Hintergrundinformationen

Suchtprävention: Rauchen

Präventionskampagnen und Wettbewerbe

Deutscher Präventionspreis
Das Bundesministerium für Gesundheit, die Manfred Lautenschläger Stiftung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeichnen mit diesem Wettbewerb Schulen der Sekundarstufe I aus, die sowohl die körperliche und geistige als auch die seelische Entwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler systematisch fördern. Die Schulen sollen dabei neue Wege gehen und sich mit anderen Akteuren in der Kommune vernetzen. Der Wettbewerb prämiert vorbildhafte Initiativen, die zur Nachahmung anregen sollen. Der Preis ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert.

Kampagne „rauchfrei“
Die Dachkampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) will den Tabakkonsum verringern, den Nichtraucher-Anteil erhöhen und für das Thema Passivrauchen und seine Folgen sensibilisieren. Im Rahmen der „rauchfrei“-Jugendkampagne wurden an Schulen zum Beispiel Mitmach-Parcours und JugendFilmTage initiiert:

Der vom BZgA entwickelte, spielerisch ausgerichtete „KlarSicht –Mitmach-Parcours zu Tabak und Alkohol“ klärt über die Wirkung und Suchtpotenziale auf und sensibilisiert die Teilnehmer für Schutzfaktoren. An acht moderierten Stationen wird in Gruppengesprächen der Alkohol- und Tabakkonsum thematisiert. Die Jugendlichen erhalten Entscheidungsgrundlagen und -hilfen, um ihr Genuss- und Konsumverhalten an einem gesundheitsfördernden Verhaltensmuster zu orientieren.

Die Jugendfilmtage „Nikotin und Alkohol – Alltagsdrogen im Visier“ des BZgA wollen Impulse setzen, damit sich Jugendliche mit dem Thema Nikotin- und Alkoholkonsum auseinandersetzen. Spiel- und Aktionsstände bilden das Rahmenprogramm und geben Gesprächsanlässe zu den gesundheitlichen Folgen des Rauchens und des Alkohols. Darüber hinaus fand eine Studie 2007 heraus, dass das Rauchen in Film und Fernsehen Einfluss auf das Rauchverhalten von Kindern und Jugendlichen hat. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen zeichnet daher jedes Jahr eine Film- und Fernsehproduktion aus, die bewusst auf rauchende Charaktere verzichtet oder Rauchende nicht zu positiven Rollenmodellen stilisiert.

Außerdem können sich rauchende Jugendliche mithilfe eines internetbasierten Ausstiegsprogramms gezielt auf den Rauchausstieg vorbereiten und sich einen persönlichen Ausstiegstag setzen. Im Anschluss werden sie bis zu vier Wochen von dem Programm begleitet. Ergänzend lassen sich in der „rauchfrei-Community“ zum Beispiel Erfahrungen austauschen. Drei Monate nach dem Ausstiegstag lag die Ausstiegsquote der User bisher immerhin bei 31 Prozent.

Rat Suchende können sich unter 01805-31 30 31 an die bundesweite „Sucht & Drogen Hotline“ wenden.

„Just be smokefree“
Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) initiierte für Jugendliche und junge Erwachsene das Rauchstopp-Selbsthilfeprogramm „Just be smokefree“, zu dem sich Raucherinnen und Raucher alleine, mit einem Paten oder im Team anmelden können. Als Anreiz zur Teilnahme werden vierteljährlich Preise ausgelost.

„Be Smart – Don't Start“
Dieser Wettbewerb für Schulklassen zielt darauf ab, Jugendlichen das Thema Nichtrauchen in möglichst ansprechender Weise nahe zubringen sowie den Einstieg in das Rauchen zu verzögern: Die teilnehmenden Klassen entscheiden sich, ein halbes Jahr lang nicht zu rauchen und dokumentieren ihre Fortschritte jede Woche. Hauptpreis des Wettbewerbs ist eine Klassenreise. Für Filme, Aktionstage, Songs und andere Beiträge werden besondere Preise ausgelobt. Ein zusätzlicher Gewinn-Topf soll Klassen zur wiederholten Teilnahme motivieren. Der Wettbewerb wird unter anderem von der Deutschen Krebshilfe, der BZgA, der Deutschen Herzstiftung, dem AOK-Bundesverband sowie der Deutschen Lungenstiftung gefördert.

„Kinder stark machen“
Die bereichsübergreifende Kampagne des BZgA „Kinder stark machen“ soll das Selbstvertrauen von Kindern und Jugendlichen stärken und ihre Konfliktfähigkeit fördern, damit sie bei Problemen nicht auf Suchmittel ausweichen. Erwachsenen wird dabei außerdem ihre Vorbildfunktion bewusst gemacht.

Förderung des Nichtrachens an Schulen

Für viele Kinder und Jugendliche entscheidet sich in der Schule, ob sie mit dem Rauchen beginnen. Daher setzen viele Maßnahmen hier an:

In allen Bundesländern gilt an Schulen ein gesetzliches Rauchverbot. Zudem werden Pädagogen, Eltern und Jugendlichen Handreichungen und weitere Medien zur Verfügung gestellt, um sie bei der Reduzierung des Tabakkonsums zu beraten und das Nichtrauchen zu fördern. Mit Erfolg: Eine Tagung im Januar 2008 stellte fest, dass das Rauchen an Schulen mit klaren Regelungen zum Rauchverbot und begleitenden pädagogischen Maßnahmen erfolgreich reduziert bzw. ganz verhindert werden konnte. Schulbehörden und Stromeinspeisungsstellen arbeiten jetzt noch enger zusammen, wobei sich die Fortbildungsmaßnahmen auf Schultypen mit überdurchschnittlich hoher Raucherquote konzentrierten. Um rauchfreie Schulen zu fördern, wurden darüber hinaus Schülermentoren eingeführt. Diese Schülerinnen und Schüler bzw. Pädagogen sollen dazu beitragen, die Schule als rauchfreien Raum zu etablieren, Kinder und Jugendliche in ihrem Nichtrauchen zu stärken bzw. die Bereitschaft zu fördern, mit dem Rauchen aufzuhören.

„Klasse2000“ konzentriert sich als bundesweit größtes Programm zur Gesundheitsförderung auf die Gewalt- und Suchtprävention in der Grundschule. Es bietet kontinuierlich Projekte unter anderem zum Thema Nichtrauchen an und ist eines der wenigen Vorbereitungsprogramme, dessen positive Wirkung anhand einer Studie nachgewiesen werden konnte.

Zusätzlich hat die Deutsche Gesellschaft für Prävention (DGFN) mit finanzieller Unterstützung des BKK-Bundesverbandes ein Konzept zur Tabakprävention an Schulen entwickelt. Das Projekt „Fiese Falle“ stellt in einem zweistündigen Seminar die Entwicklung einer (Nikotin-)Abhängigkeit vor und richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe.


Stand April 2010 [zurück][1][2][3]4vor
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