Berufswahl

Auf dem Weg ins Berufsleben

Berufswahl: Ausschnitt von Beinen und Füßen, die auf einer Straße einem Pfeil folgen.
Foto: Shutterstock/connel

Nachwuchskräfte gesucht

Der Arbeitsmarkt bietet für alle jungen Menschen vielfältige Tätigkeiten. Ein Schulabschluss ist eine wichtige Voraussetzung, aber auch Kompetenzen wie Verlässlichkeit, Zielorientierung, Teamfähigkeit und Flexibilität sind wichtig. Wer sich auf die gewünschte Ausbildung gut vorbereitet und außerdem bereit ist, dafür in eine andere Stadt zu ziehen, erhöht seine Chancen. Wenn es trotzdem nicht auf Anhieb klappt, kann man immer noch seinen Berufswunsch überdenken und einen Ausbildungsplatz in einer anderen, ähnlichen Branche suchen. Dazu gehört, dass man sich je nach Interesse auch mal nach eher geschlechtsuntypischen Berufen erkundigt: also Mädchen nach technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Berufen und Jungen nach sozialen und pflegerischen Berufen.

Generell gilt: Als Erstes sollte man selbst aktiv werden und spätestens ein Jahr vor Schulabschluss in Stellenbörsen nach einem Ausbildungsplatz suchen. Eine zweite Möglichkeit ist, direkt bei vorherigen Praktikumsbetrieben und anderen Arbeitgebern anzufragen. Eine solche Initiativbewerbung kann sich lohnen. Die nächste Anlaufstelle bei der Ausbildungsplatzsuche ist die kostenlose Berufsberatung der örtlichen Arbeitsagentur. Die Berufsberater wissen, wo es vor Ort offene Stellen gibt, und haben einen Überblick über den bundesweiten Ausbildungsmarkt. Sie informieren außerdem über die jeweiligen Anforderungen und Bewerbungsfristen. Auf Antrag gewährt die Arbeitsagentur finanzielle Unterstützung, zum Beispiel mit Zuschüssen zu Reisekosten, Bewerbungskosten und Umzugskosten oder der einkommensabhängigen Berufsausbildungsbeihilfe.

Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt

Mehr Stellen als Bewerber:

Berufe mit Besetzungsproblemen,
Anteil der unbesetzten Ausbildungsplätze

  • Restaurantfachmann/-frau: 34,2 Prozent
  • Fleischer/-in: 33,3 Prozent
  • Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk: 32,7 Prozent
  • Fachmann/-frau für Systemgastronomie: 28,7 Prozent
  • Klempner/-in: 25,9 Prozent
  • Bäcker/-in: 24,0 Prozent
  • Beton- und Stahlbetonbauer/-in: 23,2 Prozent
  • Gerüstbauer/-in: 23,1 Prozent
  • Hotelkaufmann/-frau: 22,1 Prozent
  • Gebäudereiniger/-in: 21,8 Prozent
     

Mehr Bewerber als Stellen:

Berufe mit Versorgungsproblemen,
Anteil der erfolglosen Bewerber

  • Tierpfleger/-in: 47,3 Prozent
  • Gestalter/-in für visuelles Marketing: 47,1 Prozent
  • Mediengestalter/-in Bild und Ton: 46,3 Prozent
  • Sport- und Fitnesskaufmann/-frau: 34,3 Prozent
  • Informations- und Telekommunikationssystem-Elektroniker/-in: 29,3 Prozent
  • Mediengestalter/-in Digital und Print: 29,1 Prozent
  • Biologielaborant/-in: 25,8 Prozent
  • Fotograf/-in: 25,5 Prozent
  • Buchhändler/-in: 24,9 Prozent
  • Chemielaborant/-in: 24,9 Prozent
     

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2017, Bonn 2017, Seite 25

Das duale System der Berufsausbildung in Deutschland

Excel-Datei zum Schaubild

Schaubild: Das duale System der Berufsausbildung in Deutschland
Quelle: eigene Darstellung nach JAV Uni Halle: www.jav.uni-halle.de, Bundesinstitut für Berufsbildung: www.bibb.de

Viele Wege führen zum Ziel

Früher waren die Bildungswege klar getrennt: Wer Abitur hatte, der studierte in der Regel auch. Heute entscheiden sich immer mehr Abiturienten für eine Ausbildung. Etwa jeder vierte Auszubildende hat mittlerweile die allgemeine Hochschulreife. Ein Studium ist nicht automatisch ein Garant für ein gutes Einkommen. Wer vor allem gut verdienen will, muss nicht unbedingt studieren, sondern sich die Branchen genau anschauen. Für die Lebenszufriedenheit sind jedoch persönliche Vorlieben und Fähigkeiten in der Regel wichtiger als die Höhe des Gehalts.

Hilfen für den Berufseinstieg

Mit der Berufseinstiegsbegleitung bietet die Bundesagentur für Arbeit noch vor dem Schulabschluss über einen längeren Zeitraum individuelle Unterstützung, damit der Übergang von der Schule in die Ausbildung besser gelingt. Dieses Bildungsangebot richtet sich vor allem an förderungsbedürftige Jugendliche an allgemeinbildenden Schulen.

Wer den Schulabschluss nicht oder nur mit einem schlechten Durchschnitt geschafft hat, kann seine Chancen durch ein Berufsvorbereitungsjahr verbessern. Oft entwickeln die Teilnehmer erst im Laufe der einjährigen Schulzeit einen konkreten Berufswunsch, denn im Rahmen eines Berufsvorbereitungsjahrs werden praktische und theoretische Grundqualifikationen vermittelt.

Die Einstiegsqualifizierung für Jugendliche ist ein ausbildungsvorbereitendes Praktikum in einem Ausbildungsbetrieb, das bis zu einem Jahr dauert und als Brücke in die Berufsausbildung dienen soll. Es endet mit einem anerkannten Zertifikat und kann auf eine spätere Berufsausbildung angerechnet werden.

Im Rahmen einer Assistierten Ausbildung werden benachteiligte junge Menschen während der betrieblichen Ausbildung, beim Lernen und bei Bewerbungen gezielt gefördert. Auch die Betriebe werden unterstützt und beraten.

Ausbildung ohne Betrieb

Wenn es überhaupt nicht mit dem Ausbildungsplatz klappen will, ist eine Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung eine Alternative. Dabei arbeiten die Auszubildenden nicht in einem richtigen Betrieb, sondern in Einrichtungen von Bildungsträgern. Sie lernen praktische Tätigkeiten, die für den Beruf wichtig sind, und wenden diese in mehrwöchigen Betriebspraktika an.

Auch der Besuch einer Berufsfachschule kann sich lohnen. Die einjährige Grundausbildung kann auf eine entsprechende betriebliche Ausbildung angerechnet werden. Zweijährige Schulausbildungen bieten die Möglichkeit, einen höheren Schulabschluss nachzuholen. Darüber hinaus gibt es Berufsfachschulausbildungen, die zu einem Berufsabschluss führen, etwa im Bereich der Hauswirtschaft oder der Erziehung.

 

Die Texte und Bilder entstammen dem Schülermagazin Sozialpolitik
Stand Juli 2017

2 Antworten

Kommentare

In vielen Handwerksberufen wird z. B. dringend Nachwuchs gesucht und keiner interessiert sich mehr dafür. alle wollen z. B. Fleisch essen, aber Metzger will keiner mehr werden. Das ist doch ein anständiger Beruf! Die Betriebe reißen sich regelrecht um die wenigen Bewerber.

Als ich mir die Frage gestellt habe, was ich später machen will, kam ich schnell zu dem Entschluss, dass ich einen zukunftssicheren Beruf brauche, in dem ich nicht von Robotern oder ähnlichem ersetzt werden kann. Außerdem lag es mir am Herzen, Menschen zu helfen. Als ich auf die Seite https://www.paritaetjob.de/ausbildung-im-sozialen-bereich/ stieß, war es, als würde mir ein Licht aufgehen. Ich absolvierte eine Ausbildung bei der Wohlfahrt und bin jetzt gerade in einer Weiterbildung zur Altenkrankenpflegerin. Ich hoffe ihr werdet ebenso fündig wie ich! LG Michaela

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