Infos unter: www.jobstarter.de
Einstiegsqualifizierung Jugendlicher
Das Programm Einstiegsqualifizierung (EQ) als Langzeitpraktikum richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre, die keine Ausbildungsstelle gefunden haben. Die EQ ist eine Art ausbildungsvorbereitendes Praktikum, durch das die Teilnehmer Grundkenntnisse eines Berufs im Betrieb kennen lernen. Das EQ-Programm dauert zwischen sechs und zwölf Monaten und endet mit einem Kammerzertifikat. Eine Übernahme in Ausbildung sollte vom Unternehmen angestrebt werden (siehe Ausbildungspakt). Arbeitgeber, die EQ anbieten, bekommen einen Zuschuss von bis zu 212 Euro (Stand 2010) monatlich über die Agentur für Arbeit. Seit Oktober 2007 ist die Förderung der Einstiegsqualifizierung als Arbeitgeberleistung gesetzlich verankert.Der Abschlussbericht der Begleitforschung zum EQ-Programm bestätigt dessen Erfolg: Im ersten Ausbildungsjahr 2004/2005 haben 17.768 Jugendliche teilgenommen, doppelt so viele waren es mit 32.107 Eintritten im Folgejahr. Im dritten Ausbildungsjahr 2006/2007 steigerte sich die Zahl auf 37.576. Im Januar 2010 konnten 56 Prozent der Teilnehmer eine reguläre betriebliche Berufsausbildung beginnen. 32 Prozent der EQ wurden von jungen Menschen mit Migrationshintergrund absolviert.
Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung
Wenn Jugendliche oder junge Erwachsene trotz intensiver Bemühungen keine Lehrstelle finden, dann können sie unter bestimmten Umständen eine Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE) absolvieren. Die förderungsfähige Zielgruppe sind lernbeeinträchtige und sozial benachteiligte junge Menschen. Das können beispielsweise Ausbildungsabbrecher, Aussiedler und Jugendliche mit Migrationshintergrund und Sprachschwierigkeiten sein.Während einer Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung absolvieren die Teilnehmer mehrwöchige Betriebspraktika. Ziel ist es, die Ausbildung möglichst nach einem Jahr in einem regulären Betrieb fortsetzen zu können. Zum Teil erfolgt die Ausbildung daher auch in direkter Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben (kooperatives Modell). Die fachtheoretische Ausbildung findet dann in berufsschulischer Form statt. Sozialpädagogische Fachkräfte unterstützen die jungen Erwachsenen durch zusätzliche Unterweisung, Förderung und Betreuung. [zurück][1]2[3][vor]
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