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Politik > Soziale Sicherung

Die Starken unterstützen die Schwachen

| Bild: Porträt von Otto Fürst von Bismarck
Foto: akg-images
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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mussten die meisten Menschen unter katastrophalen Bedingungen arbeiten. Wenn sie ihre Arbeit verloren, krank oder zu alt wurden, waren sie auf ihre Familien oder sich selbst angewiesen. Die Arbeiter begannen, gegen ihre elende Situation zu protestieren und sich zu organisieren.
| Bild: Es ist die Zeit vor der industriellen Revolution. Ein Kind arbeitet in einer Spinnerei am Webstuhl.
Foto: akg-images, Lewis Hine
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1850: Radikale Veränderungen führen zur sozialen Frage

Während der Industriellen Revolution veränderten sich die Arbeits- und Lebensbedingungen in Europa rapide. Viele Menschen mussten täglich 13 Stunden oder noch länger in dunklen, überfüllten, lauten Fabrikhallen arbeiten. Sie kannten weder Arbeits- noch Kündigungsschutz, Hygienevorschriften oder eine soziale Absicherung. Die Löhne reichten kaum für das tägliche Brot. Kinderarbeit war üblich.

1863: Kampf gegen die Not der Arbeiter

Um gemeinsam gegen die miserablen Arbeitsbedingungen zu kämpfen, schlossen sich die Arbeiter in Vereinen zusammen. Daraus entwickelten sich Ende des 19. Jahrhunderts Sozialwerke, Gewerkschaften und Parteien. Der Sozialist Ferdinand Lassalle gründete 1863 den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein.
Auch Kirchenleute wie der Prälat Adolf Kolping und der Theologe Johann Hinrich Wichern versuchten die Not zu lindern. So eröffnete Wichern bereits 1833 das Rauhe Haus, das sich um Obdachlose und verwaiste Kinder bemühte. Einzelne Unternehmer wie Alfred Krupp gründeten betriebliche Unterstützungskassen, die bei Krankheit oder Unfällen halfen. Der Fabrikant Friedrich Harkort setzte sich für Bildung ein und gründete den Volkshochschulverein.

1878: Das Sozialistengesetz

Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck sah in der neu entstandenen Arbeiterbewegung eine Bedrohung für den Staat. Unter dem damals regierenden Kaiser Wilhelm I. war eine Demokratie nach heutigen Maßstäben unvorstellbar. Daher verbot das von Bismarck im Oktober 1878 vorgeschlagene Sozialistengesetz „Vereine, welche durch sozialdemokratische, sozialistische oder kommunistische Bestrebungen den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung bezwecken“.

1881: Das Sozialversicherungssystem entsteht

Bismarck setzte nicht nur auf Verbote. Er erkannte auch, dass die sozialen Probleme auf Dauer nur durch staatliche Regelungen gelöst werden konnten. Daher forderte er am 17. November 1881 mit der Kaiserlichen Botschaft den deutschen Reichstag auf, Gesetze zum Schutz der Arbeiter gegen Krankheit, Unfall, Invalidität und zur Versorgung im Alter zu beschließen. Diese sind bis heute unter dem Namen Bismarcksche Sozialgesetze bekannt. Der 17. November 1881 gilt darüber hinaus als Geburtsstunde der deutschen Sozialversicherung.

1933: Gleichschritt im Dritten Reich

Die Nationalsozialisten lösten nach ihrer Machtübernahme im Jahr 1933 die Gewerkschaften auf und erklärten die Rechte der Arbeitnehmer für ungültig. Im Zuge der Gleichschaltung bauten sie den gesamten Staatsapparat um und schafften die Selbstverwaltung in den Sozialversicherungen ab. Mit seiner menschenverachtenden Weltanschauung unterwarf das nationalsozialistische Regime den Staat, die Gesellschaft und die Wirtschaft vollständig seinen Kriegszielen.

| Bild: Die Berliner Mauer mit einem Blick vom amerikanischen Sektor in das damalige Ost-Berlin.
Foto: akg-images
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1949: Getrennte Wege

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sozialversicherung wieder aufgebaut: Während nach 1949 in der Deutschen Demokratischen Republik eine Einheitsversicherung entstand, wurde in der Bundesrepublik das dezentral gegliederte, aus verschiedenen Sozialversicherungen bestehende System erneuert.

1990: Eine historische Wiedervereinigung

Die friedliche Revolution der Bürger im November 1989 läutete das Ende der DDR ein. Am 1. Juli 1990 trat der Staatsvertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion in Kraft. Am 3. Oktober 1990 war Deutschland wieder vereint. Das ostdeutsche Sozialsystem wurde durch das westdeutsche System der Sozialversicherung ersetzt. Die Kosten der Wiedervereinigung wurden über allgemeine Steuereinnahmen, die Sozialversicherungsbeiträge und den Solidaritätszuschlag finanziert.

2000: Die Sozialversicherungen geraten unter Druck

Die gesetzlichen Sozialversicherungen bieten bis heute allen, die in Not geraten, eine Grundsicherung. Die Versicherten bilden eine Solidargemeinschaft, in der die Stärkeren die Schwächeren unterstützen. Doch die Ausgaben dafür stiegen enorm. Die Ursachen sind
Immer weniger Menschen zahlten in die Sozialversicherungssysteme ein, gleichzeitig erhielten mehr Versicherte soziale Leistungen für eine längere Zeit als früher. Eigenleistung, Selbstverantwortung und Eigeninitiative sind gefragt. So ist zum Beispiel bei der Rente eine zusätzliche private Vorsorge wichtig.

2012: Wirtschaftswachstum und Fachkräftemangel


| Bild: Der Bundestag mit seiner Glaskuppel in Berlin.
Foto: Presse- und Informationsamt
der Bundesregierung
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Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 wächst die deutsche Wirtschaft wieder, die Arbeitslosenzahlen sinken. Auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich die Folgen des demografischen Wandels: In Zukunft werden qualifizierte Facharbeiter und Akademiker fehlen und damit weniger Menschen in die Sozialversicherungen einzahlen. Andererseits finden viele Geringqualifizierte und Schulabgänger nur schwer einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Investitionen in Bildung, Hilfen für Kinder aus bedürftigen Familien, weitere Unterstützung für berufstätige Mütter sowie Qualifizierungsmaßnahmen für Schulabgänger und Arbeitsuchende sollen dazu beitragen, dem stärkeren sozialen Gefälle zwischen Arm und Reich gegenzusteuern.


Arbeitsaufträge Sekundarstufe II
  1. Bilden Sie für jeden Zweig der Sozialversicherung eine Expertengruppe: Welche Risiken sichern die einzelnen Versicherungen ab? Wie werden die Leistungen finanziert? Wo gibt es Reformbedarf?
  2. Präsentieren Sie Ihre Ergebnisse in der Klasse. Diskutieren Sie Gemeinsamkeiten der Sozialversicherungen und Unterschiede zwischen ihnen.
Arbeitsaufträge Sekundarstufe I
  1. Liste auf, welche sozialen Probleme in den Texten genannt werden.
    Ordne sie den unterschiedlichen Bedürfnissen eines Menschen anhand der Bedürfnishierarchie des US-amerikanischen Psychologen Abraham Harold Maslow zu:
    1. Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlafen und die eigene Gesundheit
    2. Sicherheitsbedürfnisse wie materielle und berufliche Sicherheit, das Wohnen und die Arbeit
    3. Soziale Bedürfnisse wie Freundschaft, Liebe und Gruppenzugehörigkeit
    4. Ich-Bedürfnisse wie Anerkennung und Geltung
  2. Erläutere, um welche Bedürfnisse sich heute der Staat (mit) kümmert, und um welche sich jeder einzelne selbst kümmern muss. Nimm dazu Stellung.


Stand Juli 2012
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Menschenrechtsaktivist am 08.04.2013 / 19:03
Wir haben eine bürokratische Diktatur, verbunden mit einer erheblichen Propaganda und einem Moralismus, der uns die freie Rede weitestgehend verbietet. Der breiten Masse ist es leider noch egal, was passiert. Alle verschließen fest die Augen, um nichts tun zu müssen und die Medien werden ihrer Aufgabe zur Aufklärung nicht gerecht. Es ist politisch gewollt, dass die Leute für dumm und blöd gehalten werden. Die Medien sind fest verbunden mit den Mächtigen und die lassen es nicht zu, dass sich kritische Journalisten frei entfalten können. Der faktische Souverän sind die Finanzmächte geworden. Unser entgrenzter Kapitalismus ist zum scheitern verurteilt. Wir müssen uns unsere Freiheit nehmen. Aber die Menschen sind allzu ängstlich und zurückhaltend und sie meinen, dass es uns gut geht, obwohl der Niedergang zu spüren ist. Der wirtschaftliche Niedergang kommt bestimmt, wodurch das politische System unsicher wird. Prof. Schachtschneider ruft zum Widerstand - http://www.mach-die-augen-auf-und-tu-was.de/auf-dem-weg-in-die-eu-diktatur-prof-schachtschneider-ruft-zum-widerstand/ . Lischen am 13.03.2012 / 10:50
Hallo :) ich finde eure seite sehr interessant, weil wir dieses Thema gerade im Unterricht durch nehmen. LudwigBeilschmidt am 17.11.2010 / 09:27
Wenn, dann wäre es ja der dritte Weltkrieg. Aber den wollen wir ja auch nicht, oder? Jochen der Flüsterer am 27.05.2010 / 11:37
ja ich denke wir sollten uns alle mal gründlich ändern sonst landen wir wieder im 2ten weltkrieg und das will ja wirklich keiner von uns .. viele grüße jochen der flüsterer Universität Göttingen mumu am 26.03.2010 / 12:01
ich sehe es ganz genauso mein freundv:) JohannesDeublein am 23.03.2010 / 16:07
Woher kommt die Kohle?? cg am 02.11.2009 / 12:39
Jammern können wir Deutschen do sowieso am besten lol Allerdings ist das kein Grund, Sozialabbau tatenlos zuzusehen, man muss aufpassen, dass es nicht zu weit geht. gogo sebi am 09.02.2009 / 10:51
das ist sehr richtig jessi am 21.01.2009 / 09:24
hallo :D hmmm.. ich denke das ist alles richtig!!! flyandaway am 27.11.2008 / 10:35
Das sieht man mal wieder - wir jammern echt auf hohem Niveau ...