Rentenversicherung 1

Ein Vertrag zwischen den Generationen

Rentenversicherung: Drei Frauen unterschiedlichen Alters aus drei Generationen stehen am Fenster.
Foto: Shutterstock/George Rudyy

Soziale Sicherheit – nicht nur im Alter

Die gesetzliche Rentenversicherung ist das größte soziale Sicherungssystem der Sozialversicherung. Sie bietet nicht nur soziale Sicherheit im Alter, sondern auch schon während der Erwerbsphase – in Form von Rehabilitationsleistungen oder Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Außerdem werden Hinterbliebene durch Witwen-/Witwerrenten und Waisenrenten unterstützt (siehe Schaubild unter Sozialversicherung im Überblick). Die Rentenversicherung wird aus Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gemeinsam getragen. Beide zahlen jeweils 9,35 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens des Arbeitnehmers (Stand 2017, siehe Beispiel-Gehaltsabrechnung unter Berufseinstieg). Außerdem zahlt der Staat jedes Jahr einen Bundeszuschuss.

Die Höhe einer Rente richtet sich vor allem nach der Höhe der Arbeitsverdienste, die während des Berufslebens durch Beitragsjahre versichert wurden. Je mehr Beitragsjahre vorliegen und je höher die Arbeitsverdienste waren, desto höher ist die individuelle Rente.

Voraussetzungen und Leistungen

  • Frauen und Männer zahlen gleiche Beiträge.
  • Der Rentenversicherungsschutz besteht auch in Zeiten von Krankheit, Arbeitslosigkeit, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen.
  • Wer aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, wird von der gesetzlichen Rentenversicherung unterstützt, um seine Erwerbsfähigkeit zu verbessern oder wieder zu erreichen.
  • Aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden Altersrenten, Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit sowie Hinterbliebenenrenten gezahlt.
  • Rentner erhalten einen Zuschuss zum Beitrag für die Krankenversicherung.


Berufsunfähigkeit zusätzlich absichern

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt bei teilweiser oder voller Erwerbsminderung eine Erwerbsminderungsrente. Wer in jungen Jahren vermindert erwerbsfähig wird, hat aber in der Regel erst geringe Rentenanwartschaften aufbauen können. Daher ist es für Berufsanfänger sinnvoll, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Vor Abschluss der Versicherung müssen Fragen zur Gesundheit beantwortet werden. Je jünger und gesünder der Versicherte ist, desto niedriger sind die Beiträge. Auch deshalb ist es vorteilhaft, die Versicherung so früh wie möglich abzuschließen, am besten gleich zu Beginn der Berufsausbildung. Vor dem Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man sich bei einer Verbraucherzentrale beraten lassen.

Wer ist in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert?

  • Arbeitnehmer: Dazu gehören auch Auszubildende, Entwicklungshelfer, Menschen mit Behinderung, die in anerkannten Behindertenwerkstätten arbeiten, freiwillig Wehrdienstleistende und Bundesfreiwilligendienstleistende. Wer einige Zeit lang Arbeitslosengeld oder Krankengeld bezieht, ist trotzdem weiterhin versichert.
  • Pflegende: Menschen, die mindestens zehn Stunden pro Woche, verteilt auf wenigstens zwei Tage, einen pflegebedürftigen Angehörigen betreuen und nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich arbeiten, sind ohne eigene Beitragszahlung pflichtversichert. Ihre Beiträge werden von den Pflegekassen übernommen.
  • Erziehende: Auch Mütter und Väter sind in Zeiten, in denen sie Kinder erziehen, pflichtversichert. Bis zu drei Jahre werden bei der Rente berücksichtigt. In dieser Zeit müssen sie keine Beiträge zahlen, das übernimmt der Staat für sie.
  • Selbstständige: Nur bestimmte Berufsgruppen wie selbstständige Handwerker, Künstler und Hebammen sind laut Sozialgesetzgebung pflichtversichert. Alle anderen Selbstständigen können sich freiwillig versichern oder auf Antrag pflichtversichern und erwerben dann ebenfalls Rentenansprüche. Selbstständige zahlen ihre Beiträge bis auf einige Ausnahmen selbst. Der Mindestbeitrag beträgt derzeit monatlich 84,15 Euro (Stand 2017).
     

Drei Säulen der Alterssicherung

Excel-Datei zum Schaubild

Schaubild: Drei Säulen der Alterssicherung
Quelle: eigene Darstellung

Das Umlageverfahren

Die gesetzliche Rentenversicherung wird seit dem Jahr 1957 über das sogenannte Umlageverfahren finanziert. Das bedeutet, dass das Geld der Beitragszahler direkt für die Zahlung der Renten des nächsten Monats verwendet wird. Ein Rentner erhält seine Rentenleistungen also aus den Beiträgen, welche die derzeitigen Erwerbstätigen und Arbeitgeber je zur Hälfte gezahlt haben.

Da die Beitragseinnahmen nicht zur Finanzierung aller Rentenleistungen ausreichen, beteiligt sich der Staat mit Steuergeldern in Form eines Bundeszuschusses an der gesetzlichen Rentenversicherung. Laut Bundesversicherungsamt belief sich der Bundeszuschuss im Jahr 2016 auf fast 70 Milliarden Euro.

Das Kapitaldeckungsverfahren

Aufgrund der Alterung der Gesellschaft (siehe nächstes Kapitel) werden die Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung allein künftig nicht mehr ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Dafür müssen die heutigen Arbeitnehmer zusätzlich vorsorgen und in eine der beiden Säulen der Alterssicherung einzahlen: die betriebliche oder die private Altersvorsorge.

Diese beruhen auf dem sogenannten Kapitaldeckungsverfahren, das heißt, jeder spart für seine eigene Rente. Die Höhe der Rente hängt vom angesparten Kapital und dessen Anlageertrag ab. Der Anlageertrag ist wiederum abhängig vom Zinsniveau. Der Staat unterstützt die betriebliche und private Altersvorsorge durch Zulagen und Steuervorteile.

 

Die Texte und Bilder entstammen dem Schülermagazin Sozialpolitik
Stand Juli 2017

11 Antworten

Kommentare

Beim arbeitsblatt hilf die seite nich gänzlich weiter

hilft kein stück weiter zum arbeitsblatt !!!!!

Ich weiß nicht was für ein Arbeitsblatt du hattest, aber mir hat dieser Beitrag sehr geholfen. Arbeitsblatt schreibt man groß! Seite schreibt man im übrigen auch groß!

Ich bearbeite gerade das Arbeitsblatt Sozialpolitik im Jahr 2015, und bei deise Seite hilft mir kein bischen bei diesem Arbeitsblatt. Generell kommt man bei dazugehörigen Links nicht immer bei der richtigen Seite heraus. Und schön für dich das der Beitrag dir gehofen hat, aber deswegen müsst du dich nicht so auffüren. Man könnte auch einfach nichts dazu schreiben befor man sich aufregt.

Ey ich sitze gerade an den Aussagen und hier steht nix zu Altersversicherungen...

@Fps Doug im Übrigen schreibt man auch groß ;)

Kann jmd die Lösung schicken?

will miir jemand die lösungen geben?

Das hilft sehr viel bei einem Arbeitsblatt

Hilfe habe keine Ahnung davon sitze gerade bei der Abiklausur

Danach war mir alles klara

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