Rente mit 67
Voraussetzung für die Rente mit 67: eine altersgerechte Arbeitswelt
Die Situation der älteren Menschen auf dem Arbeitsmarkt ist nicht einfach. Dabei muss unterschieden werden zwischen Menschen, die in Arbeit stehen, und Menschen, die eine neue Arbeit suchen. Im Bericht "Aufbruch in die altersgerechte Arbeitswelt" von November 2010 stellt die Bundesregierung fest,- dass sich die Zahl der Arbeitslosen über 55 Jahre im Vergleich zum Jahr 2000 nahezu halbiert hat.
- dass die Zahl älterer Erwerbstätiger zwischen 55 und unter 65 Jahren von 2005 bis 2009 um mehr als eine Million angestiegen ist.
- dass im Alter von 55 bis 64 Jahren drei von vier Beschäftigten sozialversicherungspflichtige Vollzeitjobs haben.
- und dass sich die Erwerbstätigenquote der Menschen im Alter zwischen 60 und unter 65 Jahren seit 2000 von rund 20 Prozent nahezu verdoppelt hat und im zweiten Quartal 2010 bereits bei 41,1 Prozent lag.
Aber vor allem Arbeitslose jenseits der 55 finden oft nur schwer in den Arbeitsmarkt zurück. Der schon heute festzustellende Facharbeitermangel in den Betrieben wird jedoch auch hier die Chancen der Älteren verbessern. Denn schon heute sind die Unternehmen aufgefordert, ihre Betriebe auf die demografische Entwicklung einzustellen.
Fortschrittsreport „Altersgerechte Arbeitswelt“
Mit dem Fortschrittsreport „Altersgerechte Arbeitswelt“ will die Bundesregierung fortan die Entwicklung begleiten bis 2029 die Anhebung der Regelaltersgrenze abgeschlossen ist. Im aktuellen Report liegt ein Fokus auf den Instrumenten, mit denen die Lebensarbeitszeit besser ausgeschöpft werden kann. Dadurch gewinnen nicht nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern auch die Betriebe. Wie eine Studie des ZEW zeigt, erhöht sich die Produktivität eines Betriebes um gut 0,5 Prozent, wenn der Anteil der 45- bis 50-Jährigen an der Gesamtbelegschaft um einen Prozentpunkt zunimmt. Sind altersgerechte Arbeitsplätze vorhanden, steigt die Produktivität der Beschäftigten zwischen 45 und 50 Jahren sogar um zwei Prozent. Der Altersmix ist also ein wichtiger Faktor für wirtschaftlichen Erfolg.Flexi-II-Gesetz: Langzeitkonten / Wertguthaben
Ein weiteres Instrument, ältere Beschäftigte länger im Betrieb zu halten, sind Langzeitkonten, auch Wertguthaben genannt. Diese sind im so genannten Flexi-II-Gesetz festgeschrieben: Wertguthaben bieten den Beschäftigen Flexibilität und Freiraum, ihre Arbeitszeit über einen längeren Zeitraum zu organisieren und somit auch freie Zeit anzusparen.Bisher nutzen 40.000 Betriebe in Deutschland Wertguthaben. Hier können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter größere Arbeitszeitguthaben ansparen und sich dann längerfristig freistellen lassen. Das entspricht jedoch nur zwei Prozent aller Betriebe. Der Anteil bei Betrieben mit 500 und mehr Beschäftigten liegt mit 13 Prozent weit über dem Durchschnitt.
Perspektive 50plus
Um die Arbeitslosenquote unter den Älteren weiter zu senken, hat die Bundesregierung parallel zur Rente mit 67 das Programm Perspektive 50plus auf den Weg gebracht. Ziel der Initiative ist es, die Chancen der über 50-Jährigen auf dem Arbeitsmarkt – ihre Beschäftigungschancen und die Beschäftigungsfähigkeit – zu verbessern. Die heute bestehenden finanziellen Anreize, möglichst früh in Rente zu gehen, werden nach und nach abgebaut. Stattdessen soll die Beschäftigung und Weiterbildung älterer Arbeitnehmer in den Betrieben künftig stärker gefördert werden. Dazu gehören u. a. Weiterbildungsangebote für ältere Arbeitnehmer und Eingliederungszuschüsse für Unternehmen, die ältere Jobsuchende einstellen.Die dritte Programmphase, die bis 2015 angesetzt ist, ist im Jahr 2011 gestartet. Das Kernstück ist der regionale Ansatz, der die jeweiligen Besonderheiten vor Ort einbezieht. Wichtige Partner neben den Jobcentern sind Unternehmen, Kammern und Verbände, kommunale Einrichtungen und Bildungsträger, Politik, Gewerkschaften, Kirchen und Sozialverbände. [zurück][1][2]3[4][vor]
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