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Krankenversicherung

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Gesundheit ist ein Zustand vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht die bloße Abwesenheit von Krankheit und Gebrechlichkeit, so definierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 1948 den Begriff Gesundheit.

Diese Definition zeigt, dass Gesundheit nicht alleine eine Angelegenheit des Medizinsystems ist, sondern auch rechtliche, politische und ökonomische Dimensionen hat. In Deutschland wurden die gesetzlichen Grundlagen einer einheitlichen Gesundheitsverwaltung mit der Gründung des Reichsgesundheitsamtes in Berlin (1876), der Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung (1883) und dem Erlass der Reichsversicherungsordnung (1911) geschaffen. Die gesetzliche Krankenversicherung ist damit der älteste Zweig der Sozialversicherung.

Die Kostenträger unseres Gesundheitswesen sind neben der gesetzlichen Krankenversicherung und den privaten Krankenkassen auch die Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, Gemeindeunfallversicherungsverbände, sowie die Deutsche Rentenversicherung als Rententräger. Die Gesamtverantwortung für das Gesundheitswesen liegt bei Bund und Ländern. Die gesetzliche Krankenversicherung basiert auf dem Prinzip der Selbstverwaltung. Krankenkassen und Ärzteschaft sind vom Staat ermächtigt, die medizinische Versorgung in Deutschland zu organisieren.

Die gesundheitliche Sicherung in Deutschland verfügt über ein leistungsfähiges und international anerkanntes solidarisches System. Vorrangig beschäftigt sich die Gesundheitsversorgung damit, Krankheiten zu heilen, zu lindern und deren Verschlechterung zu vermeiden. Einen besonderen Stellenwert im Gesundheitswesen nimmt der Bereich Prävention (Vorsorge) ein. Mit der Stärkung der Prävention soll möglichen negativen Auswirkungen entgegengewirkt werden, die beispielsweise durch demografische und soziale Entwicklungen entstehen können. Jede Krankheit, die gar nicht erst entsteht, verringert außerdem die Gesundheitskosten.

Gesundheitsausgaben in Deutschland

Die ökonomische Bedeutung unseres Gesundheitswesens ist enorm. Das bezieht sich auf die Gesamtausgaben für Gesundheit, hinter denen ein erhebliches Umsatz- und Einkommensvolumen der Anbieter steht, aber auch auf den starken Beschäftigungszuwachs.

Fast 280 Milliarden Euro wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2009 in Deutschland für Gesundheit ausgegeben. Das sind etwa 70 Milliarden Euro oder fast 35 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor, also im Jahr 1999. Die Kosten im Gesundheitswesen steigen fast doppelt so schnell wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Der traditionell größte Kostenträger ist die gesetzliche Krankenversicherung mit mehr als 160 Milliarden Euro im Jahr 2009.

Das Gesundheitswesen ist in einem Paradoxon gefangen: Je besser es ist, desto teurer wird es. Die gute Gesundheitsversorgung hält uns länger am Leben und verursacht dadurch neue Kosten. Die Alterung der Gesellschaft (demografischer Wandel) ist also teilweise auch auf den medizinischen Fortschritt zurückzuführen. Eine perfekte Gesundheitsversorgung für alle führt am schnellsten dazu, dass das System nicht mehr bezahlbar wird. Kritiker warnen, es sei nur eine Frage der Zeit, wann nicht mehr alles medizinisch Mögliche jedem Kranken jederzeit zur Verfügung stehen wird. zurück1[2][3][4][vor]
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