Eine starke Gemeinschaft
Im Jahr 1957 nahm die europäische Einigung Formen an: Damals gründeten sechs Staaten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), Vorläufer der heutigen Europäischen Union (EU). Ihr Ziel war, die wirtschaftliche Zusammen-arbeit zu stärken und damit den Frieden in Europa dauerhaft zu sichern – mit Erfolg!
Europa ohne Grenzen
Jeder EU-Bürger kann sich in jedem Mitgliedsland frei bewegen, in mittlerweile 16 EU-Staaten mit dem Euro bezahlen und viele europäische Grenzen ohne Zollkontrollen passieren. Für Arbeitslose, die in ihrem Heimatland keinen passenden Job finden, bietet der europäische Arbeitsmarkt neue Chancen. Alle EU-Bürger dürfen grundsätzlich in jedem Mitgliedstaat arbeiten, das nennt sich im EU-Fachchinesisch „Freizügigkeit der Arbeitnehmer“. Schüler und Auszubildende können einen Teil ihrer Ausbildung in einem anderen EU-Land absolvieren. Wer sich dafür interessiert, dem bietet das EU-Programm „Lebenslanges Lernen“ passende Fördermöglichkeiten.Gemeinsam handeln in der Krise
Keines der 27 EU-Mitgliedsländer ist gleich dem anderen: Es gibt wirtschaftlich weit entwickelte Staaten und solche auf der Schwelle zur modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft; unterschiedliche nationale Versicherungs-systeme, die beispielsweise über Steuern oder Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge finanziert werden; Staaten mit einer eher jüngeren oder älteren Bevölkerung.Sie sind alle gemeinsam – mit unterschiedlicher Intensität – von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen. Umso wichtiger ist es, dass Europa in Abstimmung mit den nationalen Regierungen gemeinsam handelt. Im März 2009 haben sich die Staats- und Regierungschefs auf zusätzliche Investitionen aus dem Gemein-schaftshaushalt in Höhe von fünf Milliarden Euro verständigt.
(Soziale) Grundrechte in Europa
Die Europäische Union hat sich in den letzten Jahrzehnten auch zu einer Wertegemeinschaft entwickelt. Dies zeigt sich beispielsweise an der „Charta der Grundrechte“. In ihr wurden die gemeinsamen Werte der EU-Mitgliedstaaten zusammengefasst. Sie beinhaltet viele klassische Bürgerrechte, etwa das Wahlrecht, aber auch politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche sowie soziale Rechte. Zwar wurde die „Charta der Grundrechte“ bereits im Dezember 2000 angenommen, doch bislang ist sie nicht rechtsverbindlich. Das heißt, kein EU-Bürger kann sie gerichtlich einklagen – doch das soll sich ändern.2010: Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung
78 Millionen Menschen sind EU-weit von Armut bedroht. Die EU will die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren und auf die Verantwortung des Einzelnen beim Kampf gegen Armut und Ausschluss aufmerksam machen. Das Europäische Jahr soll dazu beitragen, dass ärmeren Menschen ein würdevolles Leben ermöglicht wird und sie mehr in die Gesellschaft integriert werden. Weitere Infos unter www.2010againstpoverty.europa.euEuropäisch lernen
In vielen Studiengängen gehören sie schon dazu: Auslandssemester oder -praktika. In der Ausbildung sind Auslandsaufenthalte jedoch immer noch selten. Um das zu ändern, hat die EU-Kommission im Juli 2009 ein Diskussionspapier („Grünbuch“) aufgelegt. Damit will sie neue Strategien entwickeln und die „Lernmobilität“ von jungen Menschen weiter fördern, „damit ein Auslands-aufenthalt zur Regel wird und nicht die Ausnahme bleibt“, so EU-Bildungskommissar Jan Figel.Im Rahmen des EU-Förderprogramms Leonardo da Vinci (siehe Kapitel Berufsfindung) können Auszubildende bereits heute zwischen zahlreichen Projekten wählen, zum Beispiel „Let’s go“, einem dreiwöchigen Praktikum im Handwerksbetrieb, oder „Mobinardo“, einem vier- bis achtwöchigen Auslandspraktikum. Der Auslandsaufenthalt wird als Bestandteil der deutschen Ausbildung anerkannt. Die in dieser Zeit gesammelten beruflichen Erfahrungen werden im „EUROPASS Mobilität“ dokumentiert.
Um Ausbilder und Auszubildende besser über die zahlreichen Förder-möglichkeiten zu informieren, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ein Programm zur Förderung beruflicher Mobilität von jungen Beschäftigten gestartet, mit dem bis zum Jahr 2012 eine bundesweite Beratungsstruktur aufgebaut wird. Professionelle Mobilitätsberater unterstützen die Unternehmen unter anderem bei der Suche nach Partnerbetrieben im Ausland und helfen bei der konkreten Planung und Vorbereitung des Mitarbeiteraustauschs.
Am 9. Mai ist Europatag
Die Grundideen der heutigen Europäischen Union hat der damalige französische Außenminister Robert Schuman zum ersten Mal in einer Rede am 9. Mai 1950 dargelegt. Dieser Tag gilt deshalb als Geburtstag der EU. Weitere Infos unter http://europa.eu/abc/symbols/9-may/index_de.htm
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[3 Kommentare]Kommentare
Frauke Hagemann am 28.01.2009 / 11:12Hallo Sati, rechts finden Sie unter Politik: Arbeitsblätter + Schaubilder und unter Politik: Hintergründe zum aktuellen Thema "Wie Europa funktioniert" und Material zur EU-Reform 2007. Viele Grüße Sati am 15.12.2008 / 21:48
das was hier drin steht find ich gut, doch es fehlt sehr viel was sehr wichtig ist. EU parlament, Kommission usw. usf. kuno am 27.11.2008 / 11:43
"Freizügigkeit der Arbeitnehmer" - das find ich gut :-)