Auf dem Weg ins Berufsleben

Foto: Fotolia, Cucina Liz Colet Direkt nach der Schule in der Arbeitswelt durchstarten? Mit einem guten Schulabschluss klappt das. Ohne oder mit einem schwachen Abschluss ist es in der Regel schwieriger, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Wer flexibel ist oder sich nach der Schule weiterbildet, hat die besseren Chancen den passenden Beruf zu finden.
Nachwuchskräfte gesucht
Die Ausbildungsmarktsituation für junge Menschen hat sich weiter verbessert. Vielen Branchen mangelt es an Fachkräften. Auf dem Arbeitsmarkt werden deshalb alle jungen Menschen gebraucht. Auch ohne oder mit einem schlechten Schulabschluss haben sie Chancen, denn Flexibilität, Zielorientierung und Teamfähigkeit sind auch gefragt. Wer sich auf die gewünschte Ausbildung gut vorbereitet und gegebenenfalls auch bereit ist dafür in eine andere Stadt zu ziehen, erhöht seine Chancen noch weiter. Wenn es trotzdem nicht klappen will, kann man immer noch seinen Berufswunsch überdenken, sich über Alternativen informieren und einen Ausbildungsplatz in einer anderen Branche finden.Generell gilt: Als Erstes sollte man selbst aktiv werden und spätestens ein Jahr vor Schulabschluss in Zeitungen und Stellenbörsen im Internet nach einem Ausbildungsplatz suchen. Eine zweite Möglichkeit ist, direkt bei vorherigen Praktikumsbetrieben und anderen Arbeitgebern anzufragen. Eine solche Initiativbewerbung kann sich lohnen. Die nächste Anlaufstelle bei der Ausbildungsplatzsuche ist die kostenlose Berufsberatung der örtlichen Arbeitsagentur.
Die Berufsberater wissen, wo es vor Ort offene Stellen gibt, und sie haben einen Überblick über den bundesweiten Ausbildungsmarkt. Sie informieren auch über die jeweiligen Anforderungen und Bewerbungsfristen. Auf Antrag unterstützt die Arbeitsagentur auch finanziell, beispielsweise mit Zuschüssen für Reisen, Bewerbungen und Umzüge oder der einkommensabhängigen Berufsausbildungsbeihilfe.
Viele Wege führen zum Ziel
Mit der Berufseinstiegsbegleitung bietet die Bundesagentur für Arbeit noch vor dem Schulabschluss über einen längeren Zeitraum individuelle Unterstützung, damit Jugendliche der Übergang von der Schulbank in die Ausbildung besser gelingt. Dieses Bildungsangebot richtet sich vor allem an förderungsbedürftige Jugendliche an allgemeinbildenden Schulen.Wer den Abschluss nicht oder nur mit einem schlechten Durchschnitt geschafft hat, kann seine Chancen durch ein Berufsvorbereitungsjahr, auch BVJ genannt, verbessern. Oft entwickeln die Teilnehmer erst im Lauf der einjährigen Schulzeit einen konkreten Berufswunsch, denn im Rahmen eines Berufsvorbereitungsjahres werden praktische und theoretische Grundqualifikationen vermittelt.
Die so genannte Einstiegsqualifizierung für Jugendliche, kurz EQJ, ist ein ausbildungsvorbereitendes Praktikum. Dieses dauert bis zu einem Jahr und soll als Brücke in die Berufsausbildung dienen. Die Einstiegsqualifizierung endet mit einem anerkannten Zertifikat und kann auf eine spätere Berufsausbildung angerechnet werden.
Die am häufigsten besetzten Berufe und Berufe mit einem hohen Anteil an unbesetzten Ausbildungsplätzen
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Schaubild in Originalgröße ansehenQuelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2012, Seiten 24 und 25.
Ausbildung ohne Betrieb
Wenn es überhaupt nicht mit dem Ausbildungsplatz klappen will, ist eine so genannte Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung, kurz BaE, eine Alternative. Dabei arbeiten die Auszubildenden nicht in einem echten Betrieb, sondern in außerbetrieblichen Einrichtungen bei Bildungsträgern. Hier lernen sie praktische Tätigkeiten, die für den Beruf wichtig sind, und wenden diese in mehrwöchigen Betriebspraktika auch an.Auch der Besuch einer Berufsfachschule, kurz BFS, kann sich lohnen. Bei einjährigen Berufsfachschulen, die eine Grundbildung für bestimmte Berufe vermitteln, kann man nach dem Abschluss in das zweite Ausbildungsjahr einer entsprechenden betrieblichen Ausbildung einsteigen. Zweijährige Berufsfachsschulen bieten die Möglichkeit, einen höheren Schulabschluss nachzuholen. Darüber hinaus gibt es Berufsfachschulen, die zu einem anerkannten Beruf führen, etwa im Bereich der Hauswirtschaft oder der Erziehung.
Bundesfreiwilligendienst
Der Bundesfreiwilligendienst, abgekürzt BFD, ermöglicht allen Menschen, die ihre Pflichtschulzeit beendet haben, sich in sozialen, kulturellen, ökologischen oder anderen gemeinwohlorientierten Tätigkeitsfeldern zu engagieren. Der Dauer des Bundesfreiwilligendienstes kann dabei zwischen sechs Monaten und zwei Jahren variieren. Die Sozialversicherungsbeiträge übernimmt die jeweilige Einsatzstelle. Für die Freiwilligen gibt es neben einem monatlichen Taschengeld von maximal 330 Euro zum Abschluss ein qualifiziertes Zeugnis. Hier sind weitere Informationen zu finden.Das Duale System der Berufsausbildung in Deutschland
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Schaubild in Originalgröße ansehenQuellen: Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), Forschungszentrum Jülich, www.fz-juelich.de, und BIBB, www.bibb.de
Arbeitsauftrag Sekundarstufe II
Sven, 16, sagt zu seiner Freundin Anke, 16: „Nach der Schule will ich erstmal Geld verdienen, eine Ausbildung kann ich immer noch machen.“- Versetzen Sie sich in die Situation von Sven und Anke. Was könnte Anke dagegen sagen? Führen Sie das Gespräch mit einem Partner weiter.
Arbeitsaufträge Sekundarstufe I
- Markiert im Schaubild Top Twelve die Ausbildungsberufe, die euch am meisten und am wenigsten interessieren, und wertet die Ergebnisse in der Klasse aus. Vergleich eure Listen mit denen des Schaubilds.
- Recherchiert in Gruppenarbeit nähere Informationen zu den zwölf Ausbildungsberufen mit den wenigsten Bewerbern und fasst sie jeweils auf einer Seite zusammen. Stellt heraus, was eurer Meinung nach für die Wahl dieses Berufes spricht. Die Kurzbeschreibungen werden in der Klasse verteilt.
Stand Juli 2012
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[2 Kommentare]
Danke für die Übersicht! Lukas am 12.12.2008 / 11:37
Das ist sehr hilfreich