Soziale Gerechtigkeit

Soziale Marktwirtschaft im Wandel

| Bild: Deutsche Erfindungen | Die Wirtschaft der Bundesrepublik erholte sich nach dem Zweiten Weltkrieg recht schnell wieder. In den 1950er-Jahren nahm das „Wirtschaftswunder“ seinen Lauf, und es gab kaum Arbeitslose. Viele glaubten damals, es ginge nun stetig aufwärts. Doch heute steht Deutschland angesichts der alternden Bevölkerung und der fortschreitenden Globalisierung vor neuen Herausforderungen.

„Wohlstand für alle!“

Das politische Ziel von Ludwig Erhard (Bundeswirtschaftsminister von 1949 bis 1963, CDU) lautete: „Wohlstand für alle!“ Zusammen mit dem Ökonom Alfred Müller-Armack entwickelte er die Idee der „Sozialen Marktwirtschaft“, an der sich die deutsche Wirtschaftspolitik bis heute orientiert. In einer Sozialen Marktwirtschaft soll jeder Einzelne nicht nur auf seine individuelle Leistungsfähigkeit angewiesen sein, sondern in Notsituationen mit der Unterstützung der Allgemeinheit rechnen können.

Zwei Kernprinzipien: Wettbewerb und sozialer Ausgleich

Soziale Marktwirtschaft kann nur dann funktionieren, wenn der Staat für alle Marktteilnehmer verbindliche Spielregeln aufstellt: Einerseits muss es in einer Marktwirtschaft einen freien Wettbewerb geben, in dem alle Unternehmen die gleichen Chancen haben, ihre Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Das Privateigentum muss geschützt werden, und die Wirtschaftsfreiheiten, etwa Konsumfreiheit, Arbeitnehmerfreiheit, freie Berufswahl oder Gewerbefreiheit, müssen gewährleistet sein.

Andererseits muss der Staat für einen sozialen Ausgleich sorgen, damit Einkommen und Vermögen möglichst gerecht verteilt werden. Die Bürger müssen grundsätzlich gegen die größten Lebensrisiken, etwa Arbeitslosigkeit oder Krankheit, abgesichert werden. Allerdings müssen sie auch selbst Verantwortung übernehmen und dürfen sich nicht allein auf staatliche Fürsorge verlassen.

„Made in Germany“

... hat nicht nur Deutschland verändert, sondern die Welt! | Bild: Deutsche Erfindungen zwischen 1949 und 1997 |

Bürger übernehmen Verantwortung – freiwilliges Engagement

Am 1. Januar 2009 ist der „Freiwilligendienst aller Generationen“ gestartet. Damit unterstützt die Bundesregierung Menschen aller Altersgruppen, sich ehrenamtlich für ihr Umfeld einzusetzen – etwa im Rahmen der Nachbarschaftshilfe, im Bildungs- und Kulturbereich oder als Pflegebegleiter. Über eine interaktive Karte im Internet kann man sich über Projekte in seiner Nähe informieren: www.freiwilligendienste-aller-generationen.de

Soziale Gesetze

Zahlreiche gesetzliche Regelungen und Angebote helfen den Menschen, ihre Freiheitsrechte zu sichern, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen und einen angemessenen Lebensstandard zu erreichen. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Die Sozialversicherungen schützen in sozialen Notlagen – bei Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit, nach einem Unfall oder wenn man im Alter nicht mehr arbeiten kann.
  • Die Steuergesetze legen fest, wofür und in welcher Höhe wir Steuern zahlen. Damit finanziert der Staat unter anderem soziale Leistungen wie Kinder- und Elterngeld, Sozialhilfe oder Wohngeld.
  • Die Tarifautonomie sichert das Recht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung ohne staatlichen Eingriff selbst zu regeln.
  • Im Betriebsverfassungsgesetz ist festgelegt, dass Arbeitnehmer in vielen Fragen ein Recht auf Mitbestimmung in ihren Betrieben haben.
  • Der Arbeits- und Kündigungsschutz sorgt für einen sicheren Arbeitsplatz. So darf niemand von heute auf morgen entlassen werden. Außerdem erhält jeder, der krank wird, seinen Lohn eine Zeit lang weiter ausbezahlt.
  • Durch öffentliche Bildungseinrichtungen und -finanzierungen sollen alle die gleichen Startchancen erhalten – vom Kindergarten bis zur Ausbildung oder zum Studium.


Neue Herausforderungen im 21. Jahrhundert

In Deutschland und der westlichen Welt ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eine der größten Herausforderungen, vor allem angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise (siehe Kapitel Globale Herausforderung). Im Mittelpunkt der Politik der Bundesregierung steht derzeit die Frage, wie Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden können, um Armut, soziale Ausgrenzung und Ungleichheit zu verhindern.

(Soziale) Gerechtigkeit bedeutet heute mehr denn je, dass alle Menschen zumindest annähernd gleiche Chancen haben, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Eine gute Ausbildung legt das Fundament; Arbeit, die ein ausreichendes eigenes Einkommen ermöglicht, ist die Basis, um persönliche Ziele verwirklichen zu können. Der weltweite Klimawandel, die wachsenden Umwelteinflüsse und das stärkere ökologische Bewusstsein der Verbraucher verändern unsere Wirtschaft und Gesellschaft. Deshalb wandelt sich die Soziale Marktwirtschaft immer mehr zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft.

Erwerbstätige und Arbeitslose in Deutschland

Angaben in Millionen (Jahresdurchschnitt, Prognosen für 1009/2010) | Bild:
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Quelle: IAB, Stand Juni 2009, vorläufige Zahlen für 2009/2010 nach Wachstumsprognose der Bundesregierung

Arbeitsaufträge

Beurteilen Sie folgende Aussage: Angemessen entlohnte Arbeit ist die beste Vorsorge gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit.
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[3 Kommentare]Kommentare
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Redaktion Sozialpolitik am 29.06.2009 / 12:51
Hallo, die Soziale Marktwirtschaft mit ihren Prinzipien Freiheit auf dem Markt und sozialer Ausgleich wird oben im Text genauer erläutert. am 28.06.2009 / 17:32
kann mir irgendjemand helfen? was sind die besonderen Merkmale der sozialen Marktwirtschaft? wenn ja,dann sagt es mir! bitte!! sag ich net am 12.02.2009 / 12:04
es ist alles viel zu lang !!!!
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