2011
Wehr- und Zivildienst
Wehrpflicht entfällt
Seit 1. Juli gibt es in Deutschland keine Wehrpflicht mehr. Die Verpflichtung, einen Grundwehrdienst zu leisten, entfällt. Dementsprechend fällt auch der Zivildienst weg. Dennoch bleibt die Wehrpflicht im Grundgesetz verankert – sie wird lediglich ausgesetzt.
Freiwilliger Wehrdienst
Junge Frauen und Männer können sich freiwillig zum Wehrdienst melden. Sie werden dann bis zu 23 Monate eingestellt. Sie erhalten einen steuerfreien Wehrsold, freie Unterkunft, Verpflegung sowie ärztliche Versorgung.
Bundesfreiwilligendienst
Der Zivildienst war für soziale Einrichtungen immer eine wichtige Unterstützung, die nun entfällt. Daher hat die Bundesregierung zum 1. Juli den Bundesfreiwilligendienst (BFD) eingeführt. Dieser dauert mindestens sechs und höchstens 24 Monate; in der Regel läuft er über ein Jahr. Einsatzgebiete sind Soziales, Umwelt, Sport, Integration, Bildung oder Kultur. Die Freiwilligen sind sozialversichert und bekommen ein Taschengeld. Der BFD steht nicht nur jungen Menschen offen – eine Altersbeschränkung gibt es nämlich nicht. Mehr als 17.300 Freiwillige haben zum 1. Juli ihren Dienst aufgenommen beziehungsweise ihren Zivildienst freiwillig verlängert.
Gesellschaftliche Verantwortung
Neues Förderprogramm
Verantwortliche Unternehmensführung – das ist das Ziel der Strategie zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR). In Deutschland bildet der Mittelstand die größte Säule der Wirtschaft. Verantwortlich zu handeln, ist für viele Mittelständler selbstverständlich. Doch viele haben weder Personal noch Geld, sich systematisch mit dem Thema CSR zu befassen. Daher hat das Bundesarbeitsministerium ein neues Förderprogramm aufgelegt: „Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand“. Gefördert werden Beratungsmaßnahmen in den Feldern Umwelt, Arbeitsplatz, Markt und Gemeinwesen.
Europa
Neue Ratspräsidentschaft
Ungarn hatte in der ersten Jahreshälfte erstmals die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union (EU) inne. Am 1. Juli hat Polen die Ratspräsidentschaft übernommen – ebenfalls eine Premiere. Themen Ratspräsidenten dieses Jahres: Bewältigung der Euro-Krise, eine mögliche Aufnahme Kroatiens, Beitritt Rumänien und Bulgariens in den Schengen-Raum, Energieabhängigkeit Osteuropas sowie die Integration der Türkei in die europäische Gemeinschaft.
Euroeinführung in Estland
Als erste ehemalige Sowjetrepublik hat Estland den Euro eingeführt. Seit Anfang Januar ist der Euro in Estland offizielles Zahlungsmittel. Bevor ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union den Euro einführen darf, muss der Haushalt stabil sein. Solide Staatsfinanzen und ein geringes Haushaltsdefizit sind die Bedingung. Das sind die so genannten Maastricht-Kriterien, die Estland erfüllt. Estland ist das 17. Mitglied der Euro-Staaten.
Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit
Die Freiwilligenarbeit ist aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Um das Ehrenamt zu stärken, hat die Europäische Union 2011 das „Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit“ ausgerufen. Es geht vor allem darum, die Rahmenbedingungen für Ehrenamt und Freiwilligenarbeit in der EU zu verbessern und die Freiwilligenorganisationen zu stärken. Außerdem soll das Ehrenamt durch Öffentlichkeitsarbeit stärker ins Bewusstsein kommen. Mehr Wertschätzung ist das Ziel. Hunderte Projekte und Initiativen werden durchgeführt – auch hierzulande gibt es zahlreiche Aktivitäten.
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