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Suchtprävention: Rauchen

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Erwachsene Raucher haben meist schon als Kind oder Jugendliche mit dem Zigarettenkonsum begonnen – sei es, um Freunden zu imponieren, aus Unsicherheit, Einsamkeit oder Langeweile.

Schnell wird Rauchen jedoch zur Sucht und greift das gesamte Gefäß- und Nervensystem an, denn im Tabakrauch sind nicht nur Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid enthalten, sondern über 4.800 weitere chemische Substanzen. Etwa 140.000 Menschen sterben jährlich an den direkten Folgen des Tabakkonsums, 3.300 Nichtraucherinnen und Nichtraucher an den Nachwirkungen des Passivrauchens, so das Deutsche Krebsforschungszentrum in seiner Roten Reihe „Tabakprävention und Tabakkontrolle“ (Band 10). Dabei gilt Rauchen als größtes vermeidbares Gesundheitsrisiko unserer Zeit.

Situation in Deutschland

Derzeit rauchen in Deutschland knapp 34 Prozent der Erwachsenen und 15 Prozent der 12- bis 17-Jährigen. Bei den Jugendlichen ist nach der Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2008 der Raucheranteil in den letzten Jahren jedoch deutlich gesunken:

Bei den Jungen ging die Raucherquote von 27,2 Prozent (2001) auf 14,7 Prozent (2008) zurück, bei den Mädchen von 27,9 Prozent (2001) auf 16,2 Prozent (2008). Das ist bei Minderjährigen der niedrigste Prozentsatz seit 1979. Gleichzeitig stieg seit 2001 der Anteil der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben auf 60,6 Prozent (Jungen: 61,7 Prozent, Mädchen 59,4 Prozent).

Das bedeutet jedoch keine Entwarnung: Die Raucherquote der deutschen Jugendlichen liegt im europäischen Vergleich noch im oberen Mittelfeld. So ist sie in der Sekundarstufe I bei Hauptschülerinnen und -schülern mit 18,8 Prozent inzwischen mehr als viermal so hoch wie an Gymnasien (4,3 Prozent). Von den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren rauchen sogar rund 40 Prozent. Allerdings bedauern mit 18 fast zwei Drittel, je mit dem Rauchen angefangen zu haben. Zwei Drittel derjenigen, die damit aufhören wollen, haben mindestens einen erfolglosen Ausstiegsversuch hinter sich, aber nur 1,5 Prozent konnten während der letzten zwölf Monate auf das Rauchen verzichten.

Gefahren des Rauchens

Rauchen kann nahezu jedes Organ des menschlichen Körpers schädigen und dadurch viele schwere Krankheiten verursachen. Daran stirbt mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Raucherinnen und Raucher – und das oftmals schon in jungen Jahren: Die Hälfte dieser tabakrauchbedingten Todesfälle tritt bereits im mittleren Lebensalter zwischen 35 und 69 Jahren auf. Nur 58 Prozent der Rauchenden erreichen das siebzigste Lebensjahr und sogar nur 26 Prozent das achtzigste Lebensjahr.

Im zwanzigsten Jahrhundert starben weltweit mehr als 100 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens und jährlich kommen über fünf Millionen neue Tabakopfer hinzu. Allein in Deutschland sterben 110.000 bis 140.000 Menschen pro Jahr an den Folgen tabakrauchbedingter Krankheiten.

Die häufigste Todesursache unter den tabakrauchbedingten Krankheiten sind Herz-Kreislauferkrankungen. Die Bestandteile des Tabakrauchs beschädigen die Blutgefäße und fördern so die Entstehung von Arteriosklerose. Diese entsteht, wenn die Zellen der innersten Schicht der Blutgefäße geschädigt werden und sich darunter Fettmoleküle (LDL, „schlechtes Cholesterin“) ablagern. Darüber hinaus haben Raucherinnen und Raucher im Vergleich zu Nichtrauchenden auch ein höheres Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit liegt eine Durchblutungsstörung in den Beinen und Armen vor, die durch Verengungen von Blutgefäßen (Arterien) verursacht werden.

Die vierthäufigste Todesursache in Deutschland ist mit rund 40.000 Todesfällen pro Jahr der Lungenkrebs – fast alle diese Todesfälle sind nur durch das Rauchen verursacht: Bis zu 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle bei Männern und 60 Prozent der Lungenkrebserkrankungen bei Frauen entstehen durch das Rauchen. Neben dem Lungenkrebs verursacht der Tabakkonsum Krebs in der Mundhöhle und im Rachenraum, Kehlkopfkrebs, Speiseröhren-, Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Blasen- und Nierenkrebs und bestimmte Formen der Leukämie. Bei Frauen erhöht Rauchen außerdem das Risiko für Gebärmutterhalskrebs. Insgesamt lassen sich mehr als 20 Prozent aller Krebserkrankungen auf das Rauchen zurückführen.

Die Lunge wird besonders schwer durch den Tabakrauch geschädigt. Rauchen erhöht das Risiko für Lungenentzündungen, Bronchitis und Asthma und vor allem für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD). COPD bezeichnet als Sammelbegriff mehrere Krankheiten, die alle dieselben Symptome zeigen: Husten, vermehrter Auswurf und Atemnot. Die Beschwerden nehmen im Krankheitsverlauf an Häufigkeit und Stärke zu, und ab einem bestimmten Stadium sind die krankhaften Veränderungen des Lungengewebes nicht mehr heilbar. Meist wird eine COPD erst sehr spät festgestellt – zu spät für eine Heilung. Rund 20.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an COPD – fast alle sind Raucherinnen und Raucher: 80 bis 90 Prozent der COPD-Fälle werden durch das Rauchen verursacht, etwa jeder vierte Rauchende erkrankt an einer COPD. Die COPD ist in Deutschland inzwischen die sechsthäufigste Todesursache.

(Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), www.rauch-frei.info, Stand Februar 2010) zurück1[2][3][4][vor]
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