Soziale Marktwirtschaft im Wandel

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Die Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland erholte sich 1948 nach der Währungsreform und der damit verbundenen Einführung der Deutschen Mark als Zahlungsmittel wieder recht schnell. Es war Arbeit für alle da, und jeder packte mit an. Das so genannte Wirtschaftswunder der 1950er-Jahre begann. Viele glaubten, es ginge nun stetig aufwärts. Heute steht Deutschland angesichts der alternden Bevölkerung, der gesunkenen Geburtenzahlen und der Globalisierung vor neuen Herausforderungen.
„Wohlstand für alle!“
Das politische Ziel von Ludwig Erhard lautete „Wohlstand für alle!“. Er setzte die von dem Ökonom Alfred Müller-Armack entwickelte Idee der Sozialen Marktwirtschaft politisch um. Daran orientiert sich die deutsche Wirtschaftspolitik bis heute. In einer Sozialen Marktwirtschaft ist jeder Einzelne nicht nur auf seine individuelle Leistungsfähigkeit angewiesen, sondern kann auch mit der Unterstützung der Allgemeinheit rechnen.Die Herkunftsmarke Made in Germany hat nicht nur Deutschland, sondern auch die Welt verändert.

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Wirtschaftliche Leistung, Wettbewerb und sozialer Ausgleich
Soziale Marktwirtschaft kann nur dann funktionieren, wenn der Staat für alle Marktteilnehmer verbindliche Regeln aufstellt: Einerseits muss es in einer Marktwirtschaft einen freien Wettbewerb geben, in dem alle Unternehmen die gleichen Chancen haben, ihre Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Das Privateigentum muss geschützt werden, und die Wirtschaftsfreiheiten, etwa Konsumfreiheit, Arbeitnehmerfreiheit, freie Berufswahl und Gewerbefreiheit, müssen gewährleistet sein. Andererseits muss der Staat für einen sozialen Ausgleich sorgen, damit Einkommen und Vermögen möglichst gerecht verteilt werden. Die Bürger müssen grundsätzlich gegen die größten Lebensrisiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit und Pflegebedürftigkeit abgesichert werden. Allerdings müssen sie zum Beispiel für das Alter zunehmend selbst vorsorgen und dürfen sich nicht allein auf staatliche Fürsorge verlassen.Die zentralen Merkmale der Sozialen Marktwirtschaft
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Soziale Gesetze
Zahlreiche gesetzliche Regelungen und Angebote helfen den Menschen, ihre Freiheitsrechte zu sichern, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen und einen angemessenen Lebensstandard zu erreichen. Nachfolgend einige Beipspiele:- Die Sozialversicherungen schützen in sozialen Notlagen. So bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, Pflegebedürftigkeit, nach einem Unfall oder wenn man im Alter nicht mehr arbeitet. Die Sozialversicherungen werden aus Beiträgen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanziert. Nur bei der Unfallversicherung werden die Beiträge allein von den Arbeitgebern bezahlt.
- Die Steuergesetze legen fest, wofür und in welcher Höhe wir Steuern zahlen. Damit finanziert der Staat unter anderem soziale Leistungen wie Kinder- und Elterngeld, Arbeitslosengeld II oder Wohngeld.
- Die Tarifautonomie sichert das Recht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung ohne staatlichen Eingriff selbst zu regeln.
- Im Betriebsverfassungsgesetz ist festgelegt, dass Arbeitnehmer und Auszubildende in vielen Fragen ein Recht auf Mitbestimmung im Betrieb haben.
- Der Arbeitsschutz und Kündigungsschutz sorgt für einen sicheren Arbeitsplatz. So darf niemand von heute auf morgen entlassen werden. Außerdem erhält jeder, der krank wird, seinen Lohn eine Zeit lang weiter ausbezahlt.
- Durch öffentliche Bildungseinrichtungen und Bildungsfinanzierungen sollen alle vom Kindergarten bis zur beruflichen Ausbildung oder zum Studium die gleichen Startchancen erhalten.
Neue Herausforderungen im 21. Jahrhundert
Deutschland steht im 21. Jahrhundert wie fast alle Industriestaaten vor großen Zukunftsaufgaben:- dem Abbau der Staatsverschuldung,
- den Folgen der Globalisierung und Euro-Krise,
- der Armutsbekämpfung und
- der künftigen sozialen Absicherung
Die Bevölkerung wird zunehmend älter. Immer weniger Berufstätige stehen immer mehr Rentnern gegenüber. Der demografische Wandel wirkt sich nicht nur auf die sozialen Systeme, sondern auch auf den Arbeitsmarkt aus. Während die Unternehmen einen zunehmenden Mangel an Fachkräften beklagen, finden Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte trotz sinkender Arbeitslosenzahlen kaum eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Soziale Gerechtigkeit bedeutet aber, dass alle Menschen zumindest annähernd gleiche Chancen haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Eine gute Ausbildung legt das Fundament. Arbeit, die ein ausreichendes eigenes Einkommen ermöglich, ist die Basis, um persönliche Ziele verwirklichen zu können. Bildung ist ein wichtiges Mittel, um soziale Ausgrenzung und Armut zu verhindern.
Klimawandel, verknappte Ressourcen und das stärkere ökologische Bewusstsein der Verbraucher verändern unsere Wirtschaft und Gesellschaft. Deshalb wandelt sich die Soziale Marktwirtschaft immer mehr zu einer Ökologisch-Sozialen Marktwirtschaft, die den Schutz der Umwelt in ihre Wirtschaftsabläufe mit einbezieht. Dies wird auch als nachhaltiges Wirtschaften bezeichnet.
Arbeitsaufträge Sekundarstufe II
- Beschreiben Sie die Wirtschaftsordnung der Sozialen Marktwirtschaft, und formulieren Sie eine eigene Begriffsdefinition.
- Diskutieren Sie folgende These Ludwig Erhards: „Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch.“
Arbeitsaufträge Sekundarstufe I
- Befragt eure Freundinnen und Freunde, eure Familie sowie Schülerinnen und Schülern eurer Schule: „Wie sozial gerecht geht es in Deutschland zu?“ Bittet die Befragten, euch ihre Antwort in Form einer Schulnote zu nennen und fragt nach den Gründen für die Bewertung.
- Wertet die Antworten in der Klasse aus, indem ihr zunächst eine Durchschnittsnote errechnet und anschließend auf einem Plakat/einer Wandzeitung die Begründungen der Befragten präsentiert.
Stand Juli 2012
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[5 Kommentare]
Ich würde gerne mal ein Lob an die Redaktion aussprechen. Ich finde diese Seite wirklich sehr gelungen und arbeite in der Schule gerne mit dem Heft! Erspart auch viele Kopien :o) am 09.01.2012 / 14:47
Danke Redaktion Sozialpolitik am 29.06.2009 / 12:51
Hallo, die Soziale Marktwirtschaft mit ihren Prinzipien Freiheit auf dem Markt und sozialer Ausgleich wird oben im Text genauer erläutert. am 28.06.2009 / 17:32
kann mir irgendjemand helfen? was sind die besonderen Merkmale der sozialen Marktwirtschaft? wenn ja,dann sagt es mir! bitte!! sag ich net am 12.02.2009 / 12:04
es ist alles viel zu lang !!!!