Alkohol – die unterschätzte Alltagsdroge
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Im Juni schlugen die Drogenexperten erneut Alarm. Eine Umfrage der BZgA im Frühjahr dieses Jahres hat ergeben, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen 2007 wieder zugenommen hat.
Vor allem der Anteil der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen, die im letzten Monat mindestens einmal am Tag fünf oder mehr Gläser Alkohol tranken, stieg deutlich an und beträgt nun immerhin 26 Prozent.
Damit bestätigt sich ein Trend zum sogenannten „Koma-Saufen“, Flatrate- oder Binge-Trinken. Die Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol trinken, trinken sich immer häufiger ins Krankenhaus und zwar quer durch alle Schichten, wie das Beispiel des Berliner Gymnasiasten Lukas W. zeigt, das durch alle Zeitungen ging.
Offenbar sehen viele Jugendliche Alkoholkonsum als harmlos, normal und unproblematisch an. Alkohol trinken gehört zum Erwachsensein dazu; die meisten Jugendlichen können das täglich bei ihren Eltern, Freunden und Bekannten beobachten.
Darüber hinaus gibt es immer mehr Jugendliche, die früher und regelmäßig beim Alkoholtrinken absichtsvoll den Vollrausch suchen. Das ist eine beunruhigende Entwicklung bei einer Alltagsdroge, die nicht nur bei den Jugendlichen, sondern in der gesamten Gesellschaft in ihrem Suchtpotenzial unterschätzt wird.
Methodisch-didaktische Hinweise
Es ist ein wichtiges Anliegen, Schülerinnen und Schüler frühzeitig über die Risiken von Alkoholkonsum zu informieren. Die Debatten um „All-you-can-drink-Parties“ und Koma-Tote bietet den traurigen Anlass, das Thema im Unterricht aufzugreifen und die Aufmerksamkeit auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu lenken.Dabei können hier nicht die individuellen Gründe einzelner Jugendlicher Alkohol zu trinken, in den Mittelpunkt gestellt werden; aber die Schülerinnen und Schüler sollen motiviert werden, Alkoholkonsum bewusst wahrzunehmen.
Es muss deutlich werden, dass Alkoholkonsum nicht nur ein individuelles Problem sondern auch Folge unserer Alltagskultur ist und neben gesetzlichen Regelungen sich auch die Einstellungen der Menschen gegenüber Alkoholkonsum ändern müssen.
Die Schülerinnen und Schüler sollen
- Wissen erwerben über die Wirkung von Alkohol, die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen von Alkoholmissbrauch
- sich mit Strategien staatlicher Alkoholpolitik beschäftigen und ihre Wirksamkeit bewerten
- sich mit dem Trinkverhalten speziell Jugendlicher auseinandersetzen und ihr eigenes Trinkverhalten kritisch reflektieren
- Zugriff auf Kontaktadressen, Informationen und Links zu Beratungsangeboten erhalten
Mithilfe von Arbeitsblatt und Schaubild können der steigende exzessive Alkoholkonsum bei Jugendlichen thematisiert werden und besondere Risikogruppen identifiziert werden. In das Auswertungsgespräch können die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Erfahrungen mit Alkohol einbringen. Die auf dem Arbeitsblatt angebotenen Fragen zum Selbsttest sollten allerdings anonym beantwortet werden und nur auf eigenen Wunsch in der Klasse besprochen werden.
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